ROBERTO MAZZONI WEBMASTER DER UNIVERSITÄT
Absturzgefahr gebannt: der
Webmaster am Arbeitsplatz
(Bild: Lukas Unseld)
Http://www.unizh.ch/home/mazzo/: Diese Internet-Adresse führt direkt zu Roberto Mazzoni, Webmaster des Rechenzentrums der Universität Zürich. Surft man den Links entlang, die er in seiner Homepage anbietet, weiss man schon bald Bescheid über seine beruflichen Aufgaben und kennt seine Liebe zu den Bergen und zum Sport. Der Klick auf den Link «climatologist» verrät, dass Roberto Mazzoni diplomierter Geograf ist; für seine Dissertation hat er sich mit Luftdurchmischung und Turbulenzen, wie sie für die Schadstoffverteilung insbesondere über Städten wichtig sind, beschäftigt. Ein weiterer Klick, und man ist darüber informiert, dass er 1962 in Davos Platz geboren wurde und seit 1991 als Informatiker am Rechenzentrum der Universität Zürich arbeitet.
«Der Webmaster ist vor allem ein Techniker, der sicherstellen muss, dass der Server, der den Zugang zum World Wide Web ermöglicht, funktioniert und benutzerfreundlich ist. Hier an der Uni bin ich als Webmaster für den technischen Betrieb des Uni-Servers und die Internet-Software zuständig. Wir schauen, dass die Leute tatsächlich ins Netz kommen und dort Informationen abschicken oder holen können.»
In der Internet-Gruppe der Uni ist Roberto Mazzoni hauptverantwortlich für die technischen Fragen, die sich rund um den Auftritt und das Angebot der Universität Zürich im Internet stellen. Zudem ist er für die Benutzerdienste des Rechenzentrums tätig. Zusammen mit seinen Kollegen und Kolleginnen berät er 70 Universitätsinstitute mit 16'000 Studierenden und Angestellten bei allen Netz- und Datenbankproblemen. Die Spannbreite der Probleme reicht dabei von der Grundfrage der Neueinsteigerin «Was muss ich machen, damit ich Literatur in allen Bibliotheken der Schweiz suchen kann?» bis zum Schutz von sensiblen Forschungsdaten.
Der Informatiker entspricht nicht unbedingt dem landläufigen Internet-Freak, der stundenlang bis spät in die Nacht hinein auf den weltweiten Datenautobahnen surft und in Newsgroups fachsimpelt. Er findet zwar, dass die Uni im Netz einen «biederen Auftritt» habe, und ist froh, dass hier nun etwas in Bewegung gekommen ist. Und beim Umsetzen von neuen Ideen spürt der Tüftler auch regelmässig ein «Kribbeln».
Insgesamt steht er dem Internet-Boom jedoch recht skeptisch gegenüber: «Die Leute sind vor allem an der Oberfläche interessiert. Sie wollen Fun, viel Grafik, und es muss sich bewegen. Der Inhalt steht an zweiter Stelle. Will man vertieft recherchieren, stösst man schnell an Grenzen. Man wartet viel was die Swisscom freut. Es wäre schön, wenn die Euphorie bald vorbei wäre, dann hätten wir wieder etwas Ruhe und könnten uns mehr auf inhaltliche Fragen konzentrieren.» Unter Inhaltlichem versteht Roberto Mazzoni beispielsweise die Verbesserung des Datenschutzes oder den vereinfachten Netzzugang zu den Datenbanken der Uni-Institute. Trotz E-mail, Newsgroups oder Videokonferenzen diskutiert er solche Fragen am liebsten im direkten Gespräch mit Fachkollegen und Fachkolleginnen: «Der persönliche Austausch ist effizienter.»
Als Geograf und Klimatologe interessiert sich der Webmaster nach wie vor sehr für Umweltfragen. Seine Freizeit verbringt der Vater einer knapp zweijährigen Tochter am liebsten in den Bergen, im Winter auf den Skis in allen Varianten , im Sommer auf dem Rennvelo oder in Jogging-Schuhen. Zweimal pro Woche joggt er von seinem Wohnort Zollikon ins Büro auf dem Irchel; für den kürzesten Weg braucht er 45 Minuten. Den «Swiss Alpine Marathon» von Davos über den Sertigpass mit einer Laufdistanz von 67 Kilometern und 2300 zu überwindenden Höhenmetern hat er vergangenen Sommer zwar in knapp über sieben Stunden geschafft. Die Laufzeit, findet er, sei jedoch «noch drei Minuten zu lang. Vielleicht reicht es nächstes Jahr.»
Kathy Helwing
unipressedienst Pressestelle der Universität Zürich