Verblassende Ahnen, eine verfilmte Göttin, und das Vertrauen in Jesus Christus – Wandel und Kontinuität bei einer Minderheit in Ostnepal
Noch in den 1990er Jahren bildeten Ahnenrituale einen Pfeiler der Sunuwar-Kultur. Sie schufen einen Ausgleich zwischen arm und reich und wirkten der Monetarisierung der Landwirtschaft entgegen. Möglich war dies aufgrund des traditionellen Bodenrechts und der ethnischen Homogenität von Lokalgruppen. Beides ist heute verschwunden. Flucht vor den Maoisten, Arbeitsmigration nach Dubai oder Malaysia und Investition in die Bildung der Kinder haben zu einem Landmarkt und zu Lohnarbeit geführt. Identität und Solidarität werden heute nicht mehr lokal durch Ahnenrituale gestiftet, sondern durch ein Ritual, bei dem der gemeinsame Ursprung aller Sunuwar heraufbeschworen wird. Eine Verfilmung des Rituals durch ethnische Aktivisten hat zu seinem Revival beigetragen. Auf lokaler Ebene finden heute jedoch viele Sunuwar verlorengegangenes Vertrauen im Christentum wieder. Dies zeigt sich auch im Widererstarken unentgeltlicher Zusammenarbeit.
