Weiterbildung: Blog Wissenschaftliches Lehren und Forschendes Lernen

Lehrprojekte im CAS Hochschuldidaktik

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen in der Online-Lehre

4. April 2018 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Sibylle Marti, Historisches Seminar, Universität Zürich / FernUniversität Hagen:

Der vermehrte Einsatz von E-Learning-Angeboten bzw. Online-Lehre wird unter dem Stichwort der Digitalisierung der Lehre zur Zeit nicht nur an Fern-, sondern auch an Präsenzuniversitäten intensiv diskutiert. Als Dozentin an der FernUniversität Hagen bin ich mit der Konzipierung und Umsetzung von Online-Kursen befasst. Vor diesem Hintergrund soll das vorliegende SoTL-Projekt dazu beitragen, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen zu identifizieren, die für die Entwicklung von eigenen Lehr- und Lernsettings in der Online-Lehre fruchtbar gemacht werden können. Um Gelingensbedingungen und Stolpersteine im E-Learning zu eruieren, wurde zum einen die einschlägige Literatur gesichtet. Zum anderen wurden mit fünf Expertinnen und Experten Interviews geführt, die sich entweder als Dozierende mit der Durchführung und Betreuung von E-Learning-Angeboten beschäftigen oder in diesem Bereich in der medientechnischen und mediendidaktischen Beratung tätig sind. Im Zentrum der Untersuchung stehen Fragen nach den Erfolgsfaktoren und Herausforderungen, den eingesetzten Tools sowie den Formen sozialer Interaktion in der Online-Lehre. Wichtige Erkenntnisse, die aus dem Lehrprojekt gewonnen wurden, betreffen unter anderem die folgenden Punkte: Blended Learning bildet den Königsweg der Online-Lehre; Online-Lehre erfordert von den Dozierenden mehr Planung, Organisation und Anleitung; klare Aufgabenstellungen, Betreuung und Feedback sind für E-Learning-Formate besonders zentral; die Studierenden müssen mit dem spezifischen Setting des Online-Lernens vertraut gemacht werden; digitale Tools werden von Studierenden vor allem dann benutzt, wenn der Umgang mit ihnen schon bekannt ist oder sie entsprechend eingeführt werden; soziale Interaktion ist in der Online-Lehre sowohl in (didaktisch und fachlich angeleiteten) Online-Diskussionsforen als auch über (virtuell hergestellte) Präsenzteile gewinnbringend möglich; um selber erfolgreich Online-Lehre anbieten zu können, sollte ich als Dozentin die eigenen medientechnischen und mediendidaktischen Kompetenzen verbessern.

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Projekt zum Forschenden Lernen im Rahmen der Veranstaltung «Repetitorium: Religion und Organisation»

19. Februar 2018 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Hélène Coste, Religionswissenschaftliches Seminar:

Im Herbstsemester 2016 wurde am Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Zürich die Lehrveranstaltung „Repetitorium: Religion und Organisation“ angeboten. An dieser Veranstaltung haben acht Studierende teilgenommen. Am dazugehörenden Projekttag waren es ungefähr 40 Teilnehmende. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dorothea Lüddeckens habe ich diese Lehrveranstaltung als Lehrprojekt „Forschendes Lernen“, das gleichzeitig die Abschlussarbeit für den CAS Hochschuldidaktik 2015 darstellt, durchgeführt. Die Grundidee dieser Veranstaltung ist den Studierenden die Gelegenheit zu bieten ein religionswissenschaftlich relevantes Thema in vergleichender Perspektive und auf der Grundlage anerkannter Methoden sachgemäss zu problematisieren. Dies geschieht im Rahmen einer spezifisch religionswissenschaftlichen Fragestellung und unter Verwendung einschlägiger Sekundärliteratur. Die gewonnenen Ergebnisse werden am Ende der einsemestrigen Veranstaltung Studierenden, die im Studium noch nicht so weit sind, an einer Tagung präsentiert.

