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ScienceMatters – Neue Open Access-Publikationsplattform

30. Dezember 2015 | HBZ | Keine Kommentare |

English Version below

Vor kurzem nahm die neue Publikationsplattform „ScienceMatters“ ihren Betrieb auf. Gegründet wurde diese Plattform vom UZH-Systembiologen Lawrence Rajendran, der mit dem bisherigen Publikationswesen nicht zufrieden ist, weil …

  • die Ergebnisse oftmals nicht mehr reproduzierbar sind oder oft gar nicht publiziert werden, weil sie nicht innovativ oder relevant genug für etablierte Journals sind.
  • die wissenschaftlichen Grossverlage keine Teilbefunde publizieren wollen, sondern sich auf die Publikation von „grossen Stories“ beschränken. Aus diesem Grund lautet das Motto von ScienceMatters: „Geschichten können warten – die Wissenschaft nicht“.

Link zu ScienceMatters
UZH News-Artikel
Artikel in Science
Artikel in Vox News

Es geht im Kern von ScienceMatters darum, dass auch kleinere wissenschaftliche Zwischenresultate durch ein triple-blind Peer-Reviewverfahren schnell und ohne Druck online publiziert werden können. Man müsse nicht auf das Endergebnis fertiger Studien warten, was oft jahrelange Arbeit nach sich zieht. Die Publikationen von mehreren Einzelbefunden können wiederum von anderen Forschenden schneller aufgegriffen, verglichen, überprüft und nachgenutzt werden. Allfällige Muster können so schneller gefunden werden. Hinzu kommt, dass diese Zwischenergebnisse meist ohne „Bias“, also der Voreingenommenheit durch die Erwartung, eine komplette Hypothese belegen zu müssen, publiziert und interpretiert werden können. Mit Sciencematters startet damit eine neue, innovative Publikationsplattform.

Das Wichtigste von ScienceMatters in Kürze:

  • Die Publikationen durchlaufen ein triple-blind Peer-Reviewverfahren.
  • Neben den Reviews werden auch die Forschungsdaten samt Methoden und Beschreibungen frei zugänglich publiziert.
  • Eine Kommentarfunktion ermöglicht direkte Rückmeldungen auf Forschungsergebnisse durch andere Forschende.
  • Die bereits publizierten Datensätze können jederzeit durch neuere Erkenntnisse ergänzt werden.
  • Die Publikation von Forschungsergebnissen kostet 150 $ und soll auch für Forschende in Entwicklungsländern attraktiv sein.
  • Reviewer und Editoren erhalten für Ihre Arbeit Honorare, was ein absolutes Novum darstellt. Die etabilierten Grossverlage bezahlen weder den Forschenden noch den Reviewern für ihre Tätigkeiten und stecken den gesamten Gewinn selbst ein.
  • Finanziell unterstützt wird die Plattform von der Velux Stiftung, wobei weitere Zuwendungen sehr willkommen sind.

Im 20-köpfigen Scientific Advisory Board Beirat unter der Leitung des Nobelpreisträgers Thomas Südhof (Stanford University) sitzen von UZH Seite neben dem Rektor Michael Hengartner auch der frühere Prorektor Daniel Wyler sowie Prof. Richard Hahnloser und Prof. George Lake. Im Editorial Board sind neben dem UZH-Wissenschaftler Prof. Adriano Aguzzi noch einige weitere Forschende vertreten.

Wie sich diese innovative Publikationsplattform entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Es ist jedenfalls ein neues, frisches Modell, das weit über das bisher bekannte Open Access Publikationssystem hinausgeht.

Wir wünschen Lawrence Rajendran viel Glück und Erfolg mit seinem innovativen ScienceMatters.


++ English Version ++

ScienceMatters – New Open Access publishing platform

Recently the new and innovative publishing platform „ScienceMatters“ has launched. This platform was founded by the UZH system biologist Lawrence Rajendran who is not satisfied with the recent publication system.

  • The results are often not reproducible and are often not published, because they are not innovative or relevant enough for established journals.
  • The major scientific publishers do not want to publish any partial observations, but are limited to „big stories“. For this reason the motto of Science Matters: „Stories can wait. Science can´t“.

Link to ScienceMatters
UZH News-article
Article in Science
Article in Vox News

In the core ScienceMatters publishes single observations within two weeks after conducting a triple-blind peer review process. Therefore the publication time will be shortened whilst the publication of final finished studies can last many years. The publications of several individual results can be taken up by other researchers more quickly, can be compared, checked and re-used again. Any pattern can be found more quickly. Moreover, these intermediate results will be published usually without „bias“, thus, without expectations of having to provide a complete hypothesis.

The most important facts of ScienceMatters in brief:

  • The publications go through a triple-blind peer review process.
  • In addition to the reviews, the research data including methods and descriptions are published freely accessible.
  • A comment function enables direct feedback on research results by other scientists.
  • The published data sets can always be supplemented by more recent findings on an ongoing basis.
  • The publication of research results will cost $ 150 and should be attractive to researchers in developing countries.
  • A novelty of this concept is that the reviewers and editors get paid for their work. The major publishing houses neither pay the researchers nor the reviewers for their work and they therefore earn a lot of money.
  • The platform is supported financially by the Velux Foundation. Additional donations are very welcome.

The Scientific Advisory Board is chaired by the Nobel laureate Thomas Südhof (Stanford University). From UZH side the Rector Michael Hengartner, the former vice-rector Daniel Wyler, Prof. Richard Hahnloser and Prof. George Lake are in the Board as well. Prof. Adriano Aguzzi represents the UZH in the Editorial Board besides a lot of other researchers.

The development of this new platform is unknown and we will keep an eye on that. Anyway, it’s a fresh new model that goes far beyond the current known Open Access publishing system.

Good luck and all the best for Lawrence Rajendran with his innovative ScienceMatters.

Abgelegt unter: AllgemeinOpen Access


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