Beratungsstellen an Hochschulen – Ressource für Studierende und Studienfachberatende

Hochschulen und Fachhochschulen bieten ihren Studierenden heute ein breit gefächertes Beratungsangebot. Die bekanntesten, die zentralen Beratungsstellen zum Studium und zur Studienfinanzierung, werden ergänzt durch Fachstellen, welche auf professionelle Unterstützung in unterschiedlichsten sozialen oder psychologischen Fragen spezialisiert sind. Eine Studie des Hochschul Informations Systems hat im Auftrag des Deutschen Studentenwerks untersucht, welche von diesen Beratungs-angeboten deutschen Studierenden bekannt sind, und welche genutzt und als nützlich empfunden werden. (Ergebnisse einer Befragung von rund 4'000 Studierenden im November und Dezember 2011, Studie erschienen im März 2013, Download Studie).

Bemerkenswert ist zunächst der Befund, dass von denjenigen deutschen Studierenden, die einen hohen Problemdruck verspürten, 58 % sich dennoch nicht haben beraten lassen. Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen setzt ja zunächst die Kenntnis der Angebote voraus. Dieser Umstand könnte auch erklären, warum sich Studierende ab dem 7. Semester häufiger beraten liessen als diejenigen in niedrigeren Semestern. Spezialisierte Angebote, welche die Studienberatung bzw. Studienfach-beratung ergänzen, wurden von einem knappen Drittel der Bachelorstudierenden genutzt. Dabei gaben rund 40 % der Bachelorstudierende an deutschen Hochschulen an, noch nie etwas von einer psychologischen Beratungsstelle gehört zu haben, und über 50 % machten diese Aussage im Hinblick auf Beratung zum Studium mit Behinderung. Aber auch für die Studierenden in höheren Semester gilt: Spezialisierte Beratungsangebote sind weniger bekannt und werden auch weniger frequentiert als allgemein ausgerichtete. Sie werden vor allem dann in Anspruch genommen, wenn sich Belastungen innerhalb wie ausserhalb des Studiums einstellen.

Als besonders hilfreich wird die Beratung durch Dozierende oder studentische Vertreter empfunden, 75% der Ratsuchenden fanden diese im Rückblick „(sehr) hilfreich“. Die Beratung durch Psychologinnen und Psychologen wurde von zwei Dritteln der Klienten an deutschen Hochschulen ebenfalls als „(sehr) hilfreich“ bewertet. Die grosse Mehrheit derjenigen, die sich psychologisch beraten liessen, empfand die Beratung als angenehm, und rund drei Viertel würden das Angebot wieder in Anspruch nehmen oder weiterempfehlen.

Die Studienberatung und die Studienfachberatung bleiben also die prominentesten Anlaufstellen an der Hochschule, und sie haben eine Wegweiser-Funktion. Die Mitarbeitenden dort sollten deshalb für eine fundierte Studienberatung auch über ausreichend Informationen zu den spezialisierten Beratungsstellen ihrer Hochschule verfügen können. Das Netzwerk Studienfachberatung des Bereichs Lehre möchte insbesondere die Studienfachberaterinnen und Studienfachberater mit einem Handbuch bei der Informationsbeschaffung unterstützen. Das „Handbuch Studienfachberatung“ stellt alle für die Studienberatung an der UZH relevante Fachstellen innerhalb und ausserhalb der Universität vor, liefert aktuelle Kontaktdaten und wertvolle Tipps. Seit Ende Oktober 2013 liegt von diesem Handbuch eine aktualisierte 4. Auflage vor. Studienfachberatende wie weitere Interessierte sind herzlich eingeladen, es sich auf den entsprechenden Webseiten des Bereichs Lehre herunterzuladen (Download Handbuch).