Terror, Angst und Schrecken

Ringvorlesung der Privatdozierenden

Vertreterinnen und Vertreter aus den unterschiedlichsten Disziplinen widmen sich einem Komplex von Phänomen, der in der Dynamik individueller, politischer, sozialer und kultureller Prozesse angelegt und insbesondere eine Signatur von Krisen und Umbruchphasen zu sein scheint.
Historisch erstrecken sich die Beiträge von den mesopotamischen Gottesmythen und den Bürgerkriegen in der griechischen Antike über die türkische «Schreckensherrschaft» in Ungarn, die revolutionären Bewegungen im Russland des 19. Jahrhunderts und den Ersten Weltkrieg bis zu den postkommunistischen Gesellschaften Osteuropas.
Nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse stellen sich Fragen nach individueller, sozialer und kultureller Terroranfälligkeit sowie Fragen nach den Ursachen der Angst vor konkreten und fiktiven Bedrohungen: Wie werden junge Menschen dazu verführt, sich gewalttätigen Gruppen anzuschliessen und in den Krieg zu ziehen? Beeinflussen Gene die Gewalttätigkeit oder Gewalttätigkeit unsere Gene? Welches sind die psychologisch-medizinischen Ursachen der Angst? Inwiefern verbreiten Bakterien und die Möglichkeiten biologischer und chemischer Kriegsführung Angst und Schrecken? Und welche Rolle spielen Statistiken in unserer Wahrnehmung von Terror und Bedrohung?