Blog der Hauptbibliothek

Neuerscheinung: Fallzahlberechnung in der medizinischen Forschung von M. Kieser

23. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Dieses kurze, neu erschienene Buch nimmt sich dem Problem der Fallzahlberechnung in der medizinischen Forschung an. Es geht sowohl auf normalverteilte (z-Test, t-Test, Kovarianzanalyse) wie auch auf binäre Endpunkte (Chi-Quadrat-Test, Fisher-Boschloo-Test) ein, und Methoden zur Fallzahlberechnung werden hergeleitet und anhand von zwei Beispielstudien erläutert

Wichtiger Hinweis: Der Zugang zum E-Book ist nur innerhalb des UZH-Netzes möglich. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Abgelegt unter: E-BookNeu im BestandTipps für Ärzte und MTTB-Berufe

Hirnanatomie und Rassismus

17. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Bis ins 20. Jahrhundert wurden an europäischen Universitäten Gehirne vermessen. Wissenschaftler suchten fieberhaft nach anatomischen Hinweisen für die Überlegenheit der weissen Rasse. In der historischen Sammlung der Hauptbibliothek findet sich ein frühes Beispiel dieser langen Tradition. Das unscheinbare Bändchen trägt den Titel Das Hirn des Negers mit dem des Europäers und Orang-Outangs verglichen und wurde 1837 vom bekannten Heidelberger Anatomen Friedrich Tiedemann (1781-1861) veröffentlicht.

Tiedemann wurde durch die Debatten im britischen Parlament zur Abschaffung der Sklaverei zu seinen Forschungen angeregt. Als Liberaler unterstützte er die Emanzipation der Sklaven und stellte die damals in der Wissenschaft weit verbreite Ansicht in Frage, dass Schwarze den Affen verwandtschaftlich näher ständen als Weisse. Sein Vorgehen war aufwändig. Für frühere Studien hatte er bereits Gehirne und Schädel von Europäern vermessen. Von seinem Sohn – ebenfalls ein Anatom – erhielt er ein in Weingeist eingelegtes Gehirn eines in Deutschland an den Pocken verstorbenen Schwarzen. Dieses Hirn wog und sezierte er sorgfältig. Tiedemann prüfte auch Unterschiede der Nervendicke und des Rückenmarks. In einer anatomischen Sammlung in Paris fand er weitere drei in Weingeist konservierte Gehirne von Afrikanern, die er als Vergleich hinzuzog. Zusätzlich zu den Gehirnen vermass er den Innenraum von Schädeln. Dazu griff er auf sein europäisches Netzwerk zurück. Er vermass mehrere hundert Schädel verschiedenster Herkunft aus anatomischen Sammlungen in ganz Europa – neben Afrikanern und Europäern verschiedenster Herkunft auch zahlreiche Asiaten und amerikanische Ureinwohner. Die Messungen führte er entweder selber durch oder liess sie durch die Kollegen nach seinen Vorgaben ausführen. Schliesslich verglich er die Resultate mit zwei Gehirnen von Orang-Utans.

Das Resultat erstaunt aus heutiger Sicht nicht. Tiedemann fand keine Ähnlichkeiten zwischen Afrikanern und Affen. Er stellte vielmehr fest, dass sich das Gehirn von Europäern und Afrikanern in Grösse und Gestalt nicht wesentlich unterscheidet. Tiedemann scheute sich nicht, aus seinen Erkenntnissen auch politische Schlüsse zu ziehen. Er verurteilte die Unterwerfung von Afrikanern als Sklaven aus wissenschaftlicher Sicht und argumentierte, die von anderen Anatomen und Naturhistorikern seiner Zeit festgestellten Unterschiede zwischen Afrikanern und Europäern in Intelligenz und Moral, seien nicht Veranlagung, sondern auf die Verhältnisse in der Sklaverei zurückzuführen. Die Studie von Tiedemann wurde noch viele Jahrzehnte referenziert. Längerfristig konnte er sich aber nicht durchsetzen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte sich die biologische Anthropologie an den europäischen Universitäten. Das Vermessen von Schädeln und anderen Knochen erlebte eine Hochkonjunktur. Rassentheorien wurden auch gesellschaftlich breit diskutiert und hielten sich bis weit ins 20. Jahrhundert – gerade in Deutschland mit fatalen Folgen für die Betroffenen.

