Koetser-Preis für Psychologe John Bargh
Der diesjährige Preis der Betty und David Koetser Stiftung für Hirnforschung geht an John Bargh, Professor für Psychologie an der Yale University (USA). Er wird ausgezeichnet für seine Forschung, die aufzeigt, wie auch unbewusste Einflüsse das menschliche Handeln steuern.
KommentarKommentareFritjof Helmchen

Wer auf einem harten Stuhl sitzt, nimmt bei Verhandlungen auch eher eine harte Haltung ein. Ein warmes Getränk in der Hand sorgt dagegen für eine warme Atmosphäre bei der Arbeitsbesprechung. Dass auch unbewusste physische Sinneseindrücke unsere Grundhaltung beeinflussen, konnte der US-Psychologe John Bargh in seinen Untersuchungen mit Probanden nachweisen.
Für seine Forschung zu solch unbewussten Einflüssen, die menschliches Verhalten und soziale Interaktionen mitsteuern, wurde John Bargh der diesjährige Preis der Betty und David Koetser Stiftung für Hirnforschung verliehen. Im Rahmen der Preisübergabe berichtete Bargh Ende November an einer Veranstaltung am Zentrum für Neurowissenschaften Zürich (ZNZ) über seine Forschung.
Seine Arbeiten belegen, dass tieferliegende Prozesse in unserem Gehirn, die sich unserem Bewusstsein weitgehend entziehen, messbaren Einfluss ausüben. Wie sich allerdings das Bewusstmachen solcher Einflüsse auf das Verhalten auswirkt und inwiefern Automatismen ausgeschaltet oder kontrolliert werden können, bleibt grösstenteils noch offen.
Die Betty
und David Koetser Stiftung wurde 1993 gegründet und unterstützt in erster Linie
klinische Forschung und Grundlagenforschung in Neurologie und Neurobiologie an
der Universität Zürich. Zudem verleiht sie jährlich einen mit 20'000 Franken
dotierten Preis für herausragende Arbeiten in der Hirnforschung.
Zur Person
John Bargh war nach seiner Ausbildung an den Universitäten von Michigan und Illinois bis 2003 als Professor an der New York University (NYU) tätig. Seither ist er Professor für Psychologie und Kognitionswissenschaften an der Yale University. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt John Bargh bereits mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Max-Planck-Forschungspreis und die Ehrendoktorwürde der Universität Nijmegen (Niederlande).






