Tag der Kommunikation und «Umtaufung» des Instituts

Am 23. März 2018 hat das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung mit einem Tag der Kommunikation den 115 Geburtstag der Kommunikationswissenschaft in Zürich sowie die Umbenennung des Institutes würdig gefeiert. Der Anlass stand unter dem Namen «Kommunikation? Kommunikation!», da genau dieser Begriff die eigentliche Änderung im neuen Institutsnamen ausmacht: von «Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung» zu «Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung».

Am nachmittäglichen Symposium erhielten die 200 geladenen Gäste einen Einblick in aktuelle Themen, mit denen sich die Forschenden am IKMZ auseinandersetzen. Dabei präsentierte sich das Institut im Dialog mit der Gesellschaft. In einem ersten unterhaltsamen Teil waren die Professoren aufgefordert, 10 Fragen zur Medienentwicklung zu beantworten, die ihnen von Roger de Weck (Ex- Generaldirektor SRG), Dominik Kaiser (Geschäftsführer 3 Plus), Tanja Hackenbruch (CEO Mediapulse), Rainer Stadler (Medienredaktor NZZ), Christof Moser (Chefredaktor Republik), Viktor Giacobbo (Kabarettist und Moderator) sowie Mitarbeitern von Google Zürich, Ringier Axel Springer Schweiz und anderen gestellt wurden.

In einem anschliessenden Roundtable diskutierte eine international gut durchmischte Expertengruppe unter der Moderation der IKMZ-Professorin Eszter Hargittai darüber, was der Wandel der Medien für die Kommunikationswissenschaft bedeutet. Hierzu präsentierten Johannes Bauer (Michigan State University), Claes de Vreese (University of Amsterdam), Barbara Pfetsch (Deutsches Internet Institut Berlin) und Christiane Eilders (Universität Düsseldorf) ihre Sichtweisen und gingen auch auf Fragen aus Publikum ein. Anschliessend nahm ein zweites Roundtable-Gespräch Bezug auf die «No Billag»-Abstimmung und fragte, welchen Transformationen die Schweizer Medienlandschaft in den nächsten Jahren ausgesetzt sein wird. Unter der Moderation von IKMZ-Professor Mark Eisenegger diskutierten Bakel Walden (Direktor Entwicklung und Angebote der SRF), Adrienne Fichter (Republik), Jost Aregger (BAKOM-Forschungsleiter) sowie Peter Wanner (Verwaltungsrat AZ & NZZ Regionalmedien) ihre unterschiedlichen Standpunkte. Der wissenschaftliche Teil des Nachmittagssymposiums wurde mit der Präsentation von drei NachwuchswissenschaftlerInnen am IKMZ abgeschlossen. Die Postdocs Moritz Büchi und Linards Udris sowie die Doktorandin Dominique Wirz präsentierten Forschung, die sich aus ihrer Beteiligung am World Internet Projekt, dem Jahrbuch Qualität der Medien sowie dem NCCR Democracy am IKMZ ergeben hat. Neben der exzellenten Qualität der Forschung verdeutlichte das Symposium die Vernetzung des Instituts sowie die Relevanz seiner Arbeiten für die internationale Wissenschaft und die Schweizer Mediengesellschaft.

Mit dem fliessenden Übergang ins feierlich-gesellige Abendprogramm rückte die Umbenennung des Instituts ins Zentrum. Institutsdirektor Frank Esser erläuterte die Gründe für die Umbenennung und ordnete sie in einen grösseren Zusammenhang ein. Die Kernbotschaft lautete, dass der Ersatz von Publizistik durch Kommunikation ein sich gewandeltes fachdisziplinäres Selbstverständnis ausdrückt und dem Wandel unserer Multikanal-Informationsumwelten sowie der Lehr- und Forschungsschwerpunkte am Institut besser gerecht wird. Nach einer Grussrede des UZH-Rektors Michael Hengartner, die die erfreuliche Entwicklung des IKMZ zu einem der führenden kommunikationswissenschaftlichen Institute in Europa hervorhob, kamen prominente Absolventen und dem Institut verbundene Personen zum Wort: Tobias Zehnder (Mitgründer von Webrepublic), Christian Schemer (Professor an der Universität Mainz), Hansi Voigt (Ex-Chefredaktor von 20 Minuten Online und Watson) sowie Gabriele Siegert (Prorektorin der UZH) hatten viel Lob an das ehemalige IPMZ, aber auch einige gute Ratschläge für die Zukunft des IKMZ zu verteilen.

Der eigentliche Höhepunkt des Abends stellte die Umtaufung des Forschungs- und Schulschiffes IPMZ in IKMZ dar. Dafür schlüpfte Institutsdirektor Frank Esser in die Rolle des Kapitäns und wurde bei der höchst unterhaltsamen Zeremonie von Prof. em. Heinz Bonfadelli in der Rolle des Taufpaten unterstützt. Nach einem Rückblick auf die Anfänge der IPMZ-Jolle gab er dem IKMZ-Hochseedampfer seine guten Wünsche mit auf den Weg. Das war der Auftakt für eine rauschende Party, die noch viele Stunden andauerte. Der Anlass bot durch seine sehr breite Durchmischung der Gäste aus Wissenschaft, Gesellschaft, Medien und Wirtschaft einen idealen Rahmen für intensive und angeregte Gespräche, die die vertiefte Vernetzung des Instituts sowie den kollegialen Geist der Mitarbeitenden sehr förderten.