E-book zum Thema: Der falsch vermessene Mensch / Stephen Jay Gold

Abgelegt unter: HBZ – Medizin CareumHBZ – NaturwissenschaftenMedizingeschichte

Neu im Bestand: Care Home Stories

16. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Die Autorinnen setzen sich mit den Stereotypen, die über Langzeiteinrichtungen für ältere Menschen vorherrschen, auseinander. Welche Geschichten erzählen die Mitarbeiter, die Bewohner und die Besucher darüber? Warum sind sie häufig so entmutigend?

Eine ausführliche Rezension von Prof. Dr. Herman Brandenburg finden Sie hier.
Sie können das Buch online reservieren und in der HBZ – Medizin Careum ausleihen.

Abgelegt unter: HBZ – Medizin CareumNeu im BestandTipps für Ärzte und MTTB-Berufe

Kennen Sie SciFinder?

14. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

SciFinder ist ein unerlässliches Tool für alle, die an wissenschaftlicher Information in der Chemie oder in angrenzenden Wissenschaften interessiert sind. Es ermöglicht nicht nur die Suche nach einem bestimmten Thema, sondern auch nach chemischen Strukturen, Strukturfragmenten, CAS-Nummern, und vielen weiteren Kriterien wie z.B. physikalischen Eigenschaften. So finden Sie wissenschaftliche Publikationen oder auch Substanzen und Reaktionen, sowie viele weitere praktische Informationen in der grössten, täglich aktualisierten chemischen Datenbank.
Um SciFinder nutzen zu können, ist eine einmalige Anmeldung mit der UZH-Mailadresse nötig.
Bei weiteren Fragen zu SciFinder melden Sie sich bei der Hauptbibliothek: naturwissenschaften@hbz.uzh.ch

Abgelegt unter: Gut zu wissenHBZ – NaturwissenschaftenTipps für ForschendeTipps für Studierende

Freie Plätze: CINAHL, AMED und psychologische Datenbanken

13. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Am Dienstag, 20. März 2018  findet ab 17 Uhr in der Hauptbibliothek – Medizin Careum der Kurs CINAHL, AMED und psychologische Datenbanken statt.
In diesem Kurs erhalten Sie eine Einführung in die Literaturdatenbank CINAHL (Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature), AMED  (the Allied and complementary medicine database) und diverse psychologische Datenbanken.

Es hat noch freie Plätze, die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten.

Abgelegt unter: HBZ – Medizin CareumKurse und Veranstaltungen

Die Zeitschrift „Studies in Communication Sciences“ wechselt vom Verlag Elsevier zur Hauptbibliothek der Universität Zürich und wird Open Access

7. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Studies in Communication Sciences (SComS) ist eine internationale Zeitschrift und wird gemeinsam von der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft (SGKM) und der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Università della Svizzera italiana (USI Lugano) herausgegeben. Seit 2012 erschien sie als subskriptionspflichtiges Journal beim Verlag Elsevier. Ab Ausgabe 17/1 wird SComS nun mit freiem Zugang (Open Access) auf der Publikationsplattform HOPE (Hauptbibliothek Open Publishing Environment) der Universität Zürich veröffentlicht (http://www.hope.uzh.ch/scoms). Parallel dazu wird sie in gedruckter Form vom Schweizer Verlag Seismo vertrieben (https://www.seismoverlag.ch/de/zeitschriften/studies-in-communication-sciences/).

Ein Artikel in der Newsplattform UZH News der Universität Zürich beschreibt Hintergründe und Bedeutung der Umstellung: http://www.news.uzh.ch/de/articles/2018/Hope-Plattform.html.

Es folgen einige Aussagen zum Wechsel von Studies in Communication Sciences zu Open Access.