Im Vordergrund der Veranstaltung stehen zwei Hauptlernziele: Erstens sollen die Studierenden einen von ihnen selbstgewählten Fall im vorgegebenen Themenbereich wissenschaftlich aufarbeiten. Zweitens sollen die Ergebnisse dieser Arbeit in schriftlicher und mündlicher Form anschaulich, sachlich und auf akademischem Niveau vorgestellt werden. Mit diesen zwei Lernzielen zusammenhängend gibt es weitere diesen Lernzielen untergeordnete Aspekte: Der Fokus liegt hier besonders auf den Präsentationskompetenzen der Studierenden und auf dem projektbezogenen Arbeiten im Team. Der Veranstaltung zu Grunde liegt das didaktische Konzept der Kompetenzorientierung, die eine wesentliche Rolle im „forschenden Lernen“ spielt. Eine solche Konzeption von Kompetenz geht einher mit einer Vorstellung von Lernen, das auf Verstehen und Anwenden und darüber hinaus auf eine Kritikfähigkeit gegenüber dem eigenen Wissen und Können abzielt. Dieser Kompetenz-Begriff geht weit über die „blosse“ Fähigkeit, Wissen zu reproduzieren hinaus. Das Forschende Lernen meint zudem nicht nur das Erlernen des eigentlichen Forschungsprozesses, sondern beinhaltet auch Kompetenzförderungen im Bereich der Themenerschliessung, des Theorieanschlusses, der Darstellungsformen und der kritischen Reflexion.

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„Lust verkürzt den Weg“: Zur Motivationsentwicklung in einem zweisemestrigen Sprachkurs

5. Dezember 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Friederike Grenner, Asien-Orient-Institut:

„Denn Lust verkürzt den Weg!“ Die Erkenntnis, die Shakespeare König Eduard in den Mund legte, gilt auch für ein zeitgenössisches Universitätsstudium: eine hohe Motivation, vor allem intrinsischer und internalisierter extrinsischer Natur, ist eine der unverzichtbaren Grundvoraussetzungen für gutes, d.h. effektives, nachhaltiges und freudvolles Lernen. Das Projekt geht der Frage nach, welche Faktoren zu einer hohen und vor allem stabilen Lernmotivation in einem auf zwei Semester angelegten Sprachkurs führen, und welche Unterrichtsinhalte und -methoden von den Studierenden selbst als förderlich oder hinderlich wahrgenommen werden. Ziel ist es, die im Semesterverlauf auftretenden Motivationsschwankungen besser zu verstehen, um ihnen mit geeigneten didaktischen Mitteln begegnen zu können.

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Von der Forschungshypothese zum Kongresspanel

27. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Martin Bürgin, Religionswissenschaftliches Seminar:

Während eines Projektseminars sollten Masterstudierende Einblick in die Etappen eines historisch-religionswissenschaftlichen Forschungsprozesses erhalten – von der Hypothesenbildung über die Recherche bis zur Präsentation und Diskussion der Ergebnisse vor internationalem Fachpublikum an einer Tagung der deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft.

Religiöse Bauten sind zugleich Medien und Objekte öffentlicher Kommunikation über den Status einzelner Religionsgemeinschaften in der Gesellschaft. Gebäude, mit denen Migrationsgemeinden und religiöse Minderheiten im öffentlichen Raum sichtbar wurden, waren wiederholt Gegenstand kontroverser Beurteilungen. Anhand von Zürichs Kirchen, Synagogen, Moscheen und Tempeln soll die Funktionsweise von Architektur als Ausdruck religiöser Identität und Objekt gesellschaftspolitischer Debatten analysiert werden.

Der Durchlauf durch sämtliche Stadien eines Forschungsprozesses wurde als eigentliches Lernziel definiert. Übergeordnete Forschungsagenda, theoretische Einbettung, historische Kontextualisierung und Leitlinien des methodischen Vorgehens wurden gemeinsam erarbeitet. In individuellen Fallstudien haben die Studierenden einzelne Bauten erforscht. Das Seminar war von einer beeindruckenden Motivation und Leistungsbereitschaft von Seiten der Studierenden geprägt. Die von ihnen erzeugten Forschungsresultate waren von hoher Qualität. In ihren Referaten vermittelten sie diese vor internationalem Fachpublikum überzeugend und stringent. Einige Studierende arbeiten ihre Vortragsmanuskripte im Nachgang an die Tagung zu eigenständigen Artikeln aus, die zusammen eine special section eines peer review Zeitschrift bilden werden.

Mit dem hohen Zeitdruck (sechseinhalb Monate von der ersten Sitzung bis zur Fertigstellung der Referatsmanuskripte) sind die Studierenden souverän umgegangen. Steuerungsmechanismen im Forschungszyklus erlaubten den Dozierenden einzelne Stadien zeitlich zu forcieren, während den Studierenden in anderen Stadien höchstmögliche Freiheit gewährt werden sollte.

