Wissenschaftspreis 2011 der Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung

PD Dr. med. Dr. phil. II Jean-Pierre Bourquin

Der Wissenschaftspreis der Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung geht an PD Dr. med. Dr. phil. II Jean-Pierre Bourquin

Jean-Pierre Bourquin, geboren am 13.09.1965, Oberarzt in der Abteilung Onkologie/KMT am Universitätskinderspital Zürich, erhält den Wissenschaftspreis 2011 der Walter und Gertrud Siegenthaler Stiftung in Anerkennung seiner Arbeit «Induction of autophagy-dependent necroptosis is required for childhood acute lymphoblastic leukemia cells to overcome glucocorticoid resistance».

Jean-Pierre Bourquin und sein Team befassen sich mit einem innovativen therapeutischen Ansatz, welcher es erlaubt, hoch resistente Leukämiezellen wieder für gängige Chemotherapeutika zu sensibilisieren. Die Sensibilisierung erfolgt dabei durch gezieltes Eingreifen in Mechanismen, welche normalerweise das Auslösen vom programmierten Zelltod kontrollieren. Grundlage dieses Ansatzes ist, dass die Arbeitsgruppe von Bourquin einem neuartigen Zelltodmechanismus auf die Spur gekommen ist, welcher für die Resistenz in Leukämien von grosser Bedeutung ist. Durch die Kombination von niedrigen Dosen der neuartigen Substanz «Obatoclax» können nun refraktäre Leukämien wieder auf das wichtige Leukämie-Medikament «Glukokortikoide» empfindlich gemacht werden. In den resistenten Leukämiezellen wird dabei die sogenannte programmierte Nekrose gezielt ausgelöst. Diese Beobachtung wie auch die Aufklärung der unterliegenden Mechanismen durch die Arbeitsgruppe Bourquins ermöglichen nun die Umsetzung und Erprobung dieser Rationale für Patienten mit hochresistenten Leukämien.