Konstruktionen und Transformationen des Judentums in hellenistischer Zeit

Verantwortlich für das Postdoc-Projekt: Prof. Dr. Jörg Lanckau
Finanzierung: UFSP Asien und Europa
Projektdauer: April 2008 – März 2011
Forschungsfeld: Verflechtungsgeschichten

Jüdischer Grabstein (doppelte Menorah) aus römischer Zeit mit griechischer Inschrift (für Primitiva und ihren Neffen Euphrenon), Duplikat aus dem Museo della civiltà romana (Rom), Original in den Vatikanischen Museen.

Abstract

Das Projekt interpretiert die Geschichte des antiken Judentums in hellenistischer Zeit mit Hilfe des Konzepts der "Verflechtungsgeschichten". Der erste Arbeitsschritt untersucht die grundlegende Identifizierbarkeit jüdischen Lebens. Nach einer identitätstheoretischen Reflexion und Sichtung der archäologisch erhebbaren Indikatoren werden die Generatoren von Zugehörigkeit und die Performanz der Abgrenzung unter Beachtung der realen Machtverhältnisse untersucht. Die dadurch rekonstruierten Differenzierungs- und Grenzziehungsprozesse werden vor dem Hintergrund ihrer Korrelation mit den ambivalenten Aussenwahrnehmungen verstanden. Im zweiten Arbeitsschritt werden geschichtlich rekonstruierbare oder literarisch belegte Beispiele von Grenzüberschreitungen sowie Phänomene von Hybridität untersucht und mittels des Konzeptes kultureller "Übersetzung" erklärt. Der dritte Arbeitsschritt wendet sich den Gestaltungsformen dieser "Verflechtungsgeschichten" und den symbolischen Repäsentationen jüdischer Identität zu. Das Gewicht liegt dabei auf den bisher weniger beachteten ikonographischen Zeugnissen.