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30.04.2007

Gold für Ihre Hoheit

Königlicher Besuch am vergangenen Freitag an der Universität Zürich: Prinzessin Chulabhorn von Thailand, renommierte Chemieprofessorin, wurde im Rahmen des Dorothy Crowfoot Hodgkin Symposiums mit der Hofmann-Medaille ausgezeichnet.

Heidi Weber, Theo von Däniken

Prinzessin Chulabhorn (2.v.l) mit Rektor Prof. Hans Weder, Prof. Kim Baldridge und Prof. Jay Siegel, Direktor des organisch-chemischen Instituts. (Bild: Marita Fuchs)

Erfolgreiche Rollenmodelle für Frauen in den Naturwissenschaften aufzeigen: Das ist eines der Ziele des Dorothy Crowfoot Hodgkin Symposiums des Organisch-chemischen Instituts der Universität Zürich. Am vergangenen Freitag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei eine Wissenschaftlerin mit einem aussergewöhnlichen biographischen Hintergrund kennen lernen: Prof. Dr. Her Royal Highnesss Princess Chulabhorn Mahidol. Prinzessin Chulabhorn ist die jüngste Tochter des Thailändischen Königs und schlug als Wissenschaftlerin einen für Mitglieder der königlichen Familie doch sehr ungewöhnlichen Weg ein.

1985 erwarb sie ihren Doktortitel in organischer Chemie an der Universität Mahidol. Bereits ein Jahr später gründete sie die Chulabhorn-Stiftung, 1987 das Chulabhorn Research Institute. Heute ist Prinzessin Chulabhorn eine weltweit bekannte Chemieprofessorin mit dem Spezialgebiet der Gewinnung von Medikamenten aus Pflanzen. In ihrem Vortrag an der Universität in Zürich erläuterte sie, wie Wirkstoffe aus natürlichen Produkten gewonnen werden können. Solche Produkte können beispielsweise gegen das Wachstum von Krebszellen eingesetzt werden, andere wiederum beeinflussen den Blutkreislauf.

Ada Yonath ist Direktorin des Helen and Milton A. Kimmelman Center for Biomolecular Structure and Assembly am Weizmann Institut in Israel. (Bild: zVg)

Als Anerkennung für ihre Arbeit überreichte Rektor Prof. Hans Weder Prinzessin Chulabhorn die Hofmann-Medaille. Die Auszeichnung wird für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Experimentalchemie und zur Förderung von experimentell-chemischen Untersuchungen verliehen. Sie ist nicht mit einem Geldbetrag verbunden.

Rollenmodelle für Frauen in den Naturwissenschaften

Nicht nur mit ihrer speziellen Biographie, auch mit ihrem Forschungsgebiet steht Prinzessin Chulabhorn genau in der Ausrichtung des jährlich stattfindenden Dorothy Crowfoot Hodgkin Symposiums. Ziel ist es nämlich, so die Organisatorin Professor Kim Baldridge vom Organisch-chemischen Institut der Universität Zürich, interdisziplinäre Forschungsansätze von Frauen in der Wissenschaft zu präsentieren und zu fördern.

Debra Wallace forscht über industrielle Prozesse. (Bild: zVg)

Das Dorothy Crowfoot Hodgkin Symposium versteht sich als eine Fortsetzung der Maria Goeppert Mayer Symposien, die Kim Baldridge seit elf Jahren jährlich am San Diego Supercomputer Center in Kalifornien durchführte. Nach ihrem Ruf an das Organisch-chemische Institut der UZH hat sie diese erfolgreiche Veranstaltung an der Universität Zürich etabliert.

Kim Baldridge konnte für das Symposium eine Reihe international hervorragender Wissenschaftlerinnen als Rednerinnen gewinnen: Neben Prinzessin Chulabhorn Mahidol referierte Ada Yonath. Die Direktorin des Helen and Milton A. Kimmelman Center for Biomolecular Structure and Assembly am Weizmann Institut in Israel ist eine Kristallographin, die durch ihre Pionierarbeit an der Untersuchung der Struktur von Ribosomen bekannt wurde.

Dr. Pauline Chiu befasst sich mit der Gewinnung von Medikamenten aus natürlichen Produkten. (Bild: zVg)

Durch ihre hervorragenden Arbeiten zeichnet sich auch Debra Wallace aus. Sie erhielt das Junior Research Fellow am Churchill College Cambridge im Bereich organischer Chemie und arbeitet nun in der Industrie im Bereich Industrial Process research. Mit der Assistenzprofessorin Dr. Pauline Chiu schloss sich der Kreis: sie arbeitet ebenfalls wie Prinzessin Chulabhorn Mahidol an der Gewinnung von Medikamenten aus natürlichen Produkten, speziell im Bereich der Krebsforschung.

Rundgang durch das Labor

Während Prinzessin Chulabhorn Mahidol sich bei dem ans Symposium anschliessenden Rundgang die Labors des Instituts für organische Chemie und für Prozessforschung anschaute, hatten die Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlerinnen die Möglichkeit, sich bei der Postersession auszutauschen. Die Veranstaltung wurde mit dem Posteraward abgerundet.

 

Dorothy Crowfoot Hodgkin, die Namensgeberin des Symposiums, wurde am 12. Mai 1910 in Kairo geboren. Schon früh entwickelte sie ein grosses Interesse an Chemie, unterstützt durch ihre Mutter. Im Jahre 1928 begann sie mit dem Studium, in den Fächern Chemie und Archäologie, am Somerville College in Oxford. Zusätzlich belegte sie Kurse in Kristallographie und spezialisierte sich auf die Bestimmung von Molekühlstrukturen mittels Röntgenbeugung, die mit biologischen Gebieten in Verbindung standen. Nach ihrem Studium in Oxford begann sie 1932 ihre Doktorarbeit in Cambridge unter der Leitung von John Desmound Bernal. Im Jahr 1934 kehrte sie ans Somerville College zurück und begann mit der chemischen Analyse von Insulin. 1937 heiratete sie Thomas Lionel Hodgkin, einen Historiker und Politologen. 1947 erhielt sie die Mitgliedschaft für die Royal Society, 1956 für die Royal Netherlands Academy of Sciences und 1958 für die American Academy of Arts and Sciences.

In 1948 wurde ihr der «Order Merit» verliehen. Dieser wurde von König Edward VII ins Leben gerufen, um herausragende Leistungen auf verschiedenen Gebieten zu ehren und ist auch heute noch der höchste britische Zivilorden.

1964 erhielt Dorothy Crowfoot Hodgkin für ihre Analyse der Struktur des Vitamins B12 den Nobelpreis. Sie war die dritte Frau nach Marie Curie und Irène Joliot-Curie, die diese hohe Auszeichnung erhielt. Im Jahre 1969 gelang es ihr, die Struktur von Penicillin, Insulin und Cholesterin darzustellen.

1994 starb Dorothy Crowfoot Hodgkin in Shipston-on-Stour, England.

Heidi Weber ist E-Learning-Koordinatorin am Organisch-chemischen Institut der Universität Zürich, Theo von Däniken ist Redaktor von unipublic

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Dorothy Crowfoot Hodgkin Symposium

Organisch-chemisches Institut

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Lorbeeren Leute Mathematik und Naturwissenschaften

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