Erste Schritte: Der schwierige Einstieg ins Studium

Neue Wege zur Optimierung von Studienwahl und Studienbeginn

Die Übergangsphase von der Schule in das Studium ist eine kritische Phase: Die Studienabbruch- und –wechselquoten sind in dieser Phase besonders hoch. Die Tagung STEP vom 9. Februar 2016 an der FHNW fokussierte auf diese entscheidende Phase des Studiums mit der Frage, welche Lösungsmöglichkeiten Hochschulen offenstehen.

Fazit:
Gut informierte Studierende, die sich vernetzen und ihre Anliegen mit Peers oder universitären Ansprechpersonen klären, fühlen sich in der Studieneingangsphase wohler, was zwar nicht immer dazu führt, dass sie ihr Studium fortsetzen und schliesslich beenden, aber tendenziell hilft, diese risikoreiche Zeit zu überbrücken und sie als gelungen zu betrachten.

Die Beziehung zwischen den Hochschulen und den Studierenden kann als Partnerschaftsbeziehung betrachtet werden, die nur gelingen kann, wenn die Anforderungen gut definiert sind, beide Seiten ihre Rolle aktiv wahrnehmen, valide Selektionsverfahren eingesetzt werden und Transparenz vorherrscht. Für eine gelungene Studieneingangsphase gibt es nicht die Lösung. Entscheidend ist, dass die Hochschulen ein breites Angebot bereitstellen und Berührungsängste abbauen.

Wird ein Studium dennoch abgebrochen, sollte dies nicht als Versagen stigmatisiert werden, sondern in eine Umorientierung münden.

Erwartungen mit Online-Selbsttests und Zulassungsverfahren validieren

Der Studieneinstieg lässt sich als mehrteilige Übergangsphase betrachten, die aus Orientierung (vor der Matura), Vorbereitung (vor dem Studium) und Einstieg (die ersten sechs Monate des Studiums) besteht. Vor Studienbeginn haben die wenigsten Studierenden eine genaue Vorstellung davon, welche Inhalte im Studiengang vermittelt werden und welche Fähigkeiten dafür in Anschlag gebracht werden müssen. Studieneingangstest und Zulassungsverfahren könnten Instrumente sein, mit dessen Hilfe sich Studierende über die Anforderungen und die gefragten Fähigkeiten im Vorfeld informieren oder diese bei sich selbst testen können.

Begleitung in der Einstiegsphase

Haben die Studierenden mit dem Studium begonnen, ist es an den Hochschulen, auf die verschiedenen Bedarfe angemessen zu reagieren und die Vielfalt bereichernd zu integrieren. Dazu gehören eine Willkommenskultur und die Förderung von gesellschaftlicher Vielfalt auf dem Campus, das Angebot von Mentorinnen und Mentoren bzw. Tiutorinnen und Tutoren sowie schliesslich alternative Formate zum Vollzeitstudium.

Die Mittelschulen einbeziehen

Für die Ausgestaltung der Studieneingangsphase sind aber nicht nur die Hochschulen wichtig, sondern auch die vorbereitenden Schulen sowie die beratenden Stellen, wie beispielsweise die Studien- und Berufsberatung. Prof. Dr. Otfried Jarren, Prorektor an der Universität Zürich, hob zwar die Eigenverantwortung der Studieninteressierten hervor, führte aber auch aus, dass der Übertritt zwischen Mittelschule und universitären Hochschulen gezielter gestaltet werden sollte.