Monographien und Sammelbände

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2021

Kritik der Perspektive

Dominique Laleg. Kritik der Perspektive. Zürich/Berlin: Diaphanes 2021.

Die Linearperspektive ist in der künstlerischen Bildproduktion über Jahrhunderte ein wirkmächtiges Paradigma, bis sie in eine Krise gerät. Denn die ästhetische Moderne attackiert das hegemoniale Modell der perspektivischen Formgebung und macht die Perspektive zu einem Objekt der Kritik, von der angenommen wurde, dass sie Perspektivität überwinde.

Anhand philosophischer Schlüsseltexte und mit Blick auf ausgewählte Werke von Rebecca H. Quaytman, Walid Raad, Bruce Nauman, Alberto Giacometti und Marcel Duchamp, entwickelt Dominique Laleg einen Begriff der Perspektive, welcher dem modernen Narrativ von deren Ende widerspricht. Denn gerade in der Kritik der Perspektive zeigt sich ihre Konjunktur als Modell, das sowohl in der modernen Theoriebildung als auch in der künstlerischen Praxis zum Tragen kommt.

Laleg zeigt, wie die moderne Geschichte der Perspektive in den wirksamen Transformationen ihrer Form sowie der damit konstituierten Subjektivität besteht. Die moderne Kritik der Perspektive muss als Kritik mit den Mitteln der Perspektive selbst begriffen werden, denn Selbstkritik bildet den Knotenpunkt von Perspektive und Moderne.

 Liquid Ecologies in Latin American and Caribbean Art

Karolina Zgraja, Cristina Urchueguía (Hrsg.). Klang und Stille in der Bildenden Kunst: Visuelle Manifestationen akustischer Phänomene. Basel: Schwabe 2021.

Akustische Phänomene sind unsichtbar und vergänglich. Sie bildlich zu fassen, stellt einen anspruchsvollen künstlerischen Abstraktionsakt dar: eine auditive Sinneserfahrung wird in eine visuelle überführt. Die interdisziplinären Beiträge des Bandes «Klang und Stille in der Bildenden Kunst» untersuchen künstlerische Strategien der Darstellung akustischer Phänomene anhand von Schlüsselwerken, indem aus kunsthistorischer und musikwissenschaftlicher Perspektive epochenübergreifend auf formale und inhaltliche Aspekte eingegangen wird.

2020

Diálogo artístico durante la Edad Media

Francine Giese, Alberto León-Muñoz (eds). Diálogo artístico durante la Edad Media: Arte islámico – arte mudéjar. Madrid: Casa Árabe 2020.

Fruto de la colaboración entre Casa Árabe y las universidades de Córdoba y Zúrich, se publica el volumen "Diálogo artístico durante la Edad Media. Arte islámico-arte mudéjar ", como resultado del seminario internacional que tuvo lugar en Córdoba en noviembre de 2016.
Con el objetivo de analizar, compartir y divulgar tanto los resultados, como los proyectos y propuestas recientes en el estudio del pasado islámico y mudéjar de la Península, los coordinadores de la iniciativa, los profesores Francine Giese y Alberto León-Muñoz, convirtieron a Córdoba en el eje científico central por dónde deben ineludiblemente pasar estos y otros debates (de diálogo) sobre el pasado islámico y mudéjar, tanto de la Península Ibérica como de la totalidad del Mediterráneo medieval.
Fruto de este trabajo y del esfuerzo de todos y cada uno de los participantes, nos es grato presentar esta publicación, como una muestra más del compromiso de Casa Árabe como centro estratégico de las relaciones de España con el mundo árabe. Un punto de encuentro donde los distintos actores e instituciones, privadas y públicas, del ámbito de la empresa, la educación, el mundo académico, político y cultural, dialogan, interactúan, establecen líneas de cooperación y emprenden proyectos conjuntos.
Los artículos reunidos en este volumen, como bien ponen de manifiesto los coordinadores del mismo, nos ofrecen una “visión complementaria” en un contexto de necesaria “colaboración interdisciplinaria entre la arqueología y la historia del arte” llegando a cubrir “gran parte de la compleja realidad poliédrica del arte y la arqueología islámica y mudéjar”.

 Liquid Ecologies in Latin American and Caribbean Art

Bettina Gockel, Nadine Jirka, and Stella Jungmann (eds). The Colors of Photography. (Studies in Theory and History of Photography, 10.) Berlin: De Gruyter 2020.

Die Publikation «The Colors of Photography» bietet ein vertieftes Verständnis von der Bedeutung von Farbe im Feld der Fotografie. Bis anhin hat die Farbfotografie stets das «Hier und Jetzt» markiert, während Schwarzweissfotografien mit unserem Geschichtsbild verknüpft wurden und so unser kollektives Gedächtnis geformt haben. Solche generalisierenden Dichotomien beginnen sich jedoch aufzulösen wenn man die ästhetische, kulturelle und politische Komplexität von Farbe in der Fotografie betrachtet.

 Liquid Ecologies in Latin American and Caribbean Art

Lisa Blackmore, Liliana Gómez (eds). Liquid Ecologies in Latin American and Caribbean Art. New York: Routledge 2020.

This interdisciplinary book brings into dialogue research on how different fluids and bodies of water are mobilised as liquid ecologies in the arts in Latin America and the Caribbean.
Examining the visual arts, including multimedia installations, performance, photography and film, the chapters place diverse fluids and systems of flow in art historical, ecocritical and cultural analytical contexts.
The book will be of interest to scholars of art history, cultural studies, environmental humanities, blue humanities, ecocriticism, Latin American and Caribbean studies, and island studies.

Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter 1050–1300

Daniela Mondini, Carola Jäggi, Peter Cornelius Claussen (Hrsg). Die Kirchen der Stadt Rom im Mittelalter 1050–1300: Band 4 (M – O): SS. Marcellino e Pietro bis S. Omobono. (Corpus Cosmatorum II,4). Stuttgart: Steiner 2020.

Die Autorinnen und Autoren rekonstruieren die Bau- und Ausstattungsgeschichte der Kirchen der Stadt Rom vom 11. Jahrhundert bis an die Wende zum 14. Jahrhundert anhand von Schrift- und Bildquellen sowie Grabungs- und Baubefunden. Im vierten Band der Reihe werden insgesamt 37 Kirchen untersucht, darunter zahlreiche bekannte mittelalterliche Marienkirchen wie S. Maria Rotonda (Pantheon) oder S. Maria sopra Minerva, aber auch unbekanntere Bauten wie S. Maria in Cappella. Im Fokus der monografischen Einzelstudien steht die Geschichte der kirchlichen Institutionen, ihrer Architektur sowie ihrer liturgischen Ausstattung. Eine hervorgehobene Stellung nimmt die Kirche S. Maria in Cosmedin ein: Die Analyse der komplizierten Bau- und Restaurierungsgeschichte wirft in vielen Punkten ein neues Licht auf den vermeintlich wohlbekannten Bau. Bereichert wird der Band durch einen farbigen Tafelteil zu aussagekräftigen Zeugnissen römischer Kirchenarchitektur des Mittelalters.

Gestundete Zeit 100 Jahre Hans Josephsohn

Claudia Keller, Bärbel Küster (Hrsg). Gestundete Zeit: 100 Jahre Hans Josephsohn. Zürich: Scheidegger & Spiess 2020.

Hans Josephsohn gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Er schuf in sechs Jahrzehnten ein umfangreiches, radikal eigenständiges Œuvre. 1920 in Königsberg geboren, emigrierte er zunächst nach Italien und dann nach Zürich, wo er von 1938 bis zu seinem Tod 2012 lebte. Josephsohn, einer der vielen Geflüchteten des 20. Jahrhunderts, war kein Zeitflüchtiger: Seine Zeit ist, mit Ingeborg Bachmann gesprochen, eine «gestundete Zeit», eine aufgeschobene, eine gedehnte Zeit im Bewusstsein ihrer Präsenz.
Anlässlich von Josephsohns 100. Geburtstag diskutieren die Beiträge in diesem Band Aspekte von Zeitlichkeit im Umgang mit dem Material sowie Arbeitstechniken, Übersetzungsprozesse und Narrationsformen. Sie beleuchten das oft als zeitlos-archaisch beschriebene Werk Josephsohns in zeithistorisch-politischen und künstlerischen Kontexten. Ein dreiteiliger Bild-Essay des Schweizer Fotografen Jules Spinatsch wirft einen neuen Blick auf die Skulpturen in öffentlichen Räumen.

