UNSTABLE GROUNDS. Künstlerische Handlungsoptionen in urbanen Räumen // Artists Operating in Urban Space

Unstable Grounds

 

 

Öffentliche Veranstaltungsreihe
Mittwochs, 18.15–19.45 Uhr
Rämistrasse 59, 8001 Zürich
Hörsaal RAA-G-15
Eintritt frei

Programm (PDF, 2469 KB)

 

Seit den 1960er Jahren fordern Stadträume und Räume des Öffentlichen künstlerische Aktivität in besonderer Weise heraus. Nicht nur ist in einer Stadt wie Zürich Kunst als Bekenntnis öffentlicher Kulturförderung omnipräsent, sondern künstlerisches Arbeiten greift heute thematisch, ortsspezifisch und ästhetisch in aktuelle Debatten ein – Themen wie Überwachung, Gentrifizierung, Marginalisierungsprozesse oder die politische Gestaltung urbaner Strukturen sind Felder künstlerischen Arbeitens geworden. Urbaner und sozialer Raum wird permanent neu produziert und zugleich durch den Einfluss von Politik, Stadtplanung und Kunstszene kuratiert und gemanagt. Während Kunst und Kultur längst zu einem Imagefaktor für Städte und Stadtentwicklung geworden sind, agieren künstlerische Positionen zunehmend mit der Besetzung von Räumen als Orten des Austauschs und versuchen ihre Vereinnahmung durch Management und etablierte Ökonomien zu unterlaufen. – Welche Handlungsmöglichkeiten bleiben für Künstler_innen? Welche Zukunft kann für urbane Räume entworfen werden unter den Maßgaben von Nachhaltigkeit? 


Versteht man Raum als permanente Re-Figuration von sozialem und kommunikativem Handeln (Löw 2001, Knoblauch 2017), stellt sich aus kunstwissenschaftlicher Perspektive die Frage, welche besondere Rolle künstlerisches Handeln dabei spielen kann. Die Vortragsreihe bringt Perspektiven von Raumwissenschaft und Raumsoziologie, Stadtethnologie und kritischer Stadtforschung ebenso ein wie künstlerische, kulturwissenschaftliche und institutionelle Positionen. Welche Konflikte und Möglichkeiten eröffnen institutionelle Rahmungen wie Off-Spaces oder staatliche Kulturförderung von Kunst in öffentlichen Räumen? Wie können ephemere Handlungen städtische Räume ebenso nachhaltig prägen, gar ein kollektives Gedächtnis nachhaltig verändern wie die materielle Präsenz eines Denkmals? Nach den Diskussionen um die Herstellung von öffentlichen Räumen durch Kunstwerke, dem Engagement für soziale Gemeinschaften (Kwon 2002, Lacy 1995, Lind 2007) und der kollaborativen Konstruktion von Situationen (Doherty 2002), scheint das einzig mögliche Fazit: Es gilt das urbane Terrain zu besetzen (Rosler 2011). 

 

Termine:

3. Oktober
URBANE HANDLUNGSRÄUME DER KUNST. EINE EINFÜHRUNG
Bärbel Küster und Vicky Kiefer (Universität Zürich)

 
17. Oktober | VORTRAG (EN.)
WALKING AROUND PLACEMAKING (EN.) 
Cara Courage (Tate Exchange, London) 

 
31. Oktober | GESPRÄCH 
FÜR EINE UNBERECHENBARKEIT DES ÖFFENTLICHEN RAUMS?
Christian Schmid (Stadtforscher, ETH Zürich) und Martin Krenn (Künstler, Wien) Moderation: Bärbel Küster


14. November | GESPRÄCH 
TAKING ACTION: KÜNSTERISCH-URBANE PRAKTIKEN
Kathrin Wildner (Stadtethnologin, HafenCity Universität Hamburg/metroZones, Berlin) & Barbara Holub (Künstlerin/transparadiso, Wien) 


28. November | GESPRÄCH 
DECONSTRUCTING SELF: THE 'OTHER' IN PUBLIC SPACE (EN.) 
Fiona Siegenthaler (Ethnologin u. Kunstwissenschaftlerin, Universität Basel/University of Johannesburg) und Khanyisile Mbongwa (Kuratorin/Norval Foundation, Cape Town)  


12. Dezember | PODIUMSDISKUSSION | HÖRSAAL RAA-G-01
INSTITUTIONEN IM GELÄNDE: ZUR BESETZUNG DES URBANEN RAUMS 
Barbara Basting (Leiterin Kunstförderung Stadt Zürich), Dirck Möllmann (Stadtkurator Hamburg), Esther Eppstein (Künstlerin/message salon, Zürich), Sonja Hornung (Künstlerin, Berlin), Moderation: Rachel Mader (Leiterin des Studiengangs Kunst, Design & Öffentlichkeit, Hochschule Luzern)

 

Institutskolloquium Herbstsemester 2018
Konzeption und Organisation:
Prof. Dr. Bärbel Küster, Vicky Kiefer, M.A. und Elena Grignoli, M.A.
Kontakt: elena.grignoli(at)uzh.ch