Sara Greco, Università della Svizzera italiana, Faculty of Communication Sciences, SComS Editorin: „Mit dem Wechsel zur Zürcher HOPE-Plattform stärkt SComS die Zusammenarbeit zwischen ihren Herausgebern: der Università della Svizzera italiana und der SGKM. SComS ermöglicht den nationalen und internationalen Austausch, um Kommunikation als Phänomen interdisziplinär aus verschiedenen, komplementären Perspektiven zu erforschen. Das Open Access-Modell von HOPE ist wichtig für uns, weil es Erkenntnisse aus der Kommunikationsforschung für jede und jeden offen zugänglich macht. Mit der Entriegelung erleichtern wir es wissenschaftlicher Forschung, ihrer Bedeutung für die Gesellschaft gerecht zu werden“.

Thomas Häussler, Universität Bern, Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft, SComS Editor: „Der Wechsel von einem kommerziellen Verlag auf die HOPE-Plattform ist für SComS ein grosser Schritt, weil wir uns damit grundlegend neu im Markt positionieren. Die Zusammenarbeit mit HOPE bedeutet für uns, dass wir unsere Vorstellungen eines wissenschaftlichen Periodikums genauso umsetzen können, wie wir es für die heutige Zeit angemessen halten – nämlich als vollwertige („platinum“) Open-Access Zeitschrift. Damit ermöglichen wir es den Autorinnen und Autoren, in einer peer-review Zeitschrift zu publizieren und ihre Artikel unentgeltlich und ohne jegliche Beschränkung einem weltweiten Publikum zugänglich zu machen. Gerade als kommunikationswissenschaftliche Zeitschrift ist es für uns enorm wichtig, dass wir bei dieser Entwicklung vorne mit dabei sind.“

Sébastien Salerno, Université de Genève, Medi@lab-Genève, SComS Editor: „Open Access ist eine grosse Chance für die Wissenschaften. Damit Open Access an Bedeutung gewinnt, müssen Open Access-Journals den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Vorteile vermitteln: Keine Kosten für Autorinnen und Autoren noch für Leserinnen und Leser, einfacher Zugriff auf aktuelle und archivierte Artikel, effiziente Publikationsverfahren. Das Ziel liegt darin, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von unnötigen Recherche- und Publikationsaufwand zu entlasten, damit sie sich verstärkt ihren Kernaufgaben widmen können. Mit dem Wechsel zu HOPE möchte SComS zu dieser positiven Entwicklung beitragen.“

Philipp Bachmann, Universität Zürich, IPMZ, SComS Journal Manager: „Die grossen Fachverlage verlangen von den Universitäten und ihren Bibliotheken ständig steigende Subskriptionsgebühren, damit deren Mitglieder Zugang zur wissenschaftlichen Information erhalten. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass bei den grossen Verlagen die Kosten und Leistungen in keinem Verhältnis mehr stehen. Zum Beispiel hatten wir als Journal, das Artikel in englischer, deutscher, französischer und italienischer Sprache veröffentlicht, in der Vergangenheit einige Probleme mit dem Lektorat und Layout. Unser Wechsel zum Open Access-Modell von HOPE war daher nur folgerichtig. Mit der HOPE-Plattform und dem Seismo-Verlag haben wir zwei starke, professionelle Partner aus Zürich, um SComS als hochwertige peer review Zeitschrift herauszugeben.“

Gabriele Siegert, Prorektorin Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Zürich: „Als Prorektorin der UZH und als ehemalige SGKM-Präsidentin begrüsse ich die Kooperation zwischen unserer Hauptbibliothek und SComS sehr. Die Universität Zürich hat die Relevanz von Open Access frühzeitig erkannt und zum strategischen Ziel erklärt. Wir ermuntern und unterstützen die Forschenden, ihre wissenschaftlichen Artikel Open Access zu publizieren, doch nicht immer ist auch ein geeignetes Journal vorhanden. Für die Kommunikationswissenschaft und Medienforschung bietet fortan SComS die Möglichkeit, kostenfrei Open Access zu publizieren. Dies ist nicht nur im Interesse der Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Leser, sondern auch im Interesse der Universitäten, die dadurch nicht zuletzt viele Kosten sparen können.“