Die Poesie der Linie

Jonas Beyer, Michael Matile (Hrsg). Die Poesie der Linie: Italienische Meisterzeichnungen. Zürich: Scheidegger & Spiess 2020.

Die Sammlung von italienischen Altmeisterzeichnungen am Kunsthaus Zürich ist ein bislang ungehobener Schatz. Einige der prominentesten Künstler zwischen Renaissance und Barock, darunter Raffael, Palma Vecchio und Correggio, sind im Bestand der Grafischen Sammlung mit exquisiten Zeichnungen vertreten. Erstmals wurde nun eine breitere Auswahl von Blättern einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Der daraus hervorgegangene Band versteht sich ebenso als künftiges Referenzwerk für diesen Teil des Museumsbestands wie auch als Begleitbuch der gleichnamigen Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich.

 Liquid Ecologies in Latin American and Caribbean Art

Stefano D’Ovidio, Joris van Gastel, Tanja Michalsky (Hrsg.). Città tangibili: Materialità e identità in Italia meridionale. (Quaderni della Bibliotheca Hertziana.) Roma: Campisano Editore 2020.

Per buona parte del Novecento la storia dell’arte è stata condizionata dal pregiudizio filosofico in favore dell’Idea che ha ridotto i materiali a un anti-valore, relegandoli all’ambito esclusivo dei restauratori. La storiografia internazionale degli ultimi decenni ha ribaltato questa visione, ponendo i materiali al centro della riflessione. I saggi raccolti in questo volume intendono proporre un percorso nella storia dell’arte in Italia meridionale dal Medioevo al Novecento, letta attraverso il filtro della materialità, intesa non soltanto come insieme di risorse primarie e condizionanti della produzione artistica e architettonica del territorio, ma anche e soprattutto come medium attraverso il quale sono stati plasmati e fusi modelli culturali, competenze tecniche, istanze di rappresentazione politica, sociale, ideologica e religiosa. Fino a che punto i materiali esprimono nessi con il contesto geologico e l’ambiente naturale? Come si relazionano al passato di un luogo? Come contribuiscono alla creazione dell’identità collettiva? Intorno a questi interrogativi ruotano i casi discussi nel libro, che si collocano in una prospettiva di lunga durata, il secondo millennio dell’era cristiana, durante il quale l’Italia meridionale ha preso forma in quanto entità distinta dal resto della Penisola. Ne risulta un quadro variegato in cui la materialità si propone come strumento interpretativo in grado di sovvertire categorie storiografiche precostituite e di svelare il rapporto indissolubile tra arte, materia e società.

Nature and the Arts in Early Modern Naples

Frank Fehrenbach, Joris van Gastel (Hrsg.). Nature and the Arts in Early Modern Naples. (Naturbilder / Images of Nature, 7.) Berlin: De Gruyter 2020.

Mit dem weiten Meer, der felsigen Küste und der bedrohlichen Gegenwart des Vesuvs ist das Bild Neapels in der kollektiven Imagination mehr als jede andere Stadt der Frühen Neuzeit durch seine Natur geprägt. In diesem Band untersuchen Kunst-, Literatur- und WissenschaftshistorikerInnen die Konvergenzen von Kultur und Natur in einem einzigartigen geographischen Kontext.

Ein Dialog der Künste

Barbara von Orelli-Messerli (Hrsg.). Ein Dialog der Künste: Neuinterpretation von Architektur und die Beschreibung in der Literatur der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. (Ein Dialog der Künste, 4.) Petersberg: Michael Imhof Verlag 2020.

Zielsetzung des vierten Symposiums Ein Dialog der Künste ist es, die Polysemie von Architektur aufzuzeigen, und zwar nicht als statische, sondern als aktive Komponente des Gebauten, die sich zudem der Autorität des Architekten entzieht. Es geht um die Neuinterpretation von Architektur, wie sie in keinem Architekturtraktat und von keinem Architekten für den von ihm konzipierten Bau vorgesehen ist. Wenn sich also der Blick und die Intention des Architekten auf die Bauaufgabe richtet, kann die so erstellte Architektur in der Folge ihre Funktion ändern oder zusätzliche Funktionen übernehmen. Es ist der außenstehende Beobachter, Betrachter, Bewohner oder Besucher, der wechselnde, zusätzliche oder ganz neue Funktionen eines Gebäudes erkennt und beschreibt, wobei diese Funktionen durch dessen Erbauer nie in Betracht gezogen wurden. Festgehalten in literarischen Texten können diese neuen Funktionen beschrieben und von den Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern analysiert und interpretiert werden. Das vierte Symposium der Reihe Ein Dialog der Künste bot die Möglichkeit der wissenschaftlichen Überprüfung der traditionellen kunsthistorischen Methoden, deren Hinterfragung und das Generieren neuer Methoden. Es galt auszuloten, inwieweit es der Literatur der verschiedenen Zeitebenen und Genres gelingt, den interdisziplinären Dialog aufzunehmen.

 Museo Vincenzo Vela in Ligornetto

Marc-Joachim Wasmer. Museo Vincenzo Vela in Ligornetto. 3. überarb. und erw. Ausg. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte 2020.

Als eines der kulturhistorisch interessantesten Beispiele Europas ist das Museo Vincenzo Vela das bedeutendste noch erhaltene Künstlerhaus der Schweiz. Es beherbergt fast sämtliche Gipsoriginale des Tessiner Bildhauers Vincenzo Vela (1820–91). In Ligornetto geboren, war Vela ein hochrangiger Vertreter des Realismus in der Bildhauerei, überdies in Mailand und Turin ein aktiver Mitstreiter des Risorgimento – der Bewegung für die Einheit Italiens. Auf der Höhe seines Ruhms liess er in seinem Heimatdorf ein herrschaftliches Wohn- und Atelierhaus errichten. Dort präsentierte er nach der Rückkehr in einem eigens dafür konzipierten Ausstellungssaal die Gipsmodelle seiner Hauptwerke in Originalgrösse. Dem Wunsch seines Vaters folgend, hinterliess Spartaco Vela das Anwesen 1892 testamentarisch der Schweizerischen Eidgenossenschaft. 1898 wurde das Museum eröffnet, erfolgte 1998–2001 nach Plänen des Architekten Mario Botta eine Erneuerung. Das Museum ist zudem eine Institution mit wissenschaftlichem Dokumentationsarchiv, regelmässig werden Sonderausstellungen, Vermittlungsaktivitäten, Tagungen, Vorträge und Konzerte organisiert.

The Global Reception of Heinrich Wölfflin’s Principles of Art History

Evonne Levy, Tristan Weddigen (eds.). The Global Reception of Heinrich Wolfflin’s Principles of Art History. (Studies in the History of Art, 82.) New Haven, London: Yale University Press 2020.

Can the reception of a single, widely disseminated book offer a historical road map for a global art history? This is the question posed by the editors of this volume of essays, which charts the enduring response to the Swiss art historian Heinrich Wölfflin’s Principles of Art History, first published in German in 1915. Translated into 22 languages and still in print in many of them, Wölfflin’s book inaugurated an art history based entirely on “forms of seeing” and employing a comparative method. Many of the translators and transmitters of the text are represented in essays on the book’s readership in Europe, North and South America, and South and East Asia. From its reception, positive and negative, the first genealogy of a global art history emerges.

Salomon Geßner

Tristan Weddigen, Oskar Bätschmann (Hrsg.). Heinrich Wölfflin: Salomon Geßner. (Heinrich Wölfflin Gesammelte Werke: Schriften, 3.) Basel: Schwabe 2020.

Heinrich Wölfflin veröffentlichte seine Studie Salomon Geßner 1889, nur ein Jahr nach seiner berühmten Habilitationsschrift Renaissance und Barock. Als einzige Monographie mit literaturwissenschaftlichem Schwerpunkt nimmt sie im OEuvre des Kunsthistorikers eine Sonderstellung ein. Wölfflin widmet sich hier dem Zürcher Dichter, Maler und Graphiker der Aufklärung (1730–1788), der schon zu Lebzeiten europaweit Ansehen genoss und als Künstler und Verleger mit Zeitgenossen wie Christoph Martin Wieland, Johann Georg Sulzer, Karl Wilhelm Ramler und Anton Graff verkehrte. Wölfflin beleuchtet die Lebensgeschichte Geßners, kontextualisiert dessen Idyllendichtungen, untersucht ihre literarischen Voraussetzungen und nimmt sprachliche Analysen vor. Hinzu kommt eine kunsthistorische Einordnung des bildkünstlerischen Schaffens Geßners.
Als Teil der neuen kritischen Edition der gesammelten Werke Wölfflins erscheint Salomon Geßner erstmals wieder und mit einer literaturwissenschaftlichen Einleitung von Wolfgang Proß, der eine umfassende Würdigung der Monographie als ein Dokument der transdisziplinären Forschung Wölfflins vornimmt. Überdies bringt Proß die Schrift mit dem zentralen Konzept der Stilgeschichte in Zusammenhang und verortet die Untersuchung in der literaturwissenschaftlichen Forschungsdiskussion des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Der kritische Kommentar erschliesst das reiche Quellenmaterial zu Salomon Geßner aus Wölfflins Notiz- und Tagebüchern. Damit leistet die kommentierte Edition einen Beitrag zur fächerübergreifenden Wissenschaftsgeschichte und zur Text-Bild-Forschung.

Die Jugendwerke des Michelangelo

Tristan Weddigen, Oskar Bätschmann (Hrsg.). Heinrich Wölfflin: Die Jugendwerke des Michelangelo  (Heinrich Wölfflin Gesammelte Werke: Schriften, 4.) Basel: Schwabe 2020.

Mit einem neuen methodischen Vorgehen verfolgt Heinrich Wölfflin das Ziel, die frühen Werke Michelangelos anhand formanalytischer Kategorien chronologisch und stilistisch zu ordnen. Dabei bestimmt er die Bedeutung der auf Echtheit geprüften Objekte für die spätere Entwicklung des Künstlers. Wölfflin untersucht die Werke hinsichtlich ihres Ausdruckswerts und vermeidet damit ihre biografische und kulturhistorische Verortung. Mit dieser provokativen Studie distanziert sich der junge Autor von der traditionellen Kunstgeschichtsschreibung und positioniert sich in der etablierten Michelangelo-Forschung des ausgehenden 19. Jahrhunderts. An den Jugendwerken des Michelangelo, die an Wölfflins Habilitationsschrift Renaissance und Barock anschliessen, lässt sich die Zeitgebundenheit seines methodischen Vorgehens vor der Folie der Geschichte der Kunstgeschichte ablesen.
Das Werk wird mit einer Einleitung von Joseph Imorde und einem kritischen Kommentar von Karolina Zgraja erstmals wissenschaftlich erschlossen und historiografisch kontextualisiert.

2019

Clothing Sacred Scriptures

David Ganz, Barbara Schellewald (eds). Clothing Sacred Scriptures: Book Art and Book Religion in Christian, Islamic, and Jewish Cultures. Berlin: De Gruyter 2019.

According to a longstanding interpretation, book religions are agents of textuality and logocentrism. This volume inverts the traditional perspective: its focus is on the strong dependency between scripture and aesthetics, holy books and material artworks, sacred texts and ritual performances. The contributions, written by a group of international specialists in Western, Byzantine, Islamic and Jewish Art, are committed to a comparative and transcultural approach. The authors reflect upon the different strategies of »clothing« sacred texts with precious materials and elaborate forms. They show how the pretypographic cultures of the Middle Ages used book ornaments as media for building a close relation between the divine words and their human audience. By exploring how art shapes the religious practice of books, and how the religious use of books shapes the evolution of artistic practices this book contributes to a new understanding of the deep nexus between sacred scripture and art.

Der Bamberger Psalter

David Ganz, Karin Eckstein, Sibylle Russ, Bettina Wagner. Der Bamberger Psalter. Msc. Bibl. 48 Staatsbibliothek Bamberg: Kommentar zur Faksimile-Edition. Luzern: Quaternio 2019.

Souvenir Suisse: Die Graphiksammlung der Stiftung Familie Fehlmann

Féraud, Christian, Michael Matile (Hrsg). Souvenir Suisse: Die Graphiksammlung der Stiftung Familie Fehlmann. Petersberg: Michael Imhof Verlag 2019.

Erinnerungen sind das Bleibende im Gedankengut von Reisenden, heute wie damals – seien es Fotos, Postkarten, Ansichten oder das gute alte Skizzenbuch. Sie alle sind hilfreiche Gedankenstützen. Als die Schweiz im 18. Jahrhundert mit dem aufkommenden Tourismus zum Reiseziel wurde, entstand eine neue Art der Bildproduktion: Der Winterthurer Maler, Zeichner und Radierer Johann Ludwig Aberli (1723–1786) erfand in den 1760er Jahren die handkolorierte Umrissradierung, eine klug gewählte Kombination von Druckgraphik und Aquarell. Die bei Käufern beliebten Blätter waren hochbezahlte Souvenirs, die als Abbild des „Arkadien Europas“ bis nach England und Russland Verbreitung fanden.
Die Stiftung Familie Fehlmann in Winterthur, die 2016 auf Initiative des Winterthurers Heinz Fehlmann-Sommer gegründet worden ist, besitzt eine faszinierende Sammlung dieser Druckgraphik der „Schweizer Kleinmeister“. Diese ursprünglich von seinem Vater Heinrich Fehlmann-Richard mit viel Liebe und Kennerschaft zusammengetragenen Blätter werden nun erstmals einem breiten Publikum in Buchform präsentiert.

Haiku-Surimono

Hans B. Thomsen. Haiku-Surimono: Gedicht-Surimono, Sammlungs-Album 1 des alten Baimin. Diessenhofen: edition-ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ 2019.

Das Originalalbum stammt aus der Zeit um 1880. Es beinhaltet 93 japanische Holzschnitte mit Gedichten, die früher entstanden sind und hier kompiliert wurden. Die Faszination dieser vielfach unbekannten Bildgedichte besteht in der subtilen Ausdruckskraft der Bildmotive; Flora, Fauna, idyllische Landschaften und lebhafte Alltagszenen sind mit wenigen Pinselstrichen umrissen. Diese bildlichen wie textlichen Vorlagen wurden in Holzschnitt überführt und gedruckt, was die filigrane Drucktechnik offenbart. – Die Publikation, in der ein Faksimile des Originalalbums aus der Sammlung Erich «Chnolli» Gross/Zürich abgedruckt und wissenschaftlich kommentiert wird, erschien anlässlich der Ausstellung «Surimono – Gedichtblätter der Shijō-Schule» im Museum Rietberg in Zürich (Oktober 2019–Februar 2020).

2018

Into the Wild: Kunst und Architektur im globalen Kontext

Antonie Bassing-Kontopidis, Laura Hindelang, Charlotte Matter, Filine Wagner (Hrsg). Into the Wild: Kunst und Architektur im globalen Kontext. München: Edition Metzel 2018.

Into the Wild nähert sich der ‚Kunstgeschichte im globalen Kontext‘ aus verschiedenen Perspektiven und begreift es als breites Gefäß, das unterschiedlichste Zeiten und Untersuchungsobjekte umfasst. Jenseits von Antagonismen wie high und low oder Zentrum und Peripherie werden Phänomene der Übersetzung, Aneignung und Ortsspezifik in den Mittelpunkt gerückt.
Die vierzehn Beiträge (dt. und engl.) adressieren auf inhaltlicher und methodologischer Ebene die Herausforderungen, die sich der Kunst- und Architekturgeschichte aus einer transkulturellen Perspektive stellen. Welche theoretischen Ansätze können fruchtbar gemacht werden? Wie kann ein interdisziplinärer Austausch mit Fächern wie etwa der Anthropologie, Archäologie, Geografie oder den Visual und Material Studies sinnvoll gestaltet werden? Welche Methoden eignen sich, um Transfer, Mobilität, Migration und Identität zu diskutieren?

Hic Iacet Regina: Form und Funktion figürlicher Königinnengrabmäler von 1200 bis 1450

Susanna Blaser-Meier. Hic Iacet Regina: Form und Funktion figürlicher Königinnengrabmäler von 1200 bis 1450. Petersberg: Michael Imhof Verlag 2018.

Als im Jahr 1204 eine der schillerndsten Frauenfiguren des Mittelalters, Eleonore von Aquitanien, einst Königin von England und vormals von Frankreich, verstarb, erhielt sie als früheste bekannte mittelalterliche Königin ein Grabmal mit einer lebensgroßen Liegefigur. Sie wurde damit zu einer Vorreiterin für einen Grabmalstyp, der großen Erfolg haben sollte. Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts wurden in den mittel- und westeuropäischen Königreichen die Grabstätten von mindestens 90 Königinnen mit figürlich gestalteten Grabmälern ausgezeichnet.
Diese zum Teil erhaltenen sowie in Bild- oder Schriftquellen überlieferten Monumente wurden in der vorliegenden Studie erstmals in ihrer Gesamtheit in einem Katalog zusammengetragen und ausführlich dokumentiert. Die vergleichende Untersuchung stellt im ersten Teil die Frage nach den formalen und materialikonologischen Gestaltungsprinzipien, ergänzt um kostüm- und schmuckgeschichtliche Aspekte der dargestellten Liegefiguren, in den Vordergrund. In einem zweiten Teil wird die Funktion derartiger Grabanlagen beleuchtet und vor dem Hintergrund der jeweiligen Auftraggeberschaft analysiert.

Authentizität und Material

Roger Fayet, Regula Krähenbühl (Hrsg.). Authentizität und Material: Konstellationen in der Kunst seit 1900. Zürich: SIK-ISEA / Scheidegger & Spiess 2018.

Schloss Tirol, Bd. 3: Archäologie. Die archäologischen Befunde und Funde

Harald Stadler, Elias Flatscher (Hrsg.). Schloss Tirol, Bd. 3: Archäologie: Die archäologischen Befunde und Funde. Bozen: Athesia Druck 2018.

Die Intertextualität der Bilder

Elisabeth-Christine Gamer. Die Intertextualität der Bilder: Methodendiskussionen zwischen Kunstgeschichte und Literaturtheorie. Berlin: Reimer Verlag 2018.

Das Nachdenken über Beziehungen zwischen Bildern ist ein kunsthistorisches Kerngeschäft. Zugleich ist es jedoch auch eine Herausforderung für die Theorien und Methoden des Faches. Was bedeutet es daher, im Rückgriff auf die Literaturtheorie von der ‚Intertextualität der Bilder‘ zu sprechen? Worin besteht der Unterschied zur Rede von ‚Bildzitaten‘, vom Bezug auf ‚Quellen‘ oder die ‚ikonografische Tradition‘? Seit den 1960er Jahren wird dies lebhaft diskutiert.
Elisabeth-Christine Gamer zeichnet in ihrem Buch die Geschichte des Diskurses über fünf Dekaden nach und berücksichtigt dabei unterschiedliche Fächer und Sprachen. Zugleich arbeitet sie seine Merkmale heraus und liefert damit eine Basis für die weitere kunsthistorische Beschäftigung mit dem Modell ‚Intertextualität‘.

Tomb – Memory – Space: Concepts of Representation in Premodern Christian and Islamic Art

Francine Giese, Anna Pawlak, Markus Thome (eds.). Tomb – Memory – Space: Concepts of Representation in Premodern Christian and Islamic Art. Berlin: De Gruyter 2018.

From an intercultural perspective, this book focuses on aesthetic strategies and forms of representation in premodern Christian and Islamic sepulchral art. Seeing the tomb as an interface for eschatological, political, and artistic debate, the contributions analyze the diversity of memorial space configurations.
The subjects range from the complex interaction between architecture and tomb topography through to questions relating to the funereal expression of power and identity, and to practices of ritual realization in the context of individual and collective memory.

The Power of Symbols

Francine Giese, Ariane Varela Braga (eds.). The Power of Symbols: The Alhambra in a Global Perspective. Bern: Peter Lang 2018.

This volume intends to foster a re-interpretation of the Nasrid architecture of the Alhambra in Granada and its post-Islamic appropriation and global diffusion. Taking into account the current debates on otherness, cultural exchange and artistic transfer, hybridization, stylistic renewal and national identity building, this collection of essays explores the significance of the Alhambra from the Nasrid period to the present time. Built as a military fortress and gradually enlarged to a multi-functional palace city, by the 19th century the Alhambra became a symbol of exoticism and reverie. As one of the most important legacies of the Islamic heritage of al-Andalus, its role as a mediator between East and West is more important than ever.

Photographs in Motion

Sophie Junge (ed.). Photographs in Motion: Circulating Images of Asia around 1900. (PhotoResearcher, 30) Wien: European Society for the History of Photography 2018.

This volume intends to foster a re-interpretation of the Nasrid architecture of the Alhambra in Granada and its post-Islamic appropriation and global diffusion. Taking into account the current debates on otherness, cultural exchange and artistic transfer, hybridization, stylistic renewal and national identity building, this collection of essays explores the significance of the Alhambra from the Nasrid period to the present time. Built as a military fortress and gradually enlarged to a multi-functional palace city, by the 19th century the Alhambra became a symbol of exoticism and reverie. As one of the most important legacies of the Islamic heritage of al-Andalus, its role as a mediator between East and West is more important than ever.

Fleisch

Stefanie Regina Dietzel, Lara Höfchen, Neila Kemmer, Anika Reineke, Maria Stölzer (Hrsg). Fleisch. Köln: Wienand 2018.

Fleisch – ein irritierender und provozierender Titel für eine Museumsausstellung und den dazugehörigen Katalog. Was verbirgt sich dahinter? Die Assoziationen, die sich mit dem Begriff verbinden – vom Lebensmittel und kulinarischen Genuss über die fleischliche Lust bis hin zu Vergänglichkeit und Verwesung – sind ebenso vielfältig wie die präsentierten archäologischen, ethnologischen und kunsthistorischen Objekte. Elf kenntnisreiche Essays widmen sich Ernährung, Kult und Körper und erörtern Aspekte wie etwa die Verwendung des Fleisches als Opfergabe, die Bedeutung des Schweins in der Kulturgeschichte oder den Kannibalismus – ein fesselnder Parforceritt durch die Menschheitsgeschichte.
Fleisch – what lies behind this irritating and provocative title for an exhibition and accompanying catalogue? The associations evoked by this word – from culinary enjoyment and carnal pleasure to transience and decay – are as diverse as the archaeological, ethnological, and art historical objects presented here. Eleven well-informed essays dedicated to nourishment, cult, and the body provide a fascinating tour de force through the history of humanity.

Cybèle Varela: Tropicalismo Remixed

Valentina Locatelli, Ariane Varela Braga (eds.). Cybèle Varela: Tropicalismo Remixed. Milano: Silvana Editoriale 2018.

Cybèle Varela (b. 1943) is one of the key figures of Tropicalismo and Brazilian Pop Art. The texts and interview included in this catalogue shed new light on the artist’s contribution to Latin American and international artistic discourses, including Pop Art, Narrative Figuration and Video Art. Questions of identity, social and political issues and transnational experiences are central to Varela’s multifaceted production, from the 1960s to the present day.
Cybèle Varela (geb. 1943) ist eine der Schlüsselfiguren des Tropicalismo und der brasilianischen Pop-Art. Die Texte, die zusammen mit einem Interview in diesem Katalog erscheinen, werfen ein neues Licht auf den Beitrag, den die Künstlerin für lateinamerikanische und internationale Kunstdiskurse wie die Pop-Art, die Narrative Figuration und die Videokunst geleistet hat. Darüber hinaus spielen Fragen nach der Identität, gesellschaftspolitische Themen sowie transnationale Erfahrungen eine zentrale Rolle in Varelas vielseitiger künstlerischer Produktion von den 1960er Jahren bis heute.
Cybèle Varela (n. 1943) representa um dos marcos referenciais do Tropicalismo e da Pop Art brasileira. Os textos e as entrevistas incluídos neste catálogo lançam uma nova luz sobre a contribuição da artista no panorama não apenas da arte latino-americana, mas também no cenário internacional, tocando a Pop Art, a Figuração Narrativa e a Videoarte. Desde as primeiras manifestações da década de sessenta até os dias atuais, a multifacetada produção artística de Varela tem seu foco nos spectos relacionados à identidade, às questões sociais e políticas e às experiências transacionais.

Roma e gli artisti stranieri. Integrazione, reti e identità (XVI-XX s.)

Ariane Varela Braga, Thomas-Leo True (eds.). Roma e gli artisti stranieri: Integrazione, reti e identità (XVI-XX s.). Rome: Editoriale Artemide 2017.

Le opportunità culturali fornite da Roma caput mundi hanno attratto, come è noto, un flusso ininterrotto di “artisti migranti” dal Rinascimento ai giorni nostri.
Questo volume affronta il tema della migrazione da una prospettiva particolare, concentrandosi su casi di artisti – o gruppi di artisti – che si sono recati a Roma per poi rimanervi stabilmente. L’intento è quello di approfondire la comprensione del processo d’integrazione dell’artista straniero nell’ambiente locale, esplorando i modelli di migrazione e le dinamiche d’insediamento nella città papale, le esperienze parallele, complementari oppure contrastanti, di artisti che si sono via via trasformati da “itineranti” a stabili “immigrati”.

Täler voller Wunder: Eine katholische Verflechtungsgeschichte der Drei Bünde und des Veltlins (17. und 18. Jahrhundert)

Philipp Zwyssig.Täler voller Wunder. Eine katholische Verflechtungsgeschichte der Drei Bünde und des Veltlins (17. und 18. Jahrhundert). (Kulturgeschichten: Studien zur Frühen Neuzeit, 5.) Affalterbach: Didymos 2018.

Weit davon entfernt, abgeschottete und in sich geschlossene Gesellschaften zu sein, waren die katholisch gebliebenen Ort- und Talschaften im frühneuzeitlichen Graubünden in großräumige Austauschprozesse eingebunden. Der Band zeigt auf, dass daraus eine alpine Kulturlandschaft resultierte, die mit der Qualität des Sakralen behaftet schien: auf engstem Raum entstanden vielfältige kirchliche Heils- und Heilungsangebote, die Gottes wundertätiges Eingreifen ins irdische Geschehen zu einer alltäglichen Erfahrung werden ließen. Für die Menschen bedeutete dies ein Zugewinn an Handlungsoptionen, denn sie konnten aus diesen vielfältigen religiösen Angeboten jene auswählen, die ihnen zur Alltagsbewältigung in der alpinen Bergwelt am effizientesten erschienen. Indem deutlich wird, wie mit irdischen Mitteln (Kirchenbau, Ablassurkunden, Sachsakramentalien) das Sakrale in der Welt verankert und über Wunder erfahrbar gemacht, zugleich aber mit der Sakralität der Heilsvermittlung auch ausgesprochen profane Macht- und Geltungsansprüche der Kirche artikuliert werden konnten, leistet das Fallbeispiel der Drei Bünde einen Beitrag zum besseren Verständnis jener Mechanismen, die die einzelnen katholischen Kultgemeinschaften in der Frühen Neuzeit – so unterschiedlich diese auch sein mochten – zu einer universalen Heils- und Kirchengemeinschaft verflochten.

2017

Images of Sex and Desire in Renaissance Art and Modern Historiography

Angeliki Pollali, Berthold Hub (eds.). Images of Sex and Desire in Renaissance Art and Modern Historiography. (Visual Culture in Early Modernity.) London: Routledge 2018.

Studies on gender and sexuality have proliferated in the last decades, covering a wide spectrum of disciplines. This collection of essays offers a metanarrative of sexuality as it has been recently embedded in the art historical discourse of the European Renaissance. It revisits ‘canonical’ forms of visual culture, such as painting, sculpture and a number of emblematic manuscripts. The contributors focus on one image—either actual or thematic—and examine it against its historiographic assumptions. Through the use of interdisciplinary approaches, the essays propose to unmask the ideology(ies) of representation of sexuality and suggest a richer image of the ever-shifting identities of gender. The collection focuses on the Italian Renaissance, but also includes case studies from Germany and France.

Wahrnehmen, Speichern, Erinnern: Memoriale Praktiken und Theorien in den Bildkünsten 1650 bis 1850

Bettina Gockel, Miriam Volmert (Hrsg.). Wahrnehmen, Speichern, Erinnern: Memoriale Praktiken und Theorien in den Bildkünsten 1650 bis 1850. Berlin: De Gruyter 2017.

Gegenwärtige Entwicklungen in der digitalen Organisation von Wissen geben in den Geisteswissenschaften Anlass zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Geschichte kultureller Praktiken des Speicherns und Erinnerns.
Der vorliegende interdisziplinäre Sammelband öffnet aktuelle Forschungsfragen zu historischen Theorien und Praktiken der Informationsverarbeitung für die Kunstgeschichtsforschung. Die Beiträge untersuchen anhand von Fallbeispielen des ausgehenden 17. bis frühen 19. Jahrhunderts, wie in einer Scharnierzeit konkurrierender Gedächtnisdiskurse neue Ideen der Wissensspeicherung und Erinnerungsverarbeitung in den Bildkünsten und der Kunsttheorie Europas reflektiert werden.

Before Publication

Nanni Baltzer, Martino Stierli (eds.). Before Publication: Montage in Art, Architecture, and Book Design: A Reader. Zurich: Park Books 2017.

At some point before publication, a book assumes its final form, the form in which it is experienced by its audience. Naturally, this audience is often oblivious to the many, sometimes complex, decisions involved in constructing visual meaning through the montage of different ideas and elements. But, although these deliberate decisions are not normally communicated to the audience, the book is always to some extent a conception, or mediated presentation.
The contributors to Before Publication consider the construction of visual meaning through montage, with each essay taking as its starting point a particular artifact—from Ed Ruscha’s photobook, Every Building on the Sunset Strip to works by Sergei Eisenstein, Muriel Cooper, and Marshall McLuhan to Tristan Tzara’s unpublished Dadaglobe anthology. A common theme threading throughout the chapters is the relationship between privacy and publicity. A concise introductory chapter by the book’s editors, Nanni Baltzer and Martino Stierli places the chapters in conversation and discusses the broader subject of montage in art, architecture, and book design.

Tuotilo

David Ganz, Cornel Dora (Hrsg.). Tuotilo: Archäologie eines frühmittelalterlichen Künstlers. (Monasterium Sancti Galli, 8.) St. Gallen / Basel: Verlag am Klosterhof / Schwabe 2017.

Wissenschaft, Sentiment und Geschäftssinn: Landschaft um 1800

Roger Fayet, Regula Krähenbühl, Bernhard von Waldkirch (Hrsg.). Wissenschaft, Sentiment und Geschäftssinn: Landschaft um 1800. Zürich: Scheidegger & Spiess / SIK-ISEA 2017.

Landschaftsdarstellungen um 1800 standen im deutschsprachigen Raum lange im Schatten der Landschaftskunst aus dem Goldenen Zeitalter im 17. Jahrhundert. Doch damals bildete sich ein spezifisch bürgerliches Landschaftsverständnis heraus, das im Schaffen des Schweizers Adrian Zingg (1734–1816) exemplarisch nachvollziehbar ist.
Dieser Sammelband präsentiert Beiträge zur Ablösung des barocken durch einen naturwissenschaftlich begründeten Landschaftsbegriff. Im Fokus steht das Schaffen Zinggs, der ab 1766 als Lehrer und Betreiber einer florierenden Werkstatt in Dresden stilbildend wirkte bis in den aufkommenden Tourismus hinein.
Zudem werden deutsche Künstler beleuchtet wie Johann Alexander Thiele (1685–1752), Johann Christian Vollerdt (1708–1769), Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1712–1774), Jakob Philipp Hackert (1737–1807), Ferdinand Kobell (1740–1799) und Ludwig Richter (1803–1884) sowie die Tradition der Schweizer Vedutengrafik, unter anderem von Salomon Gessner (1730–1788).

A Fashionable Style: Carl von Diebitsch und das maurische Revival

Francine Giese, Ariane Varela Braga (Hrsg.). A Fashionable Style: Carl von Diebitsch und das maurische Revival. Bern: Peter Lang 2017.

Als ein globales Phänomen des 19. Jahrhunderts belegt das Maurische Revival die Faszination westlicher Architekten für das islamische Erbe von al-Andalus. Dieses spielte eine zentrale Rolle im Werk Carl von Diebitschs (1819–1869), der als einer der ersten deutschen Architekten die nasridischen Bauten Granadas, die spektakulären Paläste der Alhambra, den Alcázar von Sevilla und die Moschee-Kathedrale von Córdoba in den Jahren 1846-1847 vor Ort studierte und ihren ornamentalen Reichtum in zahlreichen Bleistiftskizzen und Aquarellen festhielt. Vom 27. Oktober 2017 bis zum 10. Januar 2018 werden Carl von Diebitschs Architekturstudien und Bauentwürfe im Rahmen der im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin stattfindenden Ausstellung «A Fashionable Style. Carl von Diebitsch und das Maurische Revival» erstmals in Deutschland gezeigt. Die vorliegende Publikation wurde begleitend zur Ausstellung konzipiert und bietet einen vertiefenden Blick auf die gezeigten Exponate und thematischen Schwerpunkte. Der Fokus liegt dabei auf Carl von Diebitschs Jahren an der Berliner Bauakademie, seinen Studien zur islamischen Architektur von al-Andalus und seinen neo-maurischen Bauten und Interieurs in Deutschland und Kairo. Weitere Aspekte sind der Löwenhof als Nukleus des Alhambra-Stils und seine Transformation im 19. Jahrhundert, Owen Jones’ international gefeierter Alhambra Court von 1854, die serielle Reproduktion nasridischer Architektur und Ornamentik in Form von Gipsabgüssen, Architekturmodellen und Möbelstücken oder die Bedeutung von Stuck und Eisen im Werk des preußischen Architekten. Als innovativer Erneuerer gelang Carl von Diebitsch die Revitalisierung der nasridischen Baukunst und ihrer Herstellungsverfahren, die er von Berlin aus in die Welt trug.

Die Aneignung des Orients

Francine Giese, Ariane Varela Braga (Hrsg.). Die Aneignung des Orients. Bern: SGMOIK 2017.

Zeichenunterricht

Michael Matile (Hrsg.). Zeichenunterricht: Von der Künstlerausbildung zur ästhetischen Erziehung seit 1500. Petersberg: Michael Imhof Verlag 2017.

Das Buch vermittelt einen Eindruck über Theorie und Praxis des historischen Zeichenunterrichts. Graphiken aus vier Jahrhunderten beleuchten die Entwicklung der ästhetischen Bildung von der Renaissance bis zum 19. Jahrhundert. Anhand ausgewählter Exponate werden die Disziplinen der Künstlerausbildung, wie das Zeichnen nach der Natur, die Lehre der Anatomie und das Antikenstudium dargestellt und erläutert. Insbesondere Kunsterzieherinnen und -erzieher können aus diesem Werk neue Erkenntnisse gewinnen.

Textile Terms

Anika Reineke, Anne Röhl, Mateusz Kapustka, Tristan Weddigen (eds.). Textile Terms: A Glossary. Emsdetten: Edition Imorde 2017.

The glossary explores and presents sixty-five essential and critical terms that define the textile medium as a specific form, material, technique, and metaphor from antiquity to the present. It collects contributions of international specialists in the field. Each entry discusses one illustrated object which epitomizes the main concepts related to one of the volume's keywords:
Absorption–Abstraction–Affect–Canopy–Canvas–Carpet–Case–Clothing–Cotton–Craft–Curtain–Cushion–Cut–Digitality–Display–Drapery–Dye–Embroidery–Felt–Flag–Flatness–Fold–Formlessness–Gender–Globalism–Glove–Grid–Hair–Hem–Knitting–Knot–Labor–Lace–Marginalization–Mobility–Network–Ornament–Patchwork–Pattern–Rags–Recto/Verso–Revival–Sacredness–Sampler–Screen–Sewing–Silk–Skin–Space–Spider–Stockings–Tactility–Tapestry–Tear–Technology–Tent–Texture–Textus–Thread–Upholstery–Veil–Wallpaper–Weaving–Wrapping–Wool
The glossary is addressed to scholars and students of art and architectural history and related fields as well as to artists and curators. It offers a new point of reference and departure for future research on the textile medium as such.

Metaphern sehen/erleben

Marius Rimmele (Hrsg.). Metaphern sehen/erleben. (Figurationen: Gender, Literatur, Kultur, 1.) Köln: Böhlau 2017.

Die Beiträge zeigen verschiedene Ebenen von Metaphorik in Bildern und künstlerischen Konzepten auf und fragen danach, mit welchen Mitteln sie ihre Wirkung erzielen. Gemengelagen zwischen sinnlichem Erleben (eines Bildes, einer Installation etc.) und der von Kunstwerken stets eingeforderten bewussten Interpretation – auch der involvierten Metaphern – bieten sich als Untersuchungsfeld für ‚unsaubere‘ oder ‚eingebettete‘ Metaphoriken an: Mit welchen weiteren Formen von Evidenzerzeugung verbinden oder reiben sich diese – und mit welchen Effekten? Lassen sich manche Metaphern unmittelbar ‚sehen‘, gar ‚erleben‘? Zur Debatte steht dabei nicht zuletzt die Produktivität bisheriger Differenzierungen und Theoreme.

Hybrid Forms: Architectural Ornament and Intercultural Dialogues

Ariane Varela Braga (ed.). Hybrid Forms: Architectural Ornament and Intercultural Dialogues. Baden: bauforschungonline.ch 2017.

 Der Ancien Manège in La Chaux-de-Fonds

Katrin Kaufmann, Helen Wyss. Der Ancien Manège in La Chaux-de-Fonds. Bern: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK 2017.

Der Ancien Manège, ein schweizweit einzigartiges Wohnhaus, entstand 1868 durch den Umbau einer kurz zuvor errichteten Reithalle. Nicht nur die Struktur des Gebäudes überrascht, sondern vor allem der reich dekorierte Innenhof, um welchen die Wohnungen angeordnet waren. Nach längerem Leerstand entkam der Ancien Manège um 1980 nur knapp dem Abbruch. Dank einer Rettungsaktion und der Renovation des Gebäudes setzt sich seine Geschichte fort, und einer der interessantesten Innenhöfe der Schweiz ist erneut erlebbar.

Une théorie universelle au milieu du XIXe siècle

Ariane Varela Braga. Une théorie universelle au milieu du XIXe siècle: La Grammar of ornament d'Owen Jones. (Hautes études: Histoire de l'art / storia dell'arte.) Roma: Campisano Editore 2017.

Parue à Londres en 1856, la Grammar of Ornament de l’architecte, décorateur et théoricien Owen Jones (1809-1874) constitue l’une des plus importantes publications sur l’ornement du 19e siècle et l’un des ouvrages les plus influents de la culture visuelle occidentale à l’ère industrielle. Œuvre hybride, elle présente à la fois la plus riche collection de motifs historiques jusque-là publiée, un atlas global de styles et une grammaire formelle fondée sur les lois de la géométrie. Cette étude propose la première analyse détaillée de sa genèse et de ses formes structurantes, replaçant l’attention sur les tensions qui régissent le rapport entre texte théorique et image. À travers l’examen attentif de sa production matérielle, elle met en lumière l’importance des différents dispositifs qui mènent à sa création, de manière à comprendre les liens qui les unissent : de l’Exposition universelle de Londres de 1851 au Crystal Palace de Sydenham, de l’enseignement des arts décoratifs au Museum of Ornamental Art (futur Victoria and Albert Museum), du marché éditorial à l’architecture et à la décoration intérieure. Ce livre reconstruit également le cadre du débat qui touche l’ornement au milieu du 19e siècle, ainsi que le réseau des rapports qu’Owen Jones entretient avec ses contemporains et la réception immédiate de la Grammar of Ornament.

2016

Splendor marmoris: I colori del marmo, tra Roma e l'Europa, da Paolo III a Napoleone III

Grégoire Extermann, Ariane Varela Braga (eds.). Splendor marmoris: I colori del marmo, tra Roma e l'Europa, da Paolo III a Napoleone III. Roma: De Luca 2016.

Il libro affronta per la prima volta il fenomeno dell’uso dei marmi colorati ­nell’architettura, la decorazione e la statuaria, nel periodo di massima ­intensità, con uno sguardo cronologico che parte dal regno di Paolo III Farnese e prosegue fino al pieno Ottocento.
Nessun elemento esprime meglio l’identità di Roma e il suo valore di città ­eterna che i marmi colorati raccolti durante il periodo imperiale. Questo materiale, simbolo di lusso, potere e sacralità, fu sistematicamente riusato nel Medioevo, ma è soltanto nel Cinquecento che venne impiegato a grande scala a Roma e negli stati europei.
Attraverso 27 contributi di esperti internazionali, Roma appare come il fulcro di ­un’identità, quella della magnificenza del marmo, la cui forza si esprime in una serie di casi esemplari colti in Italia, Francia, Spagna, con incursioni in Portogallo, Russia, Inghilterra.

Klappeffekte : faltbare Bildträger in der Vormoderne

David Ganz, Marius Rimmele (Hrsg.). Klappeffekte: Faltbare Bildträger in der Vormoderne. (Bild + Bild, 4.) Berlin: Reimer 2016.

Die Klappbarkeit von Büchern, Diptychen und Triptychen ermöglicht eine Abfolge mehrerer Anblicke. Bei regelmäßiger Öffnung beginnen die ‚verborgenen‘ Bilder schließlich ‚durchzuschimmern‘, beim Schließen hingegen verändern sich die Personenkonstellationen. Die Autoren zeigen, wie gezielt vormoderne Künstler diese medialen Potentiale in ihre Gestaltung einbezogen.
Hochmittelalterliche Evangeliare, spätmittelalterliche Diptychen und Andachtstriptychen, Renaissance-Retabel, Truhendeckel: Verschiedenste vormoderne Bildträger teilen die Eigenschaft der Klappbarkeit. Die Autoren diskutieren die dynamischen Potentiale des Auf- und Zuklappens erstmals an einem breiten Spektrum von Medien und zeigen, dass vormoderne Künstler dieses Prinzip weitaus stärker als bisher gedacht berücksichtigt haben. Damit eröffnet der Band neue Einblicke in das bildliche Spannungsfeld von Präsenz und Absenz.

Licht(t)räume

Katharina Georgi, Barbara von Orelli-Messerli, Eva Scheiwiller-Lorber, Angela Schiffhauer (Hrsg.). Licht(t)räume: Festschrift für Brigitte Kurmann-Schwarz zum 65. Geburtstag. (Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte, 138.) Petersberg: Imhof Verlag 2016.

Die Glasmalerei ist der Hauptgegenstand der Forschungsarbeit von Brigitte Kurmann-Schwarz (ehemalige Präsidentin des Internationalen Corpus Vitrearum, Mitglied im Forschungsteam des Vitrocentre in Romont) und so liegt es nahe, das Thema Licht, durch das die Glasmalerei erst seine spezifische Wirkung entfaltet, als Aufhänger einer Publikation zu Ehren der Jubilarin zu wählen. Ihr Anliegen war es, Glasmalerei nicht als gesonderte Kunstgattung zu betrachten, sondern immer in Bezug auf den architektonischen Kontext. Daher geht es auch in der vorliegenden Publikation um das Zusammenspiel des farbigen Glases mit der Architektur, d. h. um Licht und Räume. Der Band versammelt deutsche, englische, italienische und französische Beiträge von 29 Autoren (-innen) aus zehn verschiedenen Ländern zum Thema und liefert ein vielseitiges Bild, das sich neben der Glasmalerei und der Architektur auch mit der Tafel- und Buchmalerei sowie der Skulptur befasst, bildwissenschaftliche und kunsttechnologische Fragen erörtert sowie liturgische Gebräuche und schriftliche Quellen behandelt.

The Myth of the Orient: Architecture and Ornament in the Age of Orientalism

Francine Giese, Ariane Varela Braga (eds.). The Myth of the Orient: Architecture and Ornament in the Age of Orientalism. Bern: Peter Lang 2016.

This volume commemorates the 160th anniversary of the Selamlik of Oberhofen Castle near Thun – one of the most significant Swiss Orientalist interiors, designed by the Bernese architect Theodor Zeerleder (1820–1868) – by presenting the latest research on the spectacular smoking room inspired by the luxurious reception halls in Cairo, which Zeerleder discovered during his travels to the East. At the same time, this collection of essays explores the significance of the famous city on the Nile as a privileged model for 19th-century architecture and ornamentation, bringing together papers by Mercedes Volait (Paris), Romain Siegenfuhr (Paris), Richard Parisot (Besançon), Elke Pflugradt-Abdel Aziz (Düsseldorf), Tarek Ibrahim (Berlin), Vincenza Garofalo (Palermo), Andrea Lermer (München), Rémi Labrusse (Paris), Ariane Varela Braga (Zürich), Leïla el-Wakil (Genève), Francine Giese (Zürich) and Annette Loeffel (Bern).

Il sistema del velo: Trasparenze e opacità nell'arte moderna e contemporanea

Henri de Riedmatten, Massimo Leone, Victor I. Stoichita (eds.). Il sistema del velo: Trasparenze e opacità nell'arte moderna e contemporanea. (I saggi di Lexia, 19.) Roma: Aracne 2016.

Ciò che viene nascosto affascina. Il velo è, per tradizione, manifestazione di meccanismi di ostensione e occultamento presenti in seno all’opera. Esso prende parte, inoltre, alla dinamica paradossale secondo la quale necessariamente si produce un’insistenza dell’attenzione visiva proprio su ciò che si vorrebbe coprire. Il volume si propone dunque di esplorare le strategie di velamento/svelamento dell’identità nella pittura, nella fotografia, nel cinema, nella letteratura, attraverso dispositivi, artifici, maschere, tessuti e altri ornamenti, specie in relazione al viso.
Le caché fascine. Le voile est par tradition la manifestation de mécanismes de monstration et d’occultation présents au sein de l’œuvre. Il participe également de ce jeu paradoxal qui veut que l’on marque nécessairement une insistance focale sur la partie que l’on prétend couvrir. Ce recueil se propose d’explorer les stratégies de voilement/dévoilement de l’identité dans la peinture, la photographie, le cinéma, la littérature, par le biais d’accessoires, artifices, masques, tissus et autres ornements, au visage notamment.

Participation in Art and Architecture: Spaces of Interaction and Occupation

Martino Stierli, Mechtild Widrich (eds.). Participation in Art and Architecture: Spaces of Interaction and Occupation. (International library of visual culture, 19.) London: I.B. Tauris 2016.

If participation has been an ideal in politics since ancient democracy, in art it became central only with the avant-gardes emerging from WWI and the Russian Revolution. Politics and aesthetics are still catching up with each other. In the 21st Century, since the revolutionary unrest of the 1960s, participation in art and architecture has lost its utopian glow and become the focus of a fierce debate: does 'participatory' art and architecture shape social reality, or is it shaped by it? Contemporary critics see in participation only technocratic control, while others embrace it as a viable politics in an era of global capitalism. This volume breaks the impasse by looking at how participants themselves exert power, rather than being victimized or liberated from it. From artists hijacking Google Earth to protesters setting up a museum of the revolution in Cairo, art, architecture, and daily life are explored in their participatory dimension.

Ein Dialog der Künste: Das Verhältnis von aussen und innen

Barbara von Orelli-Messerli, Brigitte Kurmann-Schwarz (Hrsg.). Ein Dialog der Künste: Das Verhältnis von aussen und innen: Beschreibungen von Architektur und Raumgestaltung in der Literatur der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Petersberg: Imhof Verlag 2016.

Die Beiträge des dritten Internationalen Symposiums zeigen auf, dass sich dieses zum Ziel gesetzt hatte, das Verhältnis von Text und Bild, respektive von literarischem Text und bildlicher Darstellung, sei dies in Gemälden, Fotographien oder im Film, zu untersuchen. Dabei gehen die Untersuchungen weit über die Ekphrasis hinaus, wird doch nach gesellschaftlichen, kulturellen und psychologischen Hintergründen gefragt, die in diesen literarischen Texten zum Ausdruck kommen. Anhand der Beiträge kann aufgezeigt werden, dass literarische Texte der verschiedensten Gattungen wie Prosa, Poesie, Reiseberichte, Tagebücher, Briefe und weitere Kategorien nicht nur Türöffner für neue wissenschaftliche Perspektiven sind, sondern ebenso Hinweise geben können auf eine Erweiterung der Methodenvielfalt der Disziplin Kunstgeschichte.

Visionen der Endzeit: Die Apokalypse in der mittelalterlichen Buchkunst

David Ganz, Ulrike Ganz. Visionen der Endzeit: Die Apokalypse in der mittelalterlichen Buchkunst. Darmstadt: wbg Philipp von Zabern 2016.

Die Apokalypse prägte die Buchkunst im Mittelalter wie kaum ein anderes Buch der Bibel. Das Christentum las die Johannes-Offenbarung als universalen Schlüsseltext, der Aufschluss über das bevorstehende Ende der Welt, den göttlichen Plan der Heilsgeschichte, die Rolle der Kirche und die Wege zur Errettung des Einzelnen versprach. Zur ›Enthüllung‹ seiner Offenbarung bediente sich Gott teils Furcht erregender, teils tröstlicher Visionsbilder. Die Buchkunst hat seit den Karolingern eine dichte Reihe bebilderter Apokalypsen hervorgebracht. Die Fülle der Miniaturen zeigt dieser prächtig bebilderte Band am Beispiel weltbekannter Handschriften. Die Bamberger Apokalypse ist ebenso darunter wie der Morgan Beatus, die Hamiltonbibel oder die Trinity-Apokalypse. David Ganz entschlüsselt den geheimnisvollen Bilderkosmos, erklärt theologischen Gehalt und kunsthistorische Bedeutung.

