UZH News
Mediadesk
Agenda
Share via mailShare on XingShare on LinkedIn

Artikel nach Fachgebieten:

 
14.09.2007
 

Trends im Asset Management

Vor dem Hintergrund der demographischen Alterung erhält die Vermögensverwaltung eine immer grössere Bedeutung. Das zweite Asset Management Forum an der Universität Zürich zeigte am vergangenen Mittwoch Trends im Asset Management auf. 

KommentarKommentare

Patrick Haas

Das vom Center of Competence Finance Zurich (CCFZ) und der Bank Schroder & Co gemeinsam organisierte Forum hat zum Ziel, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern. Prof. Dr. Markus Leippold (Imperial College London), Präsident des zweiten Asset Management Forum, konnte wie bereits im vergangenen Jahr eine grosse Zahl Teilnehmer aus der Bank- und Versicherungsbranche in der Aula der Universität Zürich begrüssen.

Prof. Dr. Markus Leippold, Präsident des zweiten Asset Management Forums. (Bild: zVg)

In vier Referaten gingen internationale Experten aus der Praxis und der Wissenschaft den aktuellen Trends im Asset Management nach. Aus Sicht von Martin Huber und Ilias Läber (McKinsey & Co.) können in der Schweiz in der Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger sechs Trends ausgemacht werden. Aufgrund der demographischen Veränderung ist erstens zu erwarten, dass sich das Anlagevolumen weiter erhöhen wird. Das Asset Management dürfte deshalb auch in Zukunft ein interessantes Geschäftsfeld bleiben. Die traditionellen Vermögensverwalter – dies der zweite Trend – erhalten aber verstärkt Konkurrenz von neuen Anbietern. Investmentbanken beispielsweise drängen mit ihren Produkten in das angestammte Geschäftsfeld der Vermögensverwalter. Eine dritte wichtige Entwicklung ist aus Sicht der beiden Referenten die stärkere Trennung in Alpha- und Beta-Produkte, also einerseits in Produkte, die eine Überrendite erzielen und andererseits in Produkte, die stark der Entwicklung des Marktes folgen. Als weitere Trends werden die zunehmende Nachfrage nach kundenspezifischen Lösungen, die Öffnung der Distributionskanäle sowie die höheren regulatorischen Anforderungen genannt.

Herausforderungen bei der Portfolio-Konstruktion

Das Referat von Prof. Dr. James Sefton (Imperial College London) ging auf neue Entwicklungen bei der Portfolio-Konstruktion ein. Die traditionellen Ansätze der Rendite-Risiko-Optimierung leiden unter instabilen Portfoliogewichten und zu hohen erwarteten Renditen. James Sefton stellte verschiedene Ansätze vor, wie die temporale Instabilität der Portfoliogewichte reduziert werden kann. Auch dynamische Ansätze zur Portfolio-Konstruktion wurden besprochen. Aus Sicht des Praktikers befasste sich anschliessend David King (Schroder Investment Management) mit der Portfolio-Konstruktion. King zeigte, wie mit dem ganzheitlichen Konzept der Bank die Anlageziele des Investors optimal erreicht werden können. Zentral sind dabei die Prognose der Entwicklung des Portfoliowertes und Stress Tests.

Das vom Center of Competence Finance Zurich (CCFZ) und der Bank Schroder & Co gemeinsam organisierte Forum hat zum Ziel, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern.

Arbitrage mit No-Arbitrage-Modellen

In den vergangenen Jahren haben sich No-Arbitrage-Modelle zur Bewertung von Finanzinstrumenten stark entwickelt. In seinem Referat zeigte Prof. Dr. Liuren Wu (City University of New York) auf, wie diese nicht nur für die Bewertung von Finanzinstrumenten verwendet werden können, sondern auch um Arbitrage zu betreiben. Dazu wird die Bewertung eines derivativen Finanzinstruments in zwei Komponenten aufgeteilt. Die erste Komponente umfasst die systematischen Risiken, während die zweite die Residuen der Bewertung beinhaltet, die von kurzfristigen Liquiditätsschocks und Marktverzerrungen herrühren. Durch die Dekomposition ist es möglich, Portfolios zu bilden, welche immun gegen systematische Risiken sind, aber kurzfristige Möglichkeiten zur Arbitrage eröffnen.

Patrick Haas ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich.