Forscherinnen und Künstlerinnen in der Wissensproduktion zur Kunst Afrikas

Daniela Müller

Obwohl in den letzten Jahrzehnten der Genderansatz in der historischen und ethnologischen Forschung eine immer grössere Rolle spielte, ist die (westliche) männliche Perspektive in der Wissensproduktion zur Geschichte und Kunst Afrikas bis heute dominant.

Der Kunstethnologe Hans Himmelheber wuchs in einer von Debatten um Frauenbildung und Frauenrechte beeinflussten Umgebung auf. Sein Leben und seine Arbeit waren geprägt von der engen Zusammenarbeit mit verschiedenen Frauen, darunter Wissenschaftlerinnen und lokale Mitarbeiterinnen. Eine wichtige Rolle nahm seine Ehefrau Ulrike Himmelheber ein, mit der er Seite an Seite forschte, reiste, arbeitete und teilweise auch gemeinsam publizierte. Sie nahm an fünf von Hans Himmelhebers Forschungsreisen teil und veröffentlichte einen Teil ihrer Recherchen zur Lebenswelt liberianischer Frauen in ihrem Buch „Schwarze Schwester“.

Forscherinnen und Künstlerinnen in der Wissensproduktion Afrikas
Ulrike Himmelheber macht Notizen während eines Gespräches im Ort Gable, Liberia. Fotograf: Hans Himmelheber, 1950. Inv.-Nr. FHH 207-3, Museum Rietberg Zürich

Im Fokus des Teilprojektes stehen die Fragen, wie die Zusammenarbeit von Hans Himmelheber und seinen Mitarbeiterinnen im Forschungsalltag funktionierte, welche wechselseitigen wissenschaftlichen Einflüsse diese Kollaborationen generierten und welche Auswirkungen sie auf die Wissensproduktion zur Geschichte, Kunstethnologie und Regionalforschung in Afrika und Alaska hatten. Ein besonderes Augenmerk liegt in dieser Hinsicht auf Hans Himmelhebers Konzeptualisierung und Darstellung weiblichen Kunstschaffens. Von Interesse ist dabei, welche Rolle Frauen in Himmelhebers Kunst- und Künstler(innen)ansatz sowie in seiner Sammeltätigkeit spielten.

Kunst Afrikas
Eine liberianische Töpferin bei der Arbeit. Fotograf: Eberhard Fischer, 1960. Inv.-Nr. FHH 306-14, Museum Rietberg Zürich