Bauen und Erhalten in al-Andalus: Bau- und Restaurierungspraxis in der Moschee-Kathedrale von Córdoba

Francine Giese. Bauen und Erhalten in al-Andalus: Bau- und Restaurierungspraxis in der Moschee-Kathedrale von Córdoba. Bern: Peter Lang 2016.

Die Moschee-Kathedrale von Córdoba zählt zu den Hauptwerken spanisch-islamischer Architektur und markiert als erster Monumentalbau von al-Andalus den Beginn einer der fruchtbarsten Phasen westislamischer Architektur. Welches sind die bautechnologischen Merkmale des Baus und wie ist er innerhalb der islamischen Architektur zu verorten? Welche Veränderungen durchlief die umaiyadische Hauptmoschee von Córdoba nach ihrer Weihung zur Kathedrale im Jahre 1236 und inwiefern beeinflusste diese neue Nutzungsphase die Denkmalpflegestrategien des 19. und 20. Jahrhunderts? Eine kritische Untersuchung der Bau- und Restaurierungspraxis in der einst wichtigsten Moschee des islamischen Westens bietet neue Erkenntnisse zur Architektur von al-Andalus und dem nicht immer einfachen Umgang Spaniens mit seinem islamischen Erbe.

Ravenna: Kunst und Kultur einer spätantiken Residenzstadt

Carola Jäggi. Ravenna: Kunst und Kultur einer spätantiken Residenzstadt: Die Bauten und Mosaiken des 5. und 6. Jahrhunderts. Regensburg: Schnell & Steiner 2016.

Ravenna gehört neben Rom und Konstantinopel zu den bedeutendsten Kunst- und Kulturzentren im spätrömischen Imperium Romanum. Auf engstem Raum haben sich hier zahlreiche Bauten aus dem 5. und 6. Jh. erhalten, bekannt vor allem durch ihre einzigartige Mosaikkunst. Der aufwändig illustrierte, auf neuen Erkenntnissen basierende Band dient einem interessierten Publikum als Begleiter zur Erkundung der frühchristlichen Baukunst vor Ort.
Im Jahre 402 n. Chr. entschloss sich der weströmische Kaiserhof, seine Residenz von Mailand nach Ravenna zu verlegen. Für Ravenna hatte dies eine mehr als 200 Jahre währende kulturelle Blütezeit zur Folge. Drei Hauptphasen sind dabei zu unterscheiden: die Zeit der weströmischen Kaiserresidenz (1. Hälfte 5. Jh.), das Zeitalter Theoderichs (493–526) und die byzantinische Epoche (540–751), die mit der Eroberung Ravennas durch die Langobarden ihr Ende fand. Bis heute zeugen zahlreiche Kirchen, aber auch profane Bauten, die im Auftrag von Kaisern und Kaiserinnen, Bischöfen und Bankiers entstanden, von dieser frühen Blüte der Stadt. Der Band erschließt einem großen interessierten Publikum in einer Überblicksdarstellung die Bedeutung, den Entstehungskontext und den kulturgeschichtlichen Gesamtzusammenhang der Kunst Ravennas.

Art about AIDS: Nan Goldin's Exhibition Witnesses: Against Our Vanishing

Sophie Junge. Art about AIDS: Nan Goldin's Exhibition Witnesses: Against Our Vanishing. Boston: De Gruyter 2016.

In addition to being a medical, political, and social crisis, the AIDS epidemic in the United States also led to a crisis of artistic representation. This book reveals the important political and moral role of American photographers in the social discourse on AIDS based on the 1989 New York exhibition, “Witnesses: Against Our Vanishing” curated by photographer Nan Goldin.

Ilya Kabakov: Der Konzeptkünstler und das Dialogische

Nicole Seeberger. Ilya Kabakov: Der Konzeptkünstler und das Dialogische. (Das östliche Europa, 4.) Köln: Böhlau 2016.

Ilya Kabakov gehört zur inoffiziellen Künstlergruppe der Moskauer Konzeptualisten, die innerhalb der Sowjetunion zwischen 1960 und 1990 im Untergrund aktiv war. Seit seiner Emigration in den Westen lebt und arbeitet der Künstler in Amerika und gehört seither zu den Global Players in der Kunstszene. Die Autorin beleuchtet das Werkschaffen Kabakovs unter dem Aspekt des Dialogischen und macht darin Zusammenhänge zwischen seiner Konzeptkunst und seiner offiziellen Tätigkeit als erfolgreicher Kinderbuchillustrator in der Sowjetunion, Michail Bachtins Dialogizitätstheorie, der Intertextualität und der jüdischen Kommentierungspraxis sichtbar.

2015

Musealisierung mittelalterlicher Kunst. Anlässe, Ansätze, Ansprüche

Wolfgang Brückle, Pierre Alain Mariaux, Daniela Mondini (Hrsg.). Musealisierung mittelalterlicher Kunst. Anlässe, Ansätze, Ansprüche. Berlin: Deutscher Kunstverlag 2015.

Mittelalterliche Werke waren als Kunst lange Zeit nicht vollständig anerkannt. Nur gegen Widerstände fanden sie Eingang in Museen, zunächst sogar allein zum Nachweis ihrer Minderwertigkeit. Mehr als Kunstgegenstände aus späteren Jahrhunderten erscheinen sie Betrachtern in Museen zudem als Fragmente, die aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst sind. Die geeignete Darbietung dieser Werke bildet bis heute eine Herausforderung für Kuratoren und Sammlungen. Die vorliegenden Untersuchungen von Präsentationsweisen im Ausstellungszusammenhang zeichnen die Musealisierung des Mittelalters von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart nach und ergründen den Wandel von Mittelalterbildern. Sie vermitteln Einsichten in Aufgaben und Ansprüche der aktuellen Museumskultur, unseren Kunstbegriff und unsere Vorstellungen vom richtigen Umgang mit Geschichte.

Kunsttopografien globaler Migration: Orte, Räume und institutionelle Kontexte transitorischer Kunsterfahrung

Anna Minta, Burcu Dogramaci, Birgit Mersmann, Mona Schieren, (Hrsg.). Kunsttopografien globaler Migration: Orte, Räume und institutionelle Kontexte transitorischer Kunsterfahrung. (Kritische Berichte, 43/2.)Marburg: Jonas Verlag 2015.

Hélène Binet

Daniela Mondini (a cura di). Hélène Binet. (Mendrisio Academy Press.) Milano: Silvana Editoriale 2015.

Las Vegas Studio: Images des archives de Robert Venturi et Denise Scott Brown

Hilar Stadler, Martino Stierli (eds.). Las Vegas Studio: Images des archives de Robert Venturi et Denise Scott Brown. Zürich: Scheidegger & Spiess 2015.

En 2008, les architectes américains Robert Venturi et Denise Scott Brown ouvraient leurs archives et, en vue d’un projet d’exposition, acceptaient de mettre à disposition du musée suisse de Bellpark les photographies qu’ils avaient réalisées en 1968 lors d’un voyage de recherches à Las Vegas. Cette exposition très attendue, conçue par Hilar Stadler et Martino Stierli, entendait révéler la cartographie photographique de l’espace urbain ainsi établie par Venturi et Scott Brown pour l’étude Learning from Las Vegas, rédigée en collaboration avec Steven Izenour et des étudiants de l’Université de Yale. L’époque longtemps décriée du postmodernisme devenait dès lors sujet d’analyse à part entière.
L’exposition « Las Vegas Studio » a connu depuis un succès notoire partout où elle a été montrée, en Europe, aux États-Unis et en Australie. L’ouvrage qui l’accompagne paraît désormais pour la première fois en français.

Senses of Sight: Towards a Multisensorial Approach of the Image: Essays in Honor of Victor I. Stoichita

Henri de Riedmatten, Nicolas Galley, Jean-François Corpataux, Valentin Nussbaum (eds.). Senses of Sight: Towards a Multisensorial Approach of the Image: Essays in Honor of Victor I. Stoichita. Roma: L'Erma di Bretschneider 2015.

Die Fotomontage im faschistischen Italien: Aspekte der Propaganda unter Mussolini

Nanni Baