Rudolf Lutz

Rudolf Lutz

Rudolf Lutz

Ehrenpromotion 2021 der Theologischen Fakultät

Die Theologische Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an den Musiker und Dirigenten Rudolf Lutz. Sie würdigt damit seine Verdienste um die Vermittlung von Musik und Wort in der Gesamtaufführung des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach und in innovativen Werkeinführungen sowie seinen langjährigen Einsatz zur Vermittlung geistlicher Musik in der Schweiz und im Ausland.

Rudolf Lutz (*1951) ist ein international gefragter Pianist, Organist, Cembalist, Komponist, Dirigent und Improvisator. Er erhielt seine musikalische Ausbildung am Konservatorium Winterthur und in Zürich sowie an der Musikakademie Wien. Bis 2013 war er Organist an der evangelischen Stadtkirche St. Laurenzen in St. Gallen, von 1993 bis 2002 leitete er den Kammerchor «Vocales Basilienses» und von 1986 bis 2008 den Bach-Chor St. Gallen.
Als Dozent hat er Lehrtätigkeiten an der Schola Cantorum Basiliensis (Improvisation), der Hochschule für Musik Basel (Generalbass) und der Musikhochschule Zürich (Oratorienkunde) wahrgenommen und öffentliche Vorlesungen an der Universität St. Gallen gehalten. Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter der J. S. Bach-Stiftung. Als Gründer und Leiter des Ensembles «Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung» ist er verantwortlich für das in der Schweiz erste und einzigartige Projekt einer Gesamtaufführung und Gesamteinspielung des Vokalwerks von Johann-Sebastian Bach. In regelmässigen öffentlichen Veranstaltungen in Trogen AR bietet er Werkeinführungen im Dialog mit Theologen, Literaten und anderen Persönlichkeiten an. Die Einführungen und Informationen zu den eingespielten Werken sind auf der Plattform «Bachpedia» in innovativer Weise zugänglich gemacht. Im Jahr der Pandemie wurde die Produktion mit Livestreams fortgesetzt.

Rudolf Lutz widmet sich darüber hinaus regelmässigen und vielseitigen Konzertengagements und Meisterkursen in Amerika, Europa und Asien. Durch seine intensive Auseinandersetzung mit der historischen Aufführungspraxis und seine breitgefächerte Konzerttätigkeit bringt er entscheidende künstlerische Impulse ein in die verschiedenen Chöre und instrumentalen Ensembles, die er dirigiert.

Als Komponist ist Rudolf Lutz für Werke wie etwa seine Sinfonia für die Kantate BWV 158 von Bach oder sein vielbeachtetes Weihnachtsoratorium in englischer Art («An English Christmas») bekannt. 2017 wurde seine Kantate zur Ehre Luthers mit Libretto von Karl Graf – ein Auftragswerk des Deutschlandfunks Kultur – auf der Wartburg uraufgeführt. 2018 wurde die Landsgemeindekantate, ebenfalls mit Text von Karl Graf, in Trogen uraufgeführt.

Im Jahr 2006 erhielt Lutz den Kulturpreis des Kantons St. Gallen, 2015 den STAB-Preis der Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur, 2019 den Schweizer Kulturpreis. Seit 2016 ist Rudolf Lutz Mitglied des Direktoriums der Neuen Bach-Gesellschaft e. V. Leipzig.