Universitäre Forschungsschwerpunkte

Um im Wettbewerb der Wissenschaften international auch künftig Spitzenpositionen einzunehmen, legt die Universität im Sinne einer strategischen Entwicklungsplanung Universitäre Forschungsschwerpunkte (UFSP) fest. Ziel ist die Stärkung und Vernetzung von ausgewählten Wissenschaftsbereichen, basierend auf bestehender exzellenter Forschungskompetenz innerhalb der Universität Zürich, und die Förderung von qualifizierten Nachwuchskräften. Mit den UFSP regt die Universität Zürich eine nachhaltige Entwicklung in gesellschaftlich relevanten Bereichen an.

Die aktuellen UFSP der UZH sind:

Asien und Europa

Dr. David Chiavacci, Prof. Dr. Raji C. Steineck

Der UFSP «Asien und Europa» untersucht die vielfältigen Beziehungen zwischen Asien und Europa in Kultur, Religion, Recht und Gesellschaft in Geschichte und Gegenwart. Als interdisziplinäre Forschungsstruktur bündelt er die Kompetenzen und Interessen von vierzehn Disziplinen und vier Fakultäten der Universität Zürich. Die Forschungsarbeit konzentriert sich auf drei thematisch und methodisch differenzierte Felder: «Begriffe und Taxonomien», «Verflechtungsgeschichten» und «Normen und Ordnungen». Seit Herbstsemester 2009 bietet der UFSP «Asien und Europa» ein interdisziplinäres Doktoratsprogramm für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an.

Dynamik gesunden Alterns

Prof. Dr. Lutz Jäncke, Prof. Dr. Mike Martin

Die Erforschung der Potenziale einer alternden Gesellschaft wird in den kommenden Jahren eine zentrale Bedeutung erhalten. Der UFSP «Dynamik gesunden Alterns» untersucht die Stabilisierung von psychologischer Gesundheit und Lebensqualität auf niedrigem, mittlerem und hohem Funktionsniveau vom mittleren bis ins höchste Alter. Hierbei werden neurophysiologische, neuroanatomische, psychologische und medizinische Grundlagen für den Erhalt von Gesundheit und Lebensqualität berücksichtigt. Ziel des UFSP ist die anwendungsnahe, partizipative und translationale Untersuchung der dynamischen Prozesse, die zum Erhalt und zur Förderung vitaler Langlebigkeit beitragen.

Evolution in Aktion: Vom Genom zum Ökosystem

Prof. Dr. Beat Keller, Prof. Dr. Ueli Grossniklaus

Die neuen Methoden der Genomanalyse bieten ein innovatives Potenzial für das Verständnis biologischer Veränderungsprozesse. Der UFSP «Evolution in Aktion: Vom Genom zum Ökosystem» integriert die vielfältige Evolutionsforschung in Biologie und Medizin an der Universität Zürich in einer für die Schweiz einmaligen Weise. Es werden sowohl grundlegende Fragen der Entstehung neuer Diversität als auch ange- wandte Aspekte der Evolutionsbiologie erforscht, zum Beispiel die Diversifikation von Krankheitserregern und die Evolution von Genen, die bei der Entstehung von Krankheiten von Bedeutung sind.

Finanzmarktregulierung

Prof. Dr. Rolf Sethe, Prof. Dr. Hans Caspar von der Crone, Prof. Dr. Rolf H. Weber

Die durch die Finanzkrise ausgelöste politische Debatte um die verschärfte Regulierung von Finanzmärkten ist von hoher wirtschaftlicher Relevanz für die Schweiz und insbesondere für den Standort Zürich. Der UFSP «Regulierung von Finanzmärkten» beleuchtet die bestehenden Konzepte vor dem historischen Hintergrund wie auch im Hinblick auf aktuelle internationale Regelwerke und analysiert nationale und internationale Regulierungsvorhaben und -bedürfnisse.

