Fahren Sie zum Hauptbahnhof Zürich und begeben Sie sich auf die spannende Reise zum Ursprung des Lebens! Entdecken Sie dabei, auf welchem Ast des Lebensbaums wir sitzen. Vom 4. bis 6. September findet in der Bahnhofshalle eine grosse Ausstellung zum «Baum des Lebens» statt.
KommentarKommentareMarita Fuchs

Interessante evolutionäre Ereignisse sind in der Ausstellung spielerisch umgesetzt und ausführlich mit Text, Bild, Audio und Video erklärt. Beim Vorbeischlendern am Baum des Lebens erhalten die Passantinnen und Passanten nicht nur einen Einblick in die ungeheure Vielfalt, sondern auch in die Einheit alles Lebendigen, das sich vor ungefähr 3,5 Milliarden Jahren zu entwickeln begann.

Vom Ursprung und Aussterben der Arten
Die Reise beginnt mit dem Ursprung des Lebens und der Frage, wie unser letzter gemeinsamer Vorfahre entstanden ist. Verschiedene Hypothesen werden vorgestellt: Man erfährt, dass die ursprüngliche Atmosphäre einen extrem geringen Sauerstoffgehalt aufwies und die frühesten Organismen demnach anaerob (luftunabhängig) gewesen sein müssen. Vor drei Milliarden Jahren nahm dann durch die photosynthetische Aktivität von Cyano- und anderen Bakterien der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre beachtlich zu.
Vor Ort: Galapagos-Riesenschildkröten, Gelbbauchunken
Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können die wichtigsten evolutiven Ereignisse kennenlernen. Sie führen entweder zu den Metazoa (Tieren) oder zu den Chlorophyta (Grünen Pflanzen). Zu Sehen sind auch die ältesten Fossilien multizellulärer Tiere, die etwa 640 Millionen Jahre alt sind. Auch viele lebende Tiere werden zu bestaunen sein. Sie dokumentieren ebenfalls wichtige Evolutionsschritte. So treffen Besucher auf die Galapagos-Riesenschildkröte ebenso wie auf die kleine chinesische Gelbbauchunke.
Auch wenn die Vielfalt des Lebens kaum fassbar erscheint, vermittelt die baumartige Visualisierung im Hauptbahnhof einen guten Überblick über die Evolution. Zusätzlich soll die Ausstellung auf die Fragilität unserer Umwelt aufmerksam machen. Was führt zum Massenaussterben? Wann und warum wurden innerhalb der Evolution neue Weichen gelegt? Wo steht der Mensch in diesem Evolutionsgeschehen? Und – was unterscheidet ihn von anderen Lebewesen?

Auf Darwins Spuren
Die Ausstellung wurde anlässlich des Darwin-Jahres 2009 von der Universität Zürich und von der ETH Zürich zusammen mit Life Science Zurich konzipiert.
Besucherinnen und Besucher erhalten deshalb auch Informationen zu Darwins Schaffen und zu wissenschaftlichen Begriffen, die in der Evolutionstheorie heute gang und gäbe sind. Experten der verschiedenen naturwissenschaftlichen Richtungen beantworten Fragen. Anhand einer kleinen Broschüre kann man sich weiter ins Thema vertiefen.
Ausstellung «Der Baum des Lebens: Vielfalt und Einheit» in der Halle des Hauptbahnhofs Zürich:
Freitag, 4. September 2009, 8 bis 22 Uhr
Samstag, 5. September 2009, 10 bis 24 Uhr
Sonntag, 6. September 2009, 10 bis 20 Uhr
Eintritt frei
Eine Begleitbroschüre führt Besucherinnen und Besucher mit kurzen Texten und Bildmaterial durch die verschiedenen Etappen der Evolution und erleichtert die Orientierung am Baum des Lebens. Die Texte, in deutscher und englischer Sprache, wurden von Forscherinnen und Forschern der Universität Zürich und der ETH Zürich verfasst.
Am 4. und 5. September findet im Rahmen des Darwin-Jahres ein Interdisziplinäres Symposium zum Thema: «Darwin in Science and Society – An interdisciplinary Symposium» statt.
Wir möchten Sie auch auf die Lange Nacht der Museen aufmerksam machen: Die Museen der Universität Zürich haben auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

