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16.09.2008Zellbiologie

So dass es auch die Grossmutter versteht

Michael Hengartners Forschung stösst in vielen Disziplinen auf Interesse.

Sascha Renner

Michael Hengartner

Michael Hengartners Forschung stösst in vielen Disziplinen auf Interesse. (Bild: Frank Brüderli)

«Meine Doktoranden sollen so schreiben, dass es auch ihre Grossmutter versteht.» Keine Frage: Michael Hengartner, Professor für Molekularbiologie, weiss sich prägnant auszudrücken. Eine zugängliche Sprache erachtet er auch beim Schreiben für Fachzeitschriften als essenziell, denn er ist überzeugt: «Ein oft zitiertes Paper ist nicht nur nützlich, es ist auch leserlich geschrieben und hat eine gute Story.» Sonst lege man es rasch wieder weg. Übersichtartikel böten in der Darstellung mehr Freiheit, weswegen er sie als Autor schätze.

Aber Hengartners Artikel sind nicht bloss der Sprache wegen Zitationsrenner. Sein Fachbereich, der programmierte Zelltod (Apoptose), begann Anfang der Neunzigerjahre über Nacht wie ein neuer Stern am Forschungshimmel zu leuchten – ein boomendes Feld, in dem sich Hengartner in eine Pole Position gebracht hatte, dank Arbeiten unter dem späteren Nobelpreisträger Robert Horvitz und Kenntnis des Modellorganismus C. elegans.

2001 veröffentlichte er einen Übersichtsartikel in «Trends in Cell Biology», der das gesamte aktuelle Wissen zur Apoptose zusammenfasste. Auch Forscher anderer Fachrichtungen, vor allem der Medizin, begannen sich nun für das Thema zu interessieren, da die Apoptose bei vielen Krankheiten – u.a. Krebs und Parkinson – eine entscheidende Rolle spielt. Der Artikel erhielt grosse Beachtung. Gerade für Forschende aus Nachbardisziplinen seien Reviewartikel die bevorzugte Informationsquelle, so Hengartner. Verständlich, vergegenwärtigt man sich, dass allein im Jahr 2000 unvorstellbare 9000 Artikel zur Apoptose veröffentlicht wurden.

Kaufmann SH, Hengartner M: Programmed Cell Death: Alive and Well in the New Millennium. In: Trends in Cell Biology, Vol. 11, 2001.

Sascha Renner ist Redaktor des unijournals

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