Kritisch angemerkt werden muss, dass Lehrprojekte mit einer derart engen Betreuung der Studierenden auf höhere personelle und finanzielle Ressourcen angewiesen sind als andere Lehrveranstaltungen. Durch das Einwerben von Drittmittelgeldern war das Lehrprojekt gut dotiert. Sollten ähnliche Projekte künftig vermehrt durchgeführt werden, sollten dafür auch entsprechende Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

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Vorbereitungsverhalten von Studierenden und dessen Auswirkungen auf den Unterricht

24. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Tina Huber-Purtschert, Rechtswissenschaftliches Institut:

Dreh- und Angelpunkt der zu untersuchten Fragestellung war das Vorbereitungsverhalten von Studierenden für die Übungsstunden im Obligationenrecht Besonderer Teil (OR BT) im Frühjahrssemester 2017 an der Universität Zürich. Dem subjektiven Empfinden nach bereiten sich Studierende nämlich schlecht bis gar nicht auf die Übungsstunden vor. Dabei weiss man aus der Forschung, dass gut vorbereitete Studierende sich eher am Unterricht beteiligen, weil sie sich u.a. sicherer fühlen. Die Beteiligung am Unterricht wiederum hat nachgewiesenermassen einen positiven Effekt auf den Lernerfolg von Studierenden, da sich diese damit aktiv am Lernprozess beteiligen. Weiter gibt es Evidenz dafür, dass meist nur ein paar wenige Studierende für fast hundert Prozent der Wortmeldungen im Unterricht verantwortlich sind.

Die untersuchten Übungen haben sieben Mal stattgefunden, wobei jedes Mal ein anderer Fall besprochen worden ist. Die Untersuchung ist in zwei von sieben Gruppen mit total rund hundert Studierenden durchgeführt worden. Das Design der vorliegenden Untersuchung fusst auf drei Pfeilern: Zum einen sind die Studierenden zu Beginn der sieben Übungen aufgefordert worden, einen kurzen online-Fragebogen auszufüllen. Weiter wurden zehn Studierende noch nach jeder Fallbesprechung per E-Mail befragt. Schliesslich ist in den Fallbesprechungen 1, 4 und 7 erhoben worden, wie viele Studierende sich gemeldet haben und wie die Qualität der jeweiligen Wortmeldung in Anlehnung an Bloom’s Taxonomiestufen einzuordnen gewesen ist.

Entgegen der Erwartung haben die Studierenden angegeben, sich durchaus auf die Übungen vorzubereiten und zwar rund 30 Minuten lang, wobei der Wert in der Mitte des Semesters ein wenig absackt. Dementsprechend fast alle haben angegeben, den Sachverhalt gelesen zu haben und immerhin über 70% haben noch mehr investiert, wobei die häufigste Mehrinvestition in der Konsultation des Gesetzes gelegen hat. Interessanterweise haben die Studierenden in der e-mail Befragung durchs Band angegeben, gewusst zu haben, wie man sich hätte vorbereiten sollen. Die Auswertung der Wortmeldungen hat ergeben, dass sich im Durchschnitt ein Viertel der anwesenden Studierenden mindestens einmal pro Fallbesprechung melden. Die Qualität der Wortmeldungen verteilt sich auf rund 25% «Wissen», 15% «Verständnis» und 60% «Anwendung». Subjektiv gaben die Studierenden an, für die evaluierte Veranstaltung einen leicht höheren Vorbereitungsaufwand und einen leicht höheren Lernerfolg zu verzeichnen.

 

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Students don’t read? – A SoTL project in a sociology class

24. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Ariane Bertogg, Soziologisches Institut:

Reading is an essential part of the curriculum in arts and social sciences. However, investigations into reading-based learning as a process are still sparse. Moreover, reading and understanding is often only measured indirectly, or research needs to rely on students‘ self-reports. The present article draws on a SoTL project conducted in a sociology seminar in spring 2017. Based on an ideal typical model of a reading-based learning process, the data collected and analysed capture a multidimensional multi-perspective view on the learning process and its outcomes. As an innovation, the empirical part also considers students‘ activity on the online-learning platform. Students´ performances exhibit a substantial “learning effect”, which strengthens the hypothesis of a circular reading-based learning process. Moreover, the distribution of the platform-generated online-activity data matches the distribution of other measures pertaining to reading. Interestingly, though, the learning outcomes are better in weeks where fewer students attended class, and there seems to be no relation between the workload, i.e., the number of pages due, and the quality of the outcomes.

