Aktuelles

5. SCHWEIZERISCHER KONGRESS FÜR KUNSTGESCHICHTE, 22. - 24. Juni 2022 an der Universität Zürich

5. Schweizerischer Kongress für Kunstgeschichte

Kongress der Vereinigung der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker in der Schweiz (VKKS) in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut, Universität Zürich. 

22. - 24. Juni 2022, Universität Zürich (Hauptgebäude/Kollegiengebäude)

Programm 5. Schweizerischer Kongress für Kunstgeschichte (PDF, 222 KB)

Anmeldung bis am 31. Mai 2022 hier

 

Abbildung: Otto Weber, Augenklinik des Kantons Zürich (seit 1954 Standort des Kunsthistorischen Instituts), Fassadenriss, 1891, Staatsarchiv des Kantons Zürich.

 

Neuerscheinung

Thomas Lentes, Soweit das Auge reicht. Frömmigkeit und Visualität vom Frühmittelalter bis zur Reformation, hrsg. von David Ganz, Esther Meier und Susanne Wegmann, Berlin 2022. 

Themenschwerpunkt Kunst und Umwelt im FS 22

Die Geschichte der Kunst ist an vielen Punkten eng mit Umweltfragen verknüpft. Doch wie lassen sich die aktuellen Debatten zum Klimawandel, zum ökologischen Fussabdruck von Konsumgütern und zur nachhaltigeren Nutzung natürlicher Ressourcen stärker als bisher in das Fach Kunstgeschichte hineintragen? Mit unserem Themenschwerpunkt im Frühjahr versuchen wir, exemplarische Antworten auf diese Frage zu geben.

So konzentriert sich das BA-Seminar Quellen, Flüsse, Ozeane ganz auf das Element Wasser. Den Ausgangspunkt bilden Werke der zeitgenössischen Kunst, die sich mit der Rolle von Wasser in einer sich verändernden Umwelt auseinandersetzen. Von hier aus ergibt sich ein neuer Blick auf die Wasserbilder des Mittelalters, die Wasser als positiv besetztes, aber auch als bedrohliches Element präsentieren.

Was es bedeutet, eine ganze Stadt mitten im Wasser zu bauen, ist das Thema des MA-Seminars Die Lagune, die Erde und das Meer. Im Zentrum steht das komplexe Ökosystem der Lagunenlandschaft, in dem sich Venedig zu einer der bedeutendsten Kunstmetropolen Europas entwickelte. Dagegen verfolgt das BA-Seminar Die Sprache der Tiere: Tierdarstellungen in der Kunst des Mittelalters das Ziel, die traditionelle Sichtweise der Tier-Mensch-Verhältnisses kritisch zu überdenken. All diese Fragen und Themen begleitet die Vorlesung Von der Purpurschnecke zur Crypto-Art mit Überlegungen zum methodischen Vorgehen: Wo liegen generell die Möglichkeiten der Kunstgeschichte, Kunstwerke aus einer ökologischen Perspektive in den Blick zu nehmen?

Exkursion: Venedig. Kunst zwischen den Welten

6.–14. Juni 2022, Leitung: Prof. Dr. David Ganz, Tutorat: Kimberley Fetko

Der steile Aufstieg Venedigs – vom dünn besiedelten Inselarchipel zu einer führenden Handels- und Militärmacht – ist eine der erstaunlichsten Geschichten des vormodernen Europas. Entscheidenden Anteil an dieser Erfolgsstory (ebenso wie am späteren Bedeutungsverlust) hatten räumliche Faktoren: die Lage an einer Schnittstelle zwischen östlichen und westlichen Einflusssphären und Wirtschaftsräumen, und die Position zwischen den Elementen Land und Wasser im speziellen Ökosystem der Lagune. Mit dem Zuwachs an wirtschaftlichem Reichtum und politischer Macht entwickelte sich Venedig auch zu einem der bedeutendsten künstlerischen Zentren Europas: Im späten Mittelalter füllten sich Kirchen und Paläste mit Bildern und Skulpturen, die auf einzigartige Weise östliche und westliche Formen und Materialien verbanden. In der Renaissance und im Barock pflegten venezianische Künstler eine unverwechselbare Bildsprache atmosphärischer Leinwandmalerei. Gleichzeitig verliehen Architekten und Steinmetze der Stadt mit ihren marmornen Fassaden eine überwältigende Pracht. In der Gegenwart ist Venedig zu einer Destination für den globalisierten Massentourismus geworden. Bei der Exkursion wollen wir versuchen, hinter die millionenfach fotografierten Oberflächen der musealisierten Stadt zu schauen und die Kunstproduktion Venedigs von ihren politischen, ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen her zu verstehen. Dazu gehört, dass wir einen genaueren Blick auf die Entwicklung des Stadtraums und seiner Verkehrswege werfen, dass wir uns Techniken des Bootsbaus und der Schifffahrt klarmachen, dass wir das weitere Umfeld der Lagune erkunden und die Handelsrouten und die militärischen Kampagnen in unsere Betrachtung einbeziehen. Ebenso wollen wir uns mit den Veränderungen auseinandersetzen, die die Metropole des „goldenen Zeitalters“ in das Venedig der Gegenwart verwandelt haben: dem Verlust politischer und wirtschaftlicher Macht, der Entdeckung für ausländische Reisende, der Einrichtung der Biennalen, der forcierten Industrialisierung und den ökologischen Problemen innerhalb der Lagune.

Mehr Infos findest Du hier (PDF, 257 KB)

2 neue Blogs! Bildglossar zur mittelalterlichen Kunst und Written Camposanto

 Link Blog Bildglossar zur mittelalterlichen Kunst

Über das Bildglossar zur mittelalterlichen Kunst:

Das Bildglossar für die Kunst des Mittelalters ist ein neues digitales Nachschlagetool für Studierende der Kunstgeschichte. Es kann in einer Vielzahl von Situationen rund ums Studium genutzt werden: beim Verfassen von Referaten und Seminararbeiten, bei der Lektüre von Fachpublikationen oder beim Nacharbeiten von Vorlesungen … Die zentrale Idee ist die eines Portals, das wichtige Fachbegriffe allgemeinverständlich erklärt und sie anhand von Abbildungen exemplarisch veranschaulicht. Über die Suchfunktion ist dabei immer auch ein Quereinstieg in die Beiträge möglich – beispielsweise der Weg von den erläuternden Kommentaren zu den Fachbegriffen selbst, die man möglicherweise ja noch gar nicht kennt. Links, die zwischen den Artikeln gesetzt sind, laden zudem zum vernetzten Suchen und Weiterlesen ein. Mit diesen Merkmalen ist das Bildglossar ein ideales Hilfsmittel sowohl für die Suche nach dem „passenden“ Begriff beim Beschreiben oder Analysieren von Kunstwerken wie für das Verstehen „fremder“ Fachausdrücke beim Lesen kunsthistorischer Texte.

Das Bildglossar für die Kunst des Mittelalters ist ein studentisches Projekt am Lehrstuhl für Kunstgeschichte des Mittelalters. Es wurde von Rebecca Ehl in Zusammenarbeit mit Prof. David Ganz entwickelt. Das Glossar ist als work in progress konzipiert – aktuell deckt es vor allem die Gebiete der „Buchkunst“ und der „Materialien und Techniken“ ab, doch sollen in Kürze andere Bereiche wie „Ikonographie“ und „Kleidung“ folgen. Für Ideen und Anregungen zu weiteren Einträgen wie für Kommentare sind Nachrichten an bildglossar@khist.uzh.ch willkommen!

Link Written Camposanto. The Pisan Cemetery through the Eyes of Chroniclers, Artists and Travelers

Über Written Camposanto

Der Blog Written Camposanto. The Pisan Cemetery through the Eyes of Chroniclers, Artists and Travelers macht die Wahrnehmungsgeschichte eines der faszinierendsten Orte der Kunstgeschichte Italiens lebendig. Nicht erst seit dem Zeitalter des Tourismus zählt der Camposanto, der an der Piazza dei Miracoli gelegene Friedhof des Pisaner Dombezirks, zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Italiens: Über viele Jahrhunderte hinweg besichtigten Künstler, Pilger und Reisende aus allen Teilen Europas das berühmte Bauwerk: sei es wegen der spektakulären Wandmalereien eines Buonamico Buffalmacco oder Benozzo Gozzoli, wegen der antiken Sarkophage, die die Pisaner für die Bestattung hochgestellter Persönlichkeiten verwendeten – oder wegen der Erde aus dem Heiligen Land, die im offenen Bereich des Friedhofs ausgestreut lag und der man wunderbare Eigenschaften der raschen Zersetzung menschlicher Körper zuschrieb.

Written Camposanto macht die in grosser Zahl überlieferten Beschreibungen des Camposanto aus der Zeit des 14. bis 18. Jahrhunderts erstmals systematisch zugänglich: in Digitalisaten der Handschriften und historischen Drucke, in Transkriptionen der Texte in Originalsprache und in englischen Übersetzungen. Zu den ausgewerteten Texten zählen die Viten Giorgio Vasaris, die Reiseberichte Montaignes und Montesquieus und viele weitere Zeugnisse mehr. Anhand einer Timeline lässt sich die Chronologie des Schreibens über den Camposanto Schritt für Schritt nachvollzeihen.

Written Camposanto ist ein studentisches Projekt am Lehrstuhl für Kunstgeschichte des Mittelalters. Es wurde von Dahi Jung in Zusammenarbeit mit Prof. David Ganz und einem mehrköpfigen Team von Bearbeiterinnen und Bearbeitern entwickelt. Für Ideen und Anregungen wie für Kommentare sind Nachrichten an camposanto@khist.uzh.ch willkommen!