Christian Fuhrer und André Hoffmann, Hauptbibliothek der Universität Zürich: „Wir freuen uns, dass mit SComS eine etablierte und hochkarätige Zeitschrift von einem Grossverlag zu unserer Publikationsdienstleitung HOPE wechselt und Open Access wird. Dies zeigt, dass bei Herausgebern und Forschenden ein Bedürfnis nach einem solchen forschungsnahen Publikationsmodell vorhanden ist und bestärkt uns im Bestreben, HOPE weiter zu etablieren. Der Übergang zu alternativen Veröffentlichungsformen ist auch im Sinn der nationalen Open Access-Strategie von swissuniversities.“

Abgelegt unter: Open Access

Weitere Zeitschriften online verfügbar

6. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Folgende Zeitschriften aus den Bereichen Medizin und Naturwissenschaften stehen neu online zur Verfügung:

Allergy and Asthma Proceedings
British Journal of General Practice (BJGP)
Current Topics in Medicinal Chemistry
Fachzeitschrift für geriatrische und gerontologische Pflege : GGP
Journal of Wrist Surgery

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Umfrage an der UZH: Open Access findet Zustimmung

5. März 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Die Forscherinnen und Forscher der UZH begrüssen den Wechsel hin zu Open Access, durch den wissenschaftliche Arbeiten öffentlich und gratis zugänglich sind. Rund die Hälfte publiziert bereits auf diese Weise. Dies zeigt eine detaillierte Umfrage der Hauptbibliothek der UZH, die nebst den positiven Ergebnissen auch Informationsbedarf ortet.

–> Mehr Informationen zur Umfrage auf UZH News: http://www.news.uzh.ch/de/articles/2018/Open-Access.html
–> Befragung zu Open Access an der Universität Zürich, Gesamtbericht

Abgelegt unter: Open Access

Gesucht: Fachfrau/-mann I+D (60-90%)

28. Februar 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Die Hauptbibliothek sucht per 1. Mai 2018 eine(n) Fachfrau/Fachmann Information und Dokumentation für den Einsatz in einem Bibliotheksintegrationsprojekt auf dem Campus Irchel.

Der Aufgabenbereich umfasst

  • Vorbereitung naturwissenschaftlicher Zeitschriften für die Auslagerung in die Kooperative Speicherbibliothek Schweiz
  • Überprüfung des monographischen Bestands auf Dubletten
  • Katalogisierung von älteren Beständen (bis 1988) nach RDA in ALEPH
  • Ausleihe und Beratung an der Informationstheke gemäss Einsatzplan

Interessiert? Details dazu finden Sie in unserer Stellenausschreibung.

Abgelegt unter: HBZ – Naturwissenschaften

ZORA mit Dimensions Badges

28. Februar 2018 | HBZ | Keine Kommentare

Auf der Detailseite einer Publikation zeigt ZORA nun die Anzahl der Zitate aus der Forschungsplattform Dimensions in einem Badge an.
Beispiel: https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/75354/
Fährt man mit der Maus über den Badge, werden weitere Zitationsmetriken aufgeführt: Die Anzahl der Zitationen, die die Publikation in den letzten zwei Jahren erhalten hat, die Field Citation Ratio FCR, welche die relative Zitierleistung einer Publikation im Vergleich zu ähnlich alten Publikationen aus dem gleichen Forschungsgebiet misst, und die vom NIH propagierte Relative Citation Ratio RCR, die aber nur für biomedizinische Publikationen aussagekräftig ist und von Experten in der Bibliometrie für verschiedene Schwächen kritisiert wird (siehe bspw. Janssens et al. (2017), PLOS Biology 15(10): e2002536, https://doi.org/10.1371/journal.pbio.2002536 .
Anklicken des Badges führt auf eine Seite von Dimensions, auf der weitere Zitationsanalysen – zum Beispiel die Verteilung der Zitate nach Fachgebieten – für die Publikation erkundet werden können.
Die Badges werden von ZORA unter der Voraussetzung angezeigt, dass die Publikation einen DOI oder eine PubMed Id besitzt, in Dimensions verzeichnet und bereits zitiert worden ist.

Abgelegt unter: Open Access