 

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Das Verfassen einer geisteswissenschaftlichen Arbeit

24. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Sandra Schneeberger, Deutsches Seminar:

In der Skandinavistik gibt es keine spezifische Lehrveranstaltung, in der wissenschaftliches Arbeiten vermittelt wird. Das impliziert, dass die Studierenden es bereits können oder es  learning by doing beim Verfassen des Leistungsnachweises aufnehmen. Gerade auf Bachelor-Ebene zeigt sich, dass grosse Unterschiede der Vorkenntnisse bestehen, was zu viel Betreuungsaufwand bei schriftlichen Arbeiten führt.

Das Lehrprojekt hat deshalb zum Ziel, den geisteswissenschaftlichen Forschungsprozess zum Thema zu machen und gewisse Schritte davon vertieft im Seminar zu behandeln. So soll das Erstellen einer eigenen Seminararbeit systematisch angeleitet werden. Das Konzept des Forschenden Lernens bildet dabei die Basis für die Seminargestaltung, wird aber an die curricularen Voraussetzungen angepasst. Die Bachelor-Studierenden durchlaufen im Präsenzseminar ausgewählte Schritte des Forschungszyklus, bevor danach die individuelle Seminararbeit verfasst wird. Der Schwerpunkt des Präsenzseminars liegt bei Fragestellung und Recherche, da sie die Grundlage aller Arbeit bilden. Beide Schritte werden explizit sichtbar gemacht: Einerseits wird die fachliche Sekundärliteratur zusätzlich auf einer Metaebene diskutiert. Dabei geht es z.B. um die Frage „Warum ist das (k)ein guter Text?“ und die kritische Beurteilung wissenschaftlicher Texte wird eingeübt. Andererseits wird das eigene Vorgehen beim Textverfassen durch ein Peer-Reading reflektiert. Nach der Recherche und individuellen Sprechstunden erstellen die Studierenden eine Projektskizze für ihre Seminararbeit. Anhand dieser wird in der Gruppe diskutiert, ob z.B. eine bestimmte Fragestellung angemessen oder das Korpus sinnvoll ist.

Das ausführliche Thematisieren des Forschungsprozesses bedingt Zeit und Raum. Dies bedeutet Abstriche bei fachlichem Inhalt und Mehraufwand in der Planung. Das Projekt zeigt aber, dass Interesse und Bedürfnis der Studierenden nach Klärung solcher – ansonsten nicht ausgesprochenen – Fragen gross ist. Die Rückmeldungen sind durchgehend positiv oder wie eine Studentin es formuliert: „Noch nie habe ich mich so früh im Semester so gut auf eine Seminararbeit vorbereitet gefühlt.“ Ob sich diese gute Vorbereitung auch auf die Seminararbeiten auswirkt, wird sich allerdings erst bei deren Abgabe zeigen.

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Lernfördernde Strategien für die Vorlesung

24. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Gina Maria Schneider, Romanisches Seminar:

Das vorliegende SoTL-Lehrprojekt versteht sich gemäss Huber et al. (2014, 9f.) als begründeter Innovationsbericht, in dem aufgrund einer theoretischen Ausgangslage eine didaktische Massnahme ergriffen und ihr Verlauf in der Folge dokumentiert wird. Gegenstand unserer Untersuchung ist die universitäre Vorlesung, welche im Bereich der romanischen Sprach- und Literaturwissenschaften auch heute noch mehrheitlich als Lehrvortrag konzipiert wird. In der im Frühjahrssemester 2017 von mir abgehaltenen Vorlesung mit dem Titel „Lecturas de literatura española“ wurden zu diesem Zweck vier aktivierenden Strategien als didaktische Neuerung eingesetzt. Es handelte sich konkret um die Einführung von Fragerunden im Plenum, kurzen Übungen in Zweiergruppen und individuellen Selbstevaluationen, sowie um den Gebrauch eines Forums auf der Lernplattform OLAT. Unser Beitrag untersucht die Fragen, wie diese aktivierenden Strategien bei den Studierenden angenommen wurden, welche sie als besonders lernfördernd wahrnahmen und inwiefern ihr Gebrauch ausschlaggebend für die gesamthafte Beurteilung der Vorlesung war. Die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden gewisse Strategien als sehr hilfreich und angenehm empfanden, ihre Präsenz im Unterricht aber nicht zwingend in die Gesamt-Beurteilung der Lehrveranstaltung einfloss.

