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22.11.2012
Rätselauflösung

Tückische Schnorchel

Vor einer Woche fragten wir unsere Leserinnen und Leser, warum es keine Schnorchel zu kaufen gibt, die länger als 35 cm sind. Lesen Sie hier die Auflösung des Rätsels. 

KommentarKommentare

Marita Fuchs

Schnorcheln
Besser mit kurzen Schnorchel Wasserwelten erkunden. (Bild: wikipedia)
Liebe Leserinnen und Leser

Wir haben zahlreiche Zusendungen auf unsere Rätselfrage erhalten.
Herzlichen Dank dafür. 

Gewonnen hat: Jean Schmidlin

Er erhält einen Gutschein für eine Schwimmbrille mit Schnorchel.

Hier des Rätsels Lösung.

Unsere Frage: 

Schnorchel, die man kaufen kann, sind in der Regel nicht länger als 35 cm. Schade – wenn man schnorchelt, möchte man sich ja nicht nur an der Wasseroberfläche aufhalten. Ein längerer Schnorchel, als die im Handel erhältlichen wäre also sehr nützlich. Warum gibt es keine Schnorchel in einer Länge von 60 cm oder mehr?

Die Antwort von Erich Russi, Professor für Pneumologie: 

Ein Schnorchel hat einen Innendurchmesser von ca. 2 cm. Der Innendurchmesser ist niemals kleiner, damit der Widerstand für die Atmung – die ja beim Schnorchel-Schwimmen gesteigert werden muss – nicht zu stark ansteigt. Nun kann man das Volumen ausrechnen, das ein Schnorchel hat. Wenn ich nicht falsch gerechnet habe, ergibt dies ein Volumen von 125 ml. Dieses Volumen nennt man einen Totraum, da die Luft darin steht. Die stehende Luft kann nur durch vertiefte Atemzüge  ausgetauscht werden. Mit längerem Schnorchel nimmt natürlich der Totraum zu und irgendwann geht es nicht mehr, so dass man nur noch verbrauchte Luft einatmet.

Entscheidend ist aber die Differenz zwischen dem Druck in den Lungenkapillaren (normaler Kapillardruck + Druck entsprechend der Wassersäule/Eintauchtiefe) und dem Druck in den Alveolen (Lungenbläschen). Letzterer entspricht bei Schnorchelatmung dem Druck über dem Wasserspiegel. Damit herrschen Verhältnisse wie bei einem Menschen bei Herzversagen. Es treten Wasser und Elektrolyte in die Lungenbläschen ein – und man erstickt!

Mehr zu den Gefahren des Tauchens im Artikel «Der Sog der Tiefe» von letzter Woche.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News