Kontakt: Inke Nyborg

Globaler Wandel und Biodiversität

Prof. Dr. Michael Schaepman, Prof. Dr. Owen Petchey, Prof. Dr. Bernhard Schmid

Eine Herausforderung unserer Zeit ist es, den Zusammenhang zwischen Verlust von Biodiversität und globalen Veränderungen zu verstehen. Die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sind bisher nur ungenügend bekannt. Der UFSP «Globaler Wandel und Biodiversität» untersucht Rückkopplungsmechanismen zwischen Biodiversitätsverlust und globalem Wandel auf verschiedenen Massstabsebenen und bringt diese miteinander in Zusammenhang. Erstmals werden dabei grossräumige Beobachtungen mit Feldexperimenten und Modellen verknüpft.

Soziale Netzwerke

Prof. Dr. René Algesheimer

Soziale Netzwerke beeinflussen massgeblich, wie Menschen und Unternehmen in einer Gesellschaft interagieren. Der UFSP «Soziale Netzwerke» betrachtet diese Vorgänge aus einer überindividuellen Perspektive und widmet sich hauptsächlich dem Zusammenhang zwischen sozialen Strukturen und ökonomischem Handeln. Neue wissenschaftliche Ansätze ermöglichen die Analyse komplexer vernetzter Systeme und lassen im Zusammenspiel von Konsumenten, Unternehmen und Gesellschaft Muster erkennen.

Sprache und Raum

Prof. Dr. Elvira Glaser, Prof. Dr. Heiko Hausendorf

Unser Sprechen ist in geographische und soziale Räume eingebunden. Dazu gehören die Sprachräume, die die räumliche Zuweisung von Sprechern aufgrund ihrer Sprechweisen («Mundarten») und damit Identität und Abgrenzung ermöglichen, und die Interaktionsräume, die wir alltäglich im Gespräch («interaktiv») in einem komplexen Zusammenspiel von Wahrnehmung, Bewegung und Handlung in Anspruch nehmen. Der UFSP «Sprache und Raum» spürt diesen grundlegenden Sprache-Raum-Schnittstellen mit neuen Technologien der Datenerhebung und -verarbeitung nach und verbindet Erkenntnisse der Dialektologie mit der Sprachtypologie und der interaktionslinguistischen Forschung.

Translationale Krebsforschung

Prof. Dr. Lars French Prof. Dr. Konrad Basler

Krebs wird durch genetische und epigenetische Veränderungen verursacht, die entweder zufällig oder umweltbedingt begünstigt auftreten. Die Veränderungen erzeugen Tumorzellen, die durch unkontrolliertes Wachstum, verlängertes Überleben und Metastasenbildung gekennzeichnet sind. Neben den Eigenschaften der Tumorzellen hat auch die individuelle Immunantwort einen starken Einfluss auf das Überleben der Krebszellen. Aufgrund der Komplexität und Variabilität von menschlichen Tumoren erfordert eine erfolgreiche Krebstherapie einen multimodalen Ansatz. Für die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Therapien müssen die Interaktionen des Tumors mit seiner Mikroumgebung und dem Immunsystem interdisziplinär erforscht werden. Der UFSP «Translationale Krebsforschung» bildet dazu eine Brücke zwischen den Grundlagenwissenschaften und der klinischen Forschung.

Von Sonnenlicht zu chemischer Energie

Prof. Dr. Roger Alberto

Die langfristige Energieversorgung im 21. Jahrhundert ist davon abhängig, dass nicht erneuerbare Energieformen wie fossile Brennstoffe nachhaltig ersetzt werden. Ziel des UFSP «Von Sonnenlicht zu chemischer Energie» ist es, mit neuartigen Materialien und Prozessen Energie aus dem Sonnenlicht direkt als Wasserstoff zu speichern, ohne den Umweg über photovoltaische Elektrolyse gehen zu müssen. Dazu werden die einzelnen Schritte der Photosynthese, die Wasseroxidation zu Sauerstoff und die Wasserreduktion zu Wasserstoff, mit chemischen Katalysatoren kopiert, optimiert und zu einem funktionalen System zusammengefügt.

Ehemalige UFSP

  • Ethik
  • Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens:
    Altruismus und Egoismus
  • Finance and Financial Markets
  • Integrative Humanphysiologie
  • Systemsbiologie / Funktionelle Genomik