Prof. Dr. Marina Cavazzana

Prof. Dr. Marina Cavazzana

Prof. Dr. Marina Cavazzana

Ehrenpromotion 2019 der Medizinischen Fakultät

Die Medizinische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde einer Doktorin ehrenhalber an Frau Prof. Dr. Marina Cavazzana. Sie würdigt damit eine herausragende Forscherin, die pionierhaft bahnbrechende Entwicklungen der Gentherapie für Erkrankungen des Immunsystems geprägt hat und eine inspirierende Lehrerin, die Generationen von translationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Ärztinnen und Ärzten gefördert und inspiriert hat.

Marina Cavazzana ist Kinderärztin und seit dem Jahr 2000 Professorin für Hämatologie. Sie ist Direktorin des Departements Biotherapie am Necker Krankenhaus der Universität Paris Descartes. Frau Prof. Cavazzana ist Direktorin des Klinischen Forschungszentrums Biotherapie des INSERM / Assistance Publique – Hôpitaux de Paris GHU Ouest und leitet das Forschungslabor «Humane Lymphohämatopoese» am Imagine Institut.

Ihr wissenschaftlicher und klinischer Fokus sind die Entwicklung des hämatopoetischen Immunsystems, sowie Zell- und Gentherapie für angeborene und erworbene Erkrankungen des Hämatopoetischen Systems. Ihre Forschungsgruppe arbeitet an Verfahren, um die klinischen Resultate der Hämatopoetischen Stammzelltransplantation über HLA-Grenzen hinweg zu verbessern sowie an der Differenzierung von Maus- und humanen Stammzellen zu lymphozytären Zellen. Sie hat verschiedene klinische Gentherapie-Studien initiiert, die Patienten mit Erbkrankheiten mittels ex vivo modifizierten hämatopoetischen Stammzellen behandeln. Die ersten präliminären Daten dieser Studien sind sehr ermutigend. Sie ist Autorin bzw. Co-Autorin eines Patentes und von über 250 Publikationen in peer-reviewed Journals und hat zwei ERC Grants erhalten (2011 und 2016).

Die Arbeit von Prof. Cavazzana wurde ausgezeichnet durch die American Society of Hematology (Preis für Klinische Forschung in Gentherapie 1999), die Französische Akademie für Wissenschaften (Spezial-Preis Medizin 2000 und Jean-Pierre-Lecocq-Preis für Gentherapie 2004). Sie wurde 2011 zum «Officier de l’Ordre National de la Légion d’Honneur» (Französische Ehrenlegion) ernannt. 2012 erhielt sie den «Scientific Women of the Year» Irène-Joliot-Curie-Preis der Wissenschaftsakademie und des Französischen Ministeriums für Bildung und Forschung. Darüber hinaus wurde sie 2016 in die Französische Nationalakademie der Wissenschaft aufgenommen und hat 2017 den Ernest-Beutler-Preis für Klinische Wissenschaft der American Society for Hematology erhalten.