ZwischenZonen: Lokalisierungsprozesse im Werk von Ōba Minako

Verantwortlich für das Dissertationsprojekt: Dr. Daniela Tan
Betreuer: Prof. Dr. Eduard Klopfenstein

Dem literarischen Werk der Autorin Ōba Minako (1930-2007) kommt innerhalb der japanischen Nachkriegsliteratur aus verschiedenen Gründen eine wichtige Bedeutung zu.

Wurde Ōba zunächst in der Forschung ausserhalb Japans vor allem als Autorin aufgenommen, die sich in einer neuen, unverblümten Art und Weise zu Problemen weiblicher Biographien äusserte, sollen in dieser Dissertation weitere Sichtweisen dieser vielseitigen Schriftstellerin herausgearbeitet werden.

Anhand einer narratologischen Analyse von Erzählungen aus unterschiedlichen Schaffensphasen (Sanbiki no kani, 1968; Katachi mo naku, 1982; Shichiriko, 2007) wird zum einen untersucht, ob sich Ōba Minako als Autorin der introvertierten Generation (naikō no sedai) in der neueren japanischen Literatugeschichte einordnen lässt – und aufgrund welcher erzählerischer Merkmale dies der Fall sein kann. Zum anderen wird im Anschluss daran untersucht, wie und aus welchen Gründen sich das inhaltliche und thematische Spektrum und die Darstellungsweise im Verlauf der Zeit verändert hat. Dazu zählen u.a. die Erfahrung des eigenen Fremdseins als Frau und Ausländerin während eines mehrjährigen Auslandaufenthaltes, die Auseinandersetzung mit dem Trauma des zweiten Weltkriegs und dem Atombombenabwurf über Hiroshima, sowie der Prozess des sich neu Verwurzelns bei der Rückkehr nach Japan Ende der 1970er Jahre.

Die Dissertation wird abgerundet mit einer Diskussion der Ergebnisse und dem Versuch, Ōba Minako in der neueren japanischen Literaturgeschichte neu zu verorten