Das Islambild in frühen europäischen Drucken

Doktorand: Andreas Isler, lic.phil.
Betreuer: Prof. Dr. Michael Oppitz

Abstract

Im 16., 17. und 18. Jahrhundert werden zahlreiche Bücher, die den Orient zum Thema haben, mit Holzschnitten oder mit Kupferstichen illustriert. In diesen Werken ganz unterschiedlicher Ausrichtung und Herkunft bildet immer wieder der Bereich der Religion ein Kristallisationspunkt, der die Auseinandersetzung mit dem Orient zu grossen Teilen beherrscht. Die westliche Einschätzung des Islam ist zwischen Ablehnung, Furcht, Bekämpfung und interessierter Beobachtung, Anerkennung, gar Bewunderung sehr breit gefächert. Auf die Analyse und das Verstehen von Bilddokumenten fokussiert, möchte ich diesem Themenkomplex mit meinem Dissertationsprojekt eine weitere Facette beisteuern. In der Aufarbeitung von Bildern als Informationsquellen öffnet sich ein Fächer verschiedener Aufgabestellungen: Theoretisch ist der spezifische Aussagewert von Bildern gegenüber Texten zu hinterfragen; praktisch sind die Bilder nebst genauer Betrachtung in einen Kontext zu setzen, der Inhalte und Intentionen erhellt. Die Religion ihrerseits gehört zu einem Bereich, um dessen wissenschaftliche Bemächtigung immer wieder gerungen werden muss. Der Zugang über die Manifestationen von Religion in der diesseitigen und daher vollumfänglich erforschbaren Welt legt es förmlich nahe, Bildzeugnisse als Quellen beizuziehen. Im Rahmen einer breiten Aufarbeitung der in Europa kursierenden Religionsbilder Asiens ist dieses Dissertationsprojekt mit dem Forschungsprojekt Paola von Wyss-Giacosas zur piktoralen Ethnographie Asiens im 17. und 18. Jahrhundert verbunden.