Bücher, Daten, Räume

Bücher, Daten, Räume. Die Hochschulbibliothek im 21. Jahrhundert

Zum Start der neuen Universitätsbibliothek Zürich, die im Januar 2022 ihren Betrieb aufnimmt, findet im Herbst eine Veranstaltungsreihe statt, die gemeinsam von der Universität Zürich und der Zentralbibliothek Zürich organisiert und durchgeführt wird. Unter dem Titel «Bücher, Daten, Räume. Die Hochschulbibliothek im 21. Jahrhundert» sollen in verschiedenen Veranstaltungsformaten wichtige Trends und Entwicklungen aus der Welt der Hochschulbibliotheken aufgreifen werden.


Ort und Zeit

Alte Kantonsschule in der Aula (Karte)

  • Rämistrasse 59
  • Raum: RAA G01

jeweils von 18.15 bis 19.45 Uhr

Das gesamte Programm in der Übersicht

28.09. Abenteuer im (Un)Ruhemodus: Bibliotheken in Literatur und Medien

Christine Lötscher (Universität Zürich)

05.10. Fitting it all in: Space requirements and the design of libraries

Toby Kirtley (Bodleian Libraries, University of Oxford)

12.10. Lesen heute und morgen

Podium mit Abraham Bernstein (Universität Zürich), Angelika Linke (Universität Zürich) und Christoph Riedweg (Universität Zürich). Moderation: Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich)

19.10. Neues Lernen – Neues Arbeiten – Neue Räume: Brauchen wir in Zukunft noch Hörsäle?

Anne Prill (Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh)

26.10. The role of libraries in the dialogue between academia and society

Helen Shenton (Trinity College Dublin)

02.11. Open Science: Die Bibliothek, Schlüsselfigur der Wissensgesellschaft

Jeannette Frey (Bibliothèque cantonale et universitaire, Lausanne). Mit einem Kommentar von Marc Thommen (Universität Zürich)

09.11. Library Labs

Mit Julie M. Birkholz (KBR – Royal Library of Belgium & Ghent University), Martijn Kleppe (KB – National Library of the Netherlands, Den Haag) sowie Rafael Ball und Maximiliane Okonnek (ETH-Bibliothek/ETH Library Lab)

16.11. Vom gelenkten Zufall: Über das Finden in der Bibliothek

Markus Krajewski (Universität Basel)

23.11. In Codice Ratio: Machine learning meets manuscripts from the Vatican Apostolic Archives

Serena Ammirati and Paolo Merialdo (Università Roma Tre)

30.11. Eine neue Zeit für die universitären Bibliotheken beginnt

Podium mit Christian Schwarzenegger (Universität Zürich), Rudolf Mumenthaler (UB Zürich) und Christian Oesterheld (ZB Zürich). Moderation: Nils Pfändler (NZZ)

07.12. Die ideale Bibliothek: Zwei Sichtweisen

Mit Gerhard Lauer (Universität Mainz) und Michael Schaepman (Universität Zürich)

14.12. Der Bibliotheksraum aus architektonischer Perspektive

Alexa Nürnberger (Herzog & de Meuron, Basel)


28. Septermber 2021


Abenteuer im (Un)Ruhemodus: Bibliotheken in Literatur und Medien

Christine Lötscher (Universität Zürich)

Abstract

In der Gegenwartsliteratur lässt sich ein Phänomen beobachten, das man das Bibliotheksparadox nennen könnte. Je mehr das Buch aus der gegenwärtigen Medienkultur verschwindet, desto präsenter sind wertvolle, auratische Prachtbände in Romanen, Filmen und Fernsehserien. Die Bücher werden zu Figuren, die selbstständig handeln und handfesten Einfluss auf die Geschicke der Menschen nehmen. In der Kinder- und Jugendliteratur hört man sie in Bibliotheken leise flüstern, und in fantastischen Texten treiben sie ihre Leser:innen auch gerne in den Wahnsinn. Beispiele dafür sind Lovecrafts Necronomicon oder das Sandbuch aus der gleichnamigen Erzählung von Jorge Luis Borges. Gerade in der Fantasy gibt es die Tendenz, dass Bücher, anstatt sich digitalisieren zu lassen, ganz aus Bibliotheken ausbrechen und sich auf beinahe archaische Art materialisieren wollen – um sich ins Abenteuer zu stürzen.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Vielfalt der medialen Bibliotheken und zeigt anhand von Beispielen aus dem 21. Jahrhundert, wie die Digitalisierung und die Transformation im Umgang mit Wissen in der medialen Gestaltung von Bibliotheken reflektiert wird.

05. Oktober 2021


Fitting it all in: Space requirements and the design of libraries

Toby Kirtley (Bodleian Libraries, University of Oxford)

Abstract

Just how do you set about designing a library? What should you allow for, what goes where and how do you fit it all in? Libraries evolve in response to new ways of accessing information and the changing needs of readers, and the process of designing a physical library therefore begins with understanding how library services should be organised and delivered. Using examples from the Bodleian Libraries extensive programme of development, Toby Kirtley will give an insight into the planning and design processes involved in major construction and refurbishment projects.

The Weston Library is the University of Oxford’s special collections library. The centre piece of a €140m programme of capital projects, it has been created as a 21st century state-of-the-art library facility inside a 1930s, Grade II Listed Building. This has presented particular challenges around library space planning, conservation and heritage, and engineering.

The Gladstone Link is an early 20th century subterranean ‘closed stack’ below the iconic Radcliffe Camera that has been opened up to allow readers greater access to the collections and to provide comfortable contemporary study spaces. The Radcliffe Science Library is a historic library that has had to respond to a major shift towards electronic access in medicine and the sciences. It is currently undergoing refurbishment and remodelling as part of a joint project that will see the creation of Oxford’s first new college for 30 years.

All three projects have been enabled by the creation of the Bodleian’s Book Storage Facility, the first high-bay book storage facility in the UK and itself an example of complex space planning around library collections. These major projects are all interlinked and together tell the fascinating story of how we design libraries.

 

 

12. Oktober


Lesen heute und morgen

Podium mit Abraham Bernstein (Universität Zürich), Angelika Linke (Universität Zürich) und Christoph Riedweg (Universität Zürich).

Moderation: Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich)

Abstract

Lesen vollzieht sich in einer Umgebung, einer Atmosphäre. In der Erinnerung an Gelesenes geht es nicht in erster Linie nur um die Geschichten und Inhalte – sondern auch darum, wo wir die Bücher gelesen haben, wie sie sich angefühlt haben, welche Gefühle sie in uns ausgelöst haben. Welche Bedeutung haben Räume für das Lesen, und welche Rolle spielen zum Beispiel Bibliotheken? Wie wichtig ist die Haptik eines Buches, oder anders gefragt: Wie sehr verändert die Digitalisierung, was und wie wir lesen? Darüber diskutieren auf diesem Podium drei Menschen, deren berufliches Leben vom Umgang mit Büchern und Texten geprägt ist. Die Spannbreite ihrer Forschungsgebiete reicht dabei von den Papyrusrollen der Antike bis zur aktuell raumgreifenden Digitalisierung des Lesens: Abraham Bernstein, Professor am Institut für Informatik, ist geschäftsführender Direktor der Digital Society Initiative der Universität Zürich. Die emeritierte Germanistikprofessorin und Sprachforscherin Angelika Linke hat sich intensiv mit den soziokulturellen Bedingungen und Kontexten der Auseinandersetzung mit Texten und Sprache befasst. Und Christoph Riedweg ist Professor für Klassische Philologie/Gräzistik an der Universität Zürich und ehemaliger Direktor des Istituto Svizzero in Rom.

19. Oktober 2021


Neues Lernen – Neues Arbeiten – Neue Räume: Brauchen wir in Zukunft noch Hörsäle?

Anne Prill (Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh);

Abstract

Die Corona-Pandemie hat das Bild des «Campus der Zukunft» in ein neues Licht gerückt. Unter Hochdruck wurde in vielen Ländern auf ein reines Digitalsemester umgestellt. Während alles in den digitalen Raum verlagert wurde, blieben Hörsäle, Seminarräume und Bibliotheken leer. Trotz der vielfältigen damit verbundenen Herausforderungen ist gerade jetzt ein wichtiger Zeitpunkt, um über zukunftsfähige Lernraumgestaltung zu sprechen. Braucht es noch Hörsäle oder Seminarräume? Wie können diese aussehen? Welche zentrale Rolle nehmen Hochschulbibliotheken in Zukunft ein? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Bücher, Daten, Räume. Die Hochschulbibliothek im 21. Jahrhundert» beleuchtet Anne Prill aktuelle Handlungsfelder, die sich aus der Pandemie-Krisenbewältigung heraus als Massnahmen für die Teaser: Corona als Chance im Bildungsbereich Anne Prill untersucht in ihrem Vortrag, welche Auswirkungen die Pandemie auf das Studium und die Lehre an Hochschulen hatte und welche neuen Anforderungen und Aufgaben daraus auch auf die Bibliotheken zukommen. Abstract: Die Corona-Pandemie hat das Bild des «Campus der Zukunft» in ein neues Licht gerückt. Unter Hochdruck wurde in vielen Ländern auf ein reines Digitalsemester umgestellt. Während alles in den digitalen Raum verlagert wurde, blieben Hörsäle, Seminarräume und Bibliotheken leer. Trotz der vielfältigen damit verbundenen Herausforderungen ist gerade jetzt ein wichtiger Zeitpunkt, um über zukunftsfähige Lernraumgestaltung zu sprechen. Braucht es noch Hörsäle oder Seminarräume? Wie können diese aussehen? Welche zentrale Rolle nehmen Hochschulbibliotheken in Zukunft ein?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Bücher, Daten, Räume. Die Hochschulbibliothek im 21. Jahrhundert» beleuchtet Anne Prill aktuelle Handlungsfelder, die sich aus der Pandemie-Krisenbewältigung heraus als Massnahmen für die langfristige Transformation der Hochschulen entwickelten. Es braucht neue didaktische Ansätze in der Lehre, aber auch die (Weiter)entwicklung digitaler Kompetenzen bei Studierenden wie Lehrenden. Daraus entstehen ganz neue Anforderungen an künftige Campusstrukturen und Lernraumangebote. Anhand von internationalen Praxisbeispielen veranschaulicht Anne Prill, welche Ansätze und Chancen zukunftsfähige Lernraumentwicklung bietet.

26. Oktober 2021


The role of libraries in the dialogue between academia and society

Helen Shenton (Trinity College Dublin)

Abstract

Libraries can exercise a critical convening power, at the centre of ‘knowledge quarters’ in the community and as physical forums for public debate at the inter-face between the academy and society. They can be the touchpoint for exploring major interdisciplinary dialogue especially in the digital realm. They can play an important role in the ‘soft power of cultural diplomacy’, being in the vanguard of confronting difficult international relations. They can catalyse dialogue in societies around ‘contested history’, creating virtual reconstructions of dispersed material as a response to issues of restitution and repatriation.

In this talk, I will propose some ways how a university library can play an active role in these developments and contribute to its university’s objectives towards society. In doing so I draw on my dual experience as a museum professional at the Victoria and Albert Museum and as a library executive at the British Library, at Harvard University and at Trinity College Dublin.

Arriving in Trinity College Dublin as Librarian and College Archivist in summer 2014, I undertook wide and deep consultation as a key component of the new Library Strategy. The Strategy assumes that ‘the Library is the gateway and the entry route for many people into the University’ and that there is ‘enormous potential for the Library to demonstrate the opening of the University to the city and beyond.’

I will explore some current and emerging illustrations of these roles at Trinity College Dublin. These will include the major Old Library Redevelopment Project new Book of Kells exhibition and publicly available MOOC; the creation of the Virtual Trinity Library, which is making the unique and distinct collections accessible to the world, and includes the virtual recreation of historic collections; the foundational partnership between the Library and the Trinity Long Room Hub Arts & Humanities Research Institute with an increasingly vocal public engagement profile; and the role of the Library in projects examining societal issue of contested history and colonial legacy.

02. November 2021


Open Science: Die Bibliothek, Schlüsselfigur der Wissensgesellschaft

Jeannette Frey (Bibliothèque cantonale et universitaire, Lausanne).

Mit einem Kommentar von Marc Thommen (Universität Zürich)

Abstract

Nach zwei Jahrzehnten «Open Access» drängt nun «Open Science» langsam, aber sicher ins Leben der Forschenden vor. Wenn auch die Idee einer «offenen Forschung» nicht neu ist, verlangt sie doch eine konsequente Umstellung der Arbeitsprozesse aller Protagonisten. Forschende benötigen etwa neue Kompetenzen, um den vom Schweizerischen Nationalfonds und anderen Geldgebern verlangten Abläufen gerecht zu werden.

Wie sieht dieser neue Prozess aus? Welche neuen Kompetenzen verlangt er und wo können sich Forschende und andere Protagonisten diese aneignen? Werden sie für diesen Zusatzaufwand überhaupt belohnt? Falls ja, wie? Wie und von wem werden Forschungsdaten überhaupt produziert, beschrieben und publiziert? Und was ist speziell in den Geisteswissenschaften unter «Forschungsdaten» überhaupt zu verstehen? Die Umstrukturierung eines Prozesses mit verschiedenen Parteien bedeutet immer auch eine Umverteilung von Arbeitsschritten, Finanzflüssen, Möglichkeiten der Einflussnahme und des Reputationsgewinns. Auch die Bibliothek muss sich in diesem neuen Umfeld mit kreativen neuen Dienstleistungen positionieren, die für eine neue Generation von Forschenden einen Mehrwert bringen.

In den letzten Jahren wurde über diese Themen in LIBER (Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche) und EOSC (European Open Science Cloud) viel diskutiert. Verschiedene europaweite Umfragen haben schliesslich zu einem klareren Bild des Weges geführt, der von «Open Access» über «Open Data» hin zu «Open Science» führen soll. Die Bibliothek wird dabei zur Schlüsselfigur der zukünftigen Wissensgesellschaft.

09. November 2021


Library Labs

Mit Julie M. Birkholz (KBR – Royal Library of Belgium & Ghent University), Martijn Kleppe (KB – National Library of the Netherlands, Den Haag) sowie Rafael Ball und Maximiliane Okonnek (ETH-Bibliothek/ETH Library Lab)

Abstract

Library + University Collaboration in the Lab Setting: the case of the KBR’s Digital Research Lab

Julie M. Birkholz

Library Labs have largely emerged from within the library as an institution. In this talk, I present the KBR Digital Research Lab, a collaboration between the Royal Library of Belgium (KBR) and the Ghent Centre for Digital Humanities, Ghent University (Ghent CDH); a lab that emerged across institutions. The Lab is funded by a unique federal grant that seeks to bring together Belgian federal institutions (e.g. the Royal Library and the State Archives of Belgium), and Belgian universities through the appointment of a project lead that bridges the institutions. The KBR Lab is the start of a long-term cooperation between a library and university, which is a unique collaboration in the labs setting.

KBR developed a new strategic plan and an action plan for the period 2019-2021. One of the key objectives of the plan is to increase the availability of both information on their collections and make it available online, where legally possible, as to facilitate its re-use. Realizing this requires different and unique capacities, and expertise that does not solely exist in a library or university. Thus, the Lab is an opportunity to address this challenge. The Lab, which officially began with the appointment of its head, Julie M. Birkholz, on 1 February 2020, has two components: 1) creating a laboratory to experiment and facilitate these goals; and 2) with a specific focus on developing a knowledge network for the study of editorial, literary and digital historical heritage from the 19th to the 21st century. In this talk, I will discuss the goals of a national library-university collaboration and the Lab; the positioning of the Lab – both its affordances and perceived challenges; how we have worked to align the Lab with the strategic plan of the Library and digital humanities researchers; as well as reflect on the ecosystem of a Lab in and across these institutions.

KB Lab: serving Digital Humanists and AI researchers

Martijn, Kleppe

The KB, National Library of the Netherlands has an active Digital Scholarship Team that promotes the digital collections of the KB. Academic researchers can get access to API’s allowing them to harvest all digital newspapers, periodicals and books to do all kinds of research. Tools that are built with the collections are collected and shared through the KB Lab website (https://lab.kb.nl/). While we first mainly served Digital Humanities researchers, we now see a new kind of academic interest: Computer Scientists seem to be more and more interested in digital historical sources, mainly because of their textual and visual richness. These sources provide new perspectives that bring in counter bias that are relevant for algorithm development within the domain of Artificial Intelligence (AI). To further promote the use of our digital collections within the AI Community, the KB was co initiator of the Cultural AI Lab (https://www.cultural-ai.nl/). Together with heritage institutes Rijksmuseum and National Institute for Sound and Vision and academic partners we jointly research how we can apply AI to open up our collections in new ways. But we also stimulate the use of our collections to improve AI techniques. In this talk, I will show how we evolved from serving Digital Humanists to collaborating with more different types of academic researchers. This allows us not only to assist researchers but also to improve our services and internal processes.

ETH Library Lab: Can library real-world labs act as proponents of transformative science?

Rafael Ball, Maximiliane Okonnek

Real-world labs can be understood as “contexts for real-world experiments, which aim at an improved understanding of transformation processes and actively facilitate them” (Schneidewind 2014). Departing from this notion, ETH Library Lab understands itself as “think and do tank” exploring plausible future scenarios for science and research and their potential impact on scientific libraries. Through facilitating co-design and co-production in an interdisciplinary setting it derives target knowledge on most desired library futures and transformation knowledge on how to work towards these in order to accelerate innovation.

The presentation will give an introductory overview of ETH Library Lab’s Innovator Fellowship Program, people and projects supported though its program and outcomes of the initiative. Moreover, it will elaborate on the concept of transformative science and examine the potential of the growing number of library labs to act as proponents of this development.

ETH Library Lab started in 2018 as a joint innovation initiative of ETH Library and the Library of Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Its goal is to advance information infrastructure and services for science, research and education. The lab’s Innovator Fellowship Program welcomes talents from across disciplines and educational levels.

 

16. November 2021


Vom gelenkten Zufall: Über das Finden in der Bibliothek

Markus Krajewski (Universität Basel)

Abstract

In Codice Ratio (ICR) is a research project born in 2016 at Roma Tre University with the aim of creating a tool for text transcription, extraction and use of data from ancient and modern historical manuscript sources, using machine learning and crowdsourcing techniques.

Since its conception, the project has benefited from the collaboration of the Vatican Apostolic Archive (VAA): the starting point was the study and analysis of papal chancery registers from the 12th and 13th centuries, which were interesting both in terms of graphics and text. ICR sees the collaboration of software engineers, archivists and paleographers: the machine learning algorithms for the Handwritten Text Recognition (HTR) engine are trained by data that can be collected involving non-expert users by means of a user-friendly Web interface. In this way, we aim at making available to the scholarly community not only transcriptions of manuscript sources with a satisfactory degree of reliability, but also a search engine for scholars, who will have the chance to search documents through in order to find prosopographical datas, words, facts, dates, documentary formulas. A big portion of European medieval, modern and contemporary history can be investigated by exploring the documents kept in the VAA, documents that are nowadays not always easy to be accessed and read. Automatic transcription and search engine will make easier to access this evidence. Automatic transcription can also be intended as important didactic tools in teaching palaeography and history of the handwritten documents. In this communication we would like to tell you about our research experience, the results achieved so far, and the future prospects in the field of humanities research and beyond.

30. November 2021


Eine neue Zeit für die universitären Bibliotheken beginnt

Podium mit Christian Schwarzenegger (Universität Zürich), Rudolf Mumenthaler (UB Zürich) und Christian Oesterheld (ZB Zürich).

Moderation: Nils Pfändler (NZZ)

07. Dezember 2021


Die ideale Bibliothek: Zwei Sichtweisen

Mit Gerhard Lauer (Universität Mainz) und Michael Schaepman (Universität Zürich)

14. Dezember 2021


Der Bibliotheksraum aus architektonischer Perspektive

Alexa Nürnberger (Herzog & de Meuron, Basel)

Abstract

Bibliotheksräume müssen unterschiedlichen und sich wandelnden Bedürfnissen gerecht werden. Der Wechsel vom gedruckten zum digitalen Medium und der konstante technologische Wandel bedeutet ein Nachdenken über die Bibliothek sowohl als Institution als auch als Gebäudetypologie. Die Frage nach der räumlichen Flexibilität stellt sich hier ebenso wie die Frage nach der Attraktivität für ein zukünftiges, neues Publikum – die «(Post) Digital Natives». Insbesondere an universitären Bibliotheken bestimmen die Entwicklung neuer Lernformen und die Berücksichtigung individueller Lernprozesse die funktionalen und räumlichen Anforderungen. Sie sind Orte der Konzentration, des stillen Lernens sowie Orte des Austauschs und der Kollaboration zugleich. Der Anspruch der (universitären) Bibliothek in ständigem, offenem Austausch mit der Gesellschaft zu stehen will ebenso räumlich übersetzt werden.

Nicht zuletzt am Beispiel des sich noch in Planung befindenden FORUM UZH sollen die Spannungsfelder zwischen (klassischer) Bibliothek und (Bibliothekarischem) Lernzentrum, zwischen formeller Institution und informellem Begegnungsort, zwischen Bibliothek und Stadt beleuchtet werden. Neben weiteren Beispielen universitärer Bibliotheken sollen auch anhand von Beispielen öffentlicher Bibliotheken die Fragestellungen zur Entwicklung und Bedeutung von Raum und Gebäude der Bibliothek verdeutlicht werden. Für die öffentliche Bibliothek in der Stadt wie für die universitäre Bibliothek gleichermassen gilt: Um ihre Relevanz im Informationszeitalter zu erhalten müssen Bibliotheken die Qualitäten traditioneller Bauten vereinen mit einem Angebot an alternativen Räumen für die gegenwärtige Nutzerschaft ebenso wie für das Publikum der Zukunft. So können sie auch in Zukunft ihrer Bedeutung als Orte des kollektiven Lernens gerecht werden.