The Meaning of Turkey: Negotiations of the Secular and the Islamic on Commercial Turkish Television

Verantwortlich für das Postdoc-Projekt: Dr. Britta Ohm
Finanzierung: UFSP Asien und Europa
Projektdauer: Juni 2008 – August 2009

Abstract

Ziel des Projekts ist es, die Komplexität und (vermeintliche) Widersprüchlichkeit der Aushandlungsprozesse um eine türkische Identität und Staatlichkeit im Kontext von ‚Islam’ und ‚Säkularismus’, ‚Europeanness’ und ‚Turkishness’ über gängige Dichotomien hinaus zu erfassen. Indem ich von der Türkei nicht nur als einer komplexen, sondern auch als einer medialisierten Gesellschaft ausgehe, ist das Feld der Untersuchung das kommerzielle Fernsehen bzw. ausgesuchte Sender von nationaler Reichweite, die sich selbst als ‚säkular’/‚türkisch’ bzw. ‚islamisch’/‚muslimisch’ bezeichnen. Eine ethnographische Dikurs-analyse unter ProduzentInnen und VertreterInnen der Zivilgesellschaft in Kombination mit einer Bildanalyse und teilnehmender Beobachtung unter KonsumentInnen ermöglicht, Konditionen von Überlappungen und Abgrenzungen zwischen ‚Islam’ und ‚Säkularismus’ im Kontext wachsender Kommerzialisierung und der Interaktion von Staat und Wirtschaft detailliert herauszuarbeiten. Ich gehe davon aus, dass ‚Islam’ und ‚Säkularismus’ zunehmend Variablen im Kampf um Anerkennung, Partizipation und Marktfähigkeit darstellen und die Türkei damit auch einen Prozess bereits durchmacht, der in Westeuropa erst langsam an Kontur gewinnt. Das Projekt versteht sich als ein Baustein in der Entwicklung einer Politischen Anthropologie der Medien.