Forschung mit Tieren

Medizinischer Fortschritt

Die moderne Medizin hat enorme Fortschritte zum Wohle der Menschen gemacht. Zahlreiche Krankheiten werden heute besser verstanden, dank der Forschung sind viele heilbar oder das Leiden der Betroffenen kann dank medizinischer Erfolge gelindert werden. Die Entdeckung etwa von Insulin, Antibiotika, die Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungen gegen Krebs und Herzkreislaufstörungen sowie moderne chirurgische und diagnostische Methoden wären ohne Laborversuche an Tieren nicht möglich gewesen.

Die Universität Zürich ist sich bewusst, dass viele Menschen den Einsatz von Versuchstieren kritisch sehen und nur mit Vorbehalten akzeptieren. Sie setzt deshalb wenn immer möglich alternative Methoden ein und forscht nur mit Tieren, wenn nicht anders möglich. Dabei verpflichtet sie sich zu einer vorbildlichen Tierhaltung, sachgerechter Ausbildung der beteiligten Personen, sorgfältiger Versuchsplanung und die Nutzung aller Möglichkeiten, um die Belastungen für die Tiere zu vermindern. Sie regelt dies mit einer strengen Policy, die sich auf die «Basler Deklaration» sowie die Umsetzung der 3R-Prinzipien «Replace, Reduce, Refine» (Vermeiden, Verringern, Verbessern) stützen.

Tierversuche vorwiegend mit Nagern

Tierversuch, Nagetier

Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz 614'581 Tiere für Tierversuche eingesetzt, 2,4% weniger als 2016. Gemäss Statistik des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen waren drei von vier der in Schweizer Universitäts- und Industrielabors verwendeten Tiere Mäuse (64,4%) und Ratten (11,0%). Dann folgen Vögel und Fische mit einem Anteil von je 9,7%. Knapp drei Viertel der Tiere (72,6%) erfuhren keine oder nur geringe Belastungen. Rund 24,6 % der Tiere waren einer mittelschweren Belastung und 2,8 % einer schweren Belastung ausgesetzt.

2017 wurden an der Universität Zürich 71'487 Tiere in Forschung und Ausbildung eingesetzt – ein Rückgang von 9% zum Vorjahr. Die am häufigsten verwendeten Tiere waren Mäuse (86,8%), Ratten (4,4%) und Schweine (1,8%). 69% der Tiere wurden in nicht oder wenig belastenden, 28% in mittelschwer belastenden und nur 3% in schwer belastenden Versuchen eingesetzt.

3R-Pinzip: Vermeiden, verringern, verbessern

Der Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Studien erfolgt wie alle beantragten tierexperimentellen Studien erst nach intensivster Güterabwägung durch die kantonalen Behörden. Die Tierversuchskommission und das Veterinäramt des Kantons Zürich beurteilen, ob das 3R-Prinzip eingehalten wird.

Replace Ersetzen des Tierversuchs durch eine tierversuchsfreie Studie 
Reduce  Reduktion der Anzahl Tiere auf das absolute Minimum
Refine  Verbesserung der Versuchsanordnung

Die Tierversuchskommission führt bei jedem eingereichten Gesuch für Tierversuche eine Güterabwägung durch. Der Nutzen der beantragten Studie wird dabei den für die Tiere entstehenden Belastungen entgegengesetzt. Nur wenn der Nutzen der Studie überwiegt, empfiehlt die Tierversuchskommission dem Kantonalen Veterinäramt, das Gesuch zu bewilligen.

Informationen des Veterinäramts des Kantons Zürich zu Tierversuchen und Versuchstierhaltung