Forschungsprojekte an der Abteilung für Osteuropäische Geschichte

Forschungsprojekte Prof. Dr. Nada Boškovska

Geographische Informationssysteme
Finanzierung: swissuniversities. Einzelprojekt im Rahmen des Programms P-8: Digital Skills for You (DISK4U), Laufzeit 2021-2024, Projektleitung: Daniel Ursprung

Projektziel: Entwicklung eines Online-Kurses zu Geographischen Informationssystemem. Während der vierjährigen Projektlaufzeit wird ein interdisziplnärer Selbstlern-Kurs für BA-Studierende entwickelt, der Grundlagen der Raumanalyse, geographischen Datenvisualisierung und Kartographie vermittelt.

Am Projekt beteiligt sind Dr. Eike von Lindern, Dr. Darío Negueruela del Castillo sowie die Abteilung Digitale Lehre und Forschung der PhF (Anita Holdener).

Projektmitarbeitende
Daniel Ursprung
Eike von Lindern

Emotionsgeschichte jugoslawischer Arbeiterinnen und Arbeiter in der Schweiz (1960-1980)
Finanzierung: Fonds «Forschung Ellen Rifkin Hill», Schweizerisches Sozialarchiv
Dissertationsprojekt, Laufzeit 01.01.2019 - 31.12.2021

Social Media: @geschichtedergastarbajteri
Link zum Instagram-Profil des Forschungsprojekts: https://www.instagram.com/geschichtedergastarbajteri

Projektleiterin/-mitarbeitende
Tomislava A. Kosić

Forschungsprojekte Prof. Dr. Jeronim Perović

Energie und Macht: Eine kulturgeschichtliche Betrachtung von der frühen Sowjetzeit bis zum Russland der Gegenwart
SNF Forschungsprojekt, Laufzeit 01.03.2011 - 28.02.2017, Projektleitung: Prof. Dr. Jeronim Perović

Im Mittelpunkt der Forschung steht der Erdöl- und Erdgassektor, der wie kein anderer Wirtschaftszweig innere und äussere Aspekte der Macht vereint: Erdöl war seit der frühen Sowjetzeit nicht nur zur Treibstoffgewinnung und für den Unterhalt der Armee wichtig, sondern hatte auch als Exportgut grosse Bedeutung. Erdgas wurde in der späteren Sowjetzeit zum wichtigsten primären Energieträger. Der Transport von Erdgas über Gaspipelines zwischen Sibirien und Europa schuf zudem energetische Abhängigkeiten, die bis heute das bestimmende strukturelle Element der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und Russland darstellen und entsprechend grossen Einfluss auf die politischen Beziehungen zwischen Ost und West haben. Dieses Projekt untersucht den energetischen Entwicklungsweg der Sowjetunion und Russlands im Rahmen von vier eigenständigen Teilprojekten, die Bestandteil der eigenen Forschung und zweier Dissertationen bilden und die den Besonderheiten der jeweiligen Epoche nachspüren: Untersucht wird die Bedeutung des Öls in der frühen Sowjetzeit, der Charakter der Stalinschen Erdölkampagne in der Nachkriegszeit, die Merkmale der energetischen Erschliessung Westsibiriens in der späten Sowjetzeit und die Rolle fossiler Energieträger im Russland der Gegenwart.

Projektmitarbeitende

Dunja Krempin
Felix Rehschuh
Tom Koritschan

Sicherheit, Krieg und Frieden in der Sowjetunion und Russland
SNF Forschungsprojekt, Laufzeit 01.01.2013 - 31.12.2016, Projektleitung: Prof. Dr. Jeronim Perović

Das Projekt untersucht, wie sich die sowjetischen und russländischen Sicherheitsbegriffe verändert und entwickelt haben. Sicherheit wird an der Schnittstelle zwischen Krieg und Frieden lokalisiert, sodass deren Darstellung, besonders in visuellen Medien, in den Mittelpunkt des Projekts rückt. Die Untersuchung strukturiert sich um Schlüsselereignisse der Ära Brežnev und des gegenwärtigen Russlands. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, gerade im Hinblick auf den Sicherheitsbegriff, machen eine vergleichende Analyse der beiden Zeiträume besonders spannend. Dabei werden theoretisch und methodisch verschiedene Ansätze verbunden. Theoretisch werden Diskurstheorie und securitization-Theorem kombiniert. Methodisch werden vor allem visuelle Medien untersucht, wie Filme oder Plakate, aber auch Zeitzeugen befragt.

Entsprechend den inhaltlichen Zielen gliedert sich das Vorhaben in zwei Subprojekte: Im Zentrum des ersten Teilprojekts steht die bislang noch wenig erforschte Brežnev-Ära. Der untersuchte Zeitraum (1968-1982) sticht hervor als eine Epoche der Widersprüche mit Blick auf die Darstellung von Krieg und Frieden: Das offizielle Bild der Sowjetunion als Friedensmacht spiegelte sich zwar zunächst in der Détente wider, liess sich aber nur schwer mit einer an der Wahrung von Einflusssphären orientierten Aussenpolitik vereinbaren (Beispiel: Afghanistan 1979). Frieden und Stabilität unter Brežnev waren immer brüchig und hinter Fassaden von Völkerfreundschaft und Internationalismus, wie besonders während der Olympischen Spielen 1980, schimmerten Unsicherheit und Krieg. Das zweite Teilprojekt richtet den Blick auf die Periode 2000-2012, die ebenfalls Stabilität und Sicherheit als politisches Leitmotiv hatte. Krieg und Frieden fanden auch in diesem Zeitraum unterschiedliche Darstellungen, die symbolisch disparate Entwicklungen verbinden mussten: So sprach die Führung unter Putin zwar von einer Befriedung Tschetscheniens, doch setzte sich der Konflikt unter neuen Vorzeichen auch in den Nachbarrepubliken fort. Verschiedene Terroranschläge in Moskau sorgten für Risse im Bild einer aufstrebenden und prosperierenden Metropole. Auch die Stabilität unter Putin war demnach zerbrechlich und nicht widerspruchsfrei.

Das Projekt untersucht sicherheitsrelevante Schlüsselmomente in beiden Perioden und fragt nach der Repräsentation 1) von Krieg, 2) von Terrorismus und 3) eines prekären Friedens. Es entsteht ein bildliches Kompendium sowjetisch-russischer Sicherheit, das zum besseren Verständnis vergangener und gegenwärtiger Innen- und Aussenpolitik des Landes beiträgt.

Forschungsprojekte Prof. Dr. Ekaterina Emeliantseva Koller

Late Soviet Village
SNF Forschungsprojekt, Laufzeit 01.11.2017 - 31.10.2021, Projektleitung: Prof. Dr. Ekaterina Emeliantseva Koller

https://latesovietvillage.com/

The project studies ambivalences of late Soviet society (60s to 80s), in contrast to current research, beyond urban modernity. Instead of reproducing the traditional narrative of decline, it proposes a new conceptualisation of the late Soviet village as a specific modus of entanglement between the city and the village and as a product of simultaneous “ruralisation” of urban life styles and “urbanisation” of rural life styles. By focusing on consumption practices, youth culture, family networks, Soviet rituals and community life in state farms (sovkhosy) of North-West Russia, the project will address issues of self-perception and –articulation of Soviet villagers vis-à-vis changing ideological frames and social practices between utopian urban modernity and the legacy of collectivization.

Projektmitarbeitende

Ekaterina Emeliantseva Koller
Anna Sokolova
Tatiana Voronina

Flexibler Sozialismus der Brežnev-Ära: Menschen, Institutionen und Emotionen in der geschlossenen Stadt Severodvinsk
SNF Postdoc Marie Heim-Vögtlin-Förderung, Laufzeit 2015 – 2017, Projektleitung: Prof. Dr. Ekaterina Emeliantseva Koller