Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

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Transcultural Perspectives on Late Medieval and Early Modern Slavery in the Mediterranean

Die internationale und interdisziplinäre Tagung widmet sich einem weitgehend vernachlässigten Aspekt transkultureller Geschichte, der die vormodernen Gesellschaften des Mittelmeerraums nachhaltig prägte und für das Verständnis der europäischen Kolonialgeschichte in Übersee grundlegend ist, im modernen Europadiskurs jedoch immer mehr in Vergessenheit geriet: dem Thema mediterraner Sklaverei und den Wechselbeziehungen christlicher und muslimischer Praktiken von Sklavenhandel und Sklavenhaltung dies- und jenseits des grossen Binnengewässers.
Das Thema ist dabei in besonderer Weise geeignet, totalisierende Kultur- und Epochenzuschreibungen zu hinterfragen. Denn zum einen können stereotype Vorstellungen eines mittelalterlichen Christentums, das den Menschenhandel verbot, und eines Islam, welcher der Sklaverei zu neuer Blüte verhalf, einer genaueren Betrachtung der vielfältigen Verflechtungen im mediterranen Raum über vermeintliche „Kulturgrenzen“ hinweg nicht standhalten. Zum anderen lässt sich die Geschichtsvorstellung, die das europäische Mittelalter als Epoche der Leibeigenschaft einer Frühneuzeit gegenüberstellt, die mit der Entdeckung der „Neuen Welt“ auch Kolonisation und Sklavenhandel neu erfand, nicht bestätigen.
Ziel der Tagung mit rund 25 ReferentInnen aus Europa und Übersee ist es, quellengestützte, mikrohistorische Lokalstudien mit bestehenden Grossnarativen zu konfrontieren, für den interdisziplinären Dialog zwischen der Mediävistik und der Frühneuzeit, der Osmanistik und Islamwissenschaft, der Byzantinistik, Judaistik, Afrikanistik und Religionswissenschaft wichtige Impulse zu liefern und für die internationale Sklavereiforschung neue Forschungsperspektiven zu eröffnen.

Datum/Zeit Mittwoch, 12. September 2012, 12:00 Uhr bis
Samstag, 15. September 2012, 15:00 Uhr
MitProf. Dr. James Amelang (Madrid), Prof. Dr. Mathieu Arnoux (EHESS, Paris), Prof. Dr. Debra Blumenthal (University of California, Santa Barbara), Prof. Dr. Salvatore Bono (Università di Perugia, Rom), Prof. Dr. Neven Budak (Universität Zagreb), Prof. Dr. Peter Burschel (Universität Rostock), Prof. Dr. William G. Clarence-Smith (SOAS, London), Prof. Dr. Robert C. Davis (Ohio State University, Columbus), Prof. Dr. Eric R. Dursteler (Brigham Young University, Provo), Prof. Dr. Steven A. Epstein (University of Kansas, Lawrence), Prof. Dr. Suraiya Faroqhi (Ludwig-Maximilians-Universität, München), Prof. Dr. Jeffrey Fynn-Paul (Brüssel), Prof. Dr. Wolfgang Kaiser (EHESS, Paris), Prof. Dr. Metin Kunt (Sabancı University, Istanbul), Prof. Dr. Sally McKee (University of California, Davis), Hayri Gökşin Özkoray (EPHE, Paris), Prof. Dr. Maria P. Pedani (Università Ca’Foscari, Venedig), Prof. Dr. Michael Toch (The Hebrew University, Jerusalem), Prof. Dr. Sven Trakulhun (UFSP «Asien und Europa», Zürich), Prof. Dr. Claudia Ulbrich (Freie Universität, Berlin)
Ort C, Rämistrasse 69, 8001 Zürich
Raum: SOC 1-106
VeranstalterHistorisches Seminar
KontaktJuliane Schiel, Stefan Hanß (Mail)
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