«Nicht schimpfen, sondern mitgestalten»
Im Stiftungsrat sollten nicht nur Fachspezialisten Einsitz nehmen, sondern auch ganz gewöhnliche Versicherte, findet Peter Meier.
KommentarKommentareDavid Werner

Als Peter Meier unmittelbar nach seinem Studium seine erste Lohnabrechnung erhielt, erschrak er über die hohen Abzüge. Empört wandte sich der damals Sechsundzwanzigjährige an seinen Personalchef – und bekam zum ersten Mal das Wort «Pensionskasse» zu hören. Seither beschäftigt ihn das Thema.
Peter Meiers Motivation, BVK-Stiftungsrat zu werden, ist ein rein persönliches Interesse am Thema Berufsvorsorge. Statt bloss zu schimpfen und zu kritisieren, wolle er die Zukunft der BVK mitgestalten. Nicht als Finanzspezialist oder Jurist, sondern als Betroffener. «Ich bin einer, der sich getraut, auch einmal quer, unabhängig und nonkonformistisch zu denken», sagt er von sich.
Gewohntes hinterfragen
Karrierevorteile verspricht er sich nicht – in seinem beruflichen Tätigkeitsfeld nützt ihm sein Engagement für Fragen der Altersvorsorge kaum etwas. Peter Meier ist seit 2008 als Projektleiter in der Abteilung Bauten und Investitionen der UZH zuständig für gebäudetechnische Installationen wie Heizungs-, Lüftungs-, Klima-, Telefon- und EDV-Anlagen. Zudem achtet er als Energieverantwortlicher darauf, dass an der UZH die Energie effizient eingesetzt wird.
Als BVK-Stiftungsrat, sagt Meier, würde er zunächst einmal Gewohntes und Eingefahrenes hinterfragen. «Ich möchte einfach einmal hören, warum bestimmte Dinge in der BVK so laufen müssen, wie sie laufen – und warum man es nicht auch mal anders machen könnte.» Warum zum Beispiel, fragt er sich, sollte es nicht eines Tages möglich sein, dass die BVK auch in Universitätsgebäude investiert und Büros, Labors oder Studierendenwohnungen baut?
Flexiblere Lösungen erwünscht
Dass die BVK, wie im Sanierungspaket vorgesehen, möglichst rasch wieder einen Deckungsgrad von 100 Prozent erreicht, hat für Peter Meier nicht erste Priorität. Wichtiger ist ihm, dass die Aktivversicherten mit möglichst geringen Sanierungsbeiträgen belastet werden. Zudem wünscht er sich eine Pensionskasse, die flexibler auf die unterschiedlichen Lebensentwürfe der Versicherten eingeht. «Der Zeitpunkt, wann, wie und zu welchem Zweck wir unser Erspartes wieder aus der Kasse herauslösen, sollte individueller bestimmt werden können», findet er.
Meier befürwortet, dass die UZH vorerst bei der BVK bleibt. «Mittelfristig sollte man jedoch auch andere Optionen prüfen.» Am liebsten wäre ihm ein Modell, bei dem die Pensionskasse nicht an den Arbeitgeber gekettet wäre, sondern die Mitarbeitenden sich ihre Kasse selbst aussuchen könnten. Wer eine offensive Anlagepolitik bevorzugt, könnte zur einen Kasse gehen, wem eine solide Finanzierung lieber ist, zur anderen. «Meinen Arzt und meine Krankenkasse kann ich ja auch selbst wählen – warum also nicht auch die Pensionskasse?»