 

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Experimentalpsychologisches Praktikum – ein Konzept zum forschenden Lernen für Bachelorstudierende der Psychologie

24. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Elisa Haller, Psychologisches Institut:

Die Gründung der Psychologie als Wissenschaft erfolgte trotz einer geisteswissenschaftlich geprägten Geschichte mit der vermehrten Übung in empirischer Methodik. Die empirische Forschung ist mit dem Experiment als eine der zentralen empirischen Verfahren ein integraler Teil der psychologischen Wissenschaft. Da das Grundstudium der Psychologie einen starken Fokus auf Methodenlehre und die Vermittlung theoretischer Inhalte legt, ist das experimentalpsychologische Praktikum (ExPra) eine erstmalige Gelegenheit, Einblick in die Welt der klinisch-psychologischen Forschung zu erhalten und sich in der Anwendung der vermittelten Inhalten zu üben. Die vorliegende Projektdokumentation präsentiert das ExPra-Konzept, welches in Form eines Projektes zum forschenden Lernen entwickelt und durchgeführt wurde, indem Zielsetzung, didaktisches Vorgehen und Reflexion der Seminargestaltung beschrieben werden.

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Verbesserung der fachbezogenen Geographie-Lehrpersonenausbildung

24. Oktober 2017 | Hochschuldidaktische Weiterbildung | Keine Kommentare

Itta Bauer und Sara Landolt, Geographisches Institut:

In einer gemeinsamen SoTL-Studie, welche die Perspektiven von angehenden Geographie-Lehrpersonen auf Gymnasial- und Sekundarstufe I einbeziehen, gingen wir der Frage nach, wie wir Geographie-Lehre für angehende Lehrpersonen so gestalten können, dass fachwissenschaftliche Inhalte und schulische Relevanz gewinnbringend zusammengeführt werden. Zur Beantwortung der Frage wurden 40 Studierende aus den Übungen für angehende Sekundarlehrpersonen sowie 16 Studierende aus dem Modul „Ausserschulische Lernorte“ für angehende Gymnasiallehrpersonen (Geographie) anhand eines standardisierten Fragebogens schriftlich befragt und die Erkenntnisse in anschliessenden Fokusgruppengesprächen weiter vertieft. Die Ergebnisse der Studie belegen, dass sich angehenden Gymnasiallehrpersonen eine stärkere Verzahnung von fachwissenschaftlichen und berufsbezogenen Ausbildungsinhalten wünschen, um sich intensiver mit der Identitätsfindung als Geographielehrperson auseinander setzen zu können. Angehende Sekundarlehrpersonen hingegen schätzen die fachlichen Inhalte und das Konzept-Wissen in ihrer fachwissenschaftlichen Geographieausbildung, die sie zu einem kritischen curriculum-making und einer kompetenten Unterrichtsgestaltung im Rahmen des Schulfachs Räume, Zeiten, Gesellschaften (RZG) befähigen. Zugleich wird aber auch sichtbar, dass einige wenige fachlichen Inhalte fehlen, die sie als relevant für ihren eigenen Schulunterricht erachten und sie bei einigen Themen den Bezug zu ihrem zukünftigen Beruf nicht sehen. Der Aspekt, wie nahe die Inhalte der Ausbildung an den Inhalten der eigenen zukünftigen Unterrichtspraxis sein sollen, wird kontrovers diskutiert. Einig sind sich die Studierenden jedoch, dass auch konzeptionelles Denken vermittelt werden muss und nicht „nur“ inhaltliches Fachwissen. Obwohl die Ausbildungsmodule insgesamt als gut bis sehr gut bezeichnet werden, wünschen sich die Studierenden teilweise etwas mehr Bezug zu ihrer zukünftigen Schulpraxis. Im Gegensatz zu den Studierenden „Geographie-Lehrperson auf Gymnasialstufe“ vermissen sie jedoch nicht mehr „Praxis“ im Sinne von Fachdidaktik und Schulfachbezug (teilhaben, vorbereiten, unterrichten), sondern „Praxis“ im Sinne einer besseren inhaltlichen Passung von Themen in den Modulen an der Universität mit den Themen ihres zukünftigen curriculums an der Sekundarschule.

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