Ehrendoktor 2006 der Vetsuisse-Fakultät

Dr. Andreas Moser

Die Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Herrn Dr. Andreas Moser in Anerkennung seiner grossen Verdienste um die Darstellung von Tieren und ihrer Vernetzung mit ihrem Lebensraum. Durch seine Fernsehsendungen hat Herr Moser massgeblich dazu beigetragen, in der Bevölkerung das Verständnis für Tiere in ihrem Lebensumfeld und für andere wichtige Naturthemen zu fördern und damit einen wichtigen Beitrag zum Tier- und Naturschutz zu leisten.

Dr. Andreas Moser wurde am am 20. Mai 1956 als erstes von zwei Kindern des Ehepaares Lily und Jules Moser-Straumann in Basel geboren. Als Kind naturbegeisterter Eltern kam Andreas Moser schon in frühester Kindheit mit Tieren und der Natur in Kontakt und der nahe Basler Zolli war dabei wohl für seinen Lebensweg entscheidend. Er besuchte die Schulen in Basel und verbrachte seine ganze Freizeit bei den Tieren im Zolli, wo er den Pflegern wo immer möglich zur Hand ging. «Dieser tägliche, hautnahe Kontakt mit Tieren, der Gefühl und Intuition erfordert, waren für meine heutige Arbeit bei der Tierfilmerei mindestens so hilfreich, wie das Zoologiestudium», resümiert Andreas Moser heute seine Jugend. Verantwortungsbewusste und naturbegeisterte Eltern und ein geduldiger Grossvater förderten die Tier- und Naturbegeisterung und sorgten dafür, dass Andreas Moser 1975 nach 8 Jahren Realgymnasium in Basel die Matura bestand. Während der Schulzeit sammelte Andreas Moser nicht nur mit Tieren im Zoo Erfahrung, sondern er arbeitete auch in der Freizeit in einem Zoo-Fachgeschäft, wo er vor allem mit Aquarien- und Terrarientieren in Kontakt kam. 1972 untersuchte er in einem Klassenlager im Tessin die Amphibien- und Reptilienfauna und vertiefte diese Arbeit im Sommer 1973 mit seinem Kollegen Jürg Böni. Mit dieser Arbeit erhielten die beiden beim Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» das Prädikat «hervorragend» und belegten damit 1974 am «European Phillips Contest for Young Scientists and Inventors» in Aachen den 2. Platz. Während des Biologiestudiums, das er 1975 in Basel begann, führte Andreas Moser seine Feldstudien an einheimischen Reptilien fort und legte eine Diplomarbeit über Aspisvipern (Vipera aspis) im Jura vor. Den Abschluss des Studiums bildete eine Dissertation «Untersuchung einer Population der Kreuzotter (Vipera berus) mit Hilfe der Radio-Telemetrie» im Jahre 1988. Von 1976 betreute Andreas Moser als wissenschaftlicher Assistent und Laborchef a.i. das Gifttierlabor des Schweizerischen Tropeninstituts in Basel unter der Leitung von Prof. Dr. Thierry A. Freyvogel. Dort war er für die Haltung tropischer Gift- schlangen, Spinnen und Skorpione zuständig und baute gemeinsam mit dem tropenmedizischen Notfalldienst das damals europaweit grösste Antivenin-Depot sowie einen 24-Stunden-Beratungsdienst für Gifttier-Notfälle auf. Ein zweimonatiger Aufenthalt am Instituto Butantan in Sao Paulo, Brasilien, wo Andreas Moser als Berater für ein Sicherheitskonzept bei der Giftschlangenhaltung verantwortlich war, rundete seine Tätigkeit am Schweizerischen Tropeninstitut ab. Schon während des Studiums erarbeitete sich Andreas Moser unter Anleitung seines freundschaftlichen Mentors, des Zoologen und Publizisten Dr. h.c. Jörg Hess, das fotografische und journalistische Handwerk und veröffentlichte zahlreiche Tier- und Naturreportagen in verschiedenen Printmedien. Nach kurzer Tätigkeit als frei schaffender Wissenschaftsjournalist wurde Andreas Moser 1987 von Dr. Ruth Halter, Redaktionsleiterin der Sendung «Karussell» beim Schweizer Fernsehen DRS angeworben, wo er während eines Jahres mit zahlreichen Berichten und Tierreportagen das Fernsehhandwerk erlernte. Nach Einstellung der Sendung «Karussell» gelangte Andreas Moser 1988 in die Wissenschaftsredaktion «Menschen - Technik -Wissenschaft» unter der damaligen Leitung von Peter Lippuner, der auch das Konzept der Sendung «NETZ - Reportage aus der Natur» als Nachfolgesendung der Produktionen von Hans A. Traber entwickelt hatte. Seit 1989 ist Andreas Moser Moderator und seit 1993 Redaktionsverantwortlicher dieser Sendung. Für die Produktionen unter seiner Leitung und Präsentation erhielt er 1991 den Ostschweizer Fernsehpreis, 1999 einen Preis der Binding-Stiftung in Vaduz sowie 2001 den Natur- und Umweltschutzpreis der Zürcher Zoologischen Gesellschaft. Andreas Moser sieht sich bei seiner Tätigkeit als Redaktionsleiter mit einem fünf-köpfigen Team und als Moderator vor und hinter der Kamera vor allem als Vermittler, weil in seiner Wahrnehmung viel Natur durch fehlende Sensibilität und mangelndes Wissen zerstört wird: «Den Menschen Zusammenhänge in der Natur nahe zu bringen und immer wieder bildlich, sinnlich und ab und zu auch emotional zu zeigen, dass es auch andere Blickwinkel gibt als nur den menschlichen, dafür bietet NETZ Natur eine geeignete Plattform. In einer Zeit, in der immer mehr Natur wirtschaftlichen Partikulärinteressen geopfert wird, nehme ich diese Aufgabe im Rahmen der Service public-Leistungen des Schweizer Fernsehens wahr und versuche nach fairen, journalistischen Kriterien wissenschaftlich korrekt, aber auch unterhaltend, über Chancen und Risiken für die Natur zu berichten.»lität und mangelndes Wissen zerstört wird: «Den Menschen Zusammenhänge in der Natur nahe zu bringen und immer wieder bildlich, sinnlich und ab und zu auch emotional zu zeigen, dass es auch andere Blickwinkel gibt als nur den menschlichen, dafür bietet NETZ Natur eine geeignete Plattform. In einer Zeit, in der immer mehr Natur wirtschaftlichen Partikulärinteressen geopfert wird, nehme ich diese Aufgabe im Rahmen der Service public-Leistungen des Schweizer Fernsehens wahr und versuche nach fairen, journalistischen Kriterien wissenschaftlich korrekt, aber auch unterhaltend, über Chancen und Risiken für die Natur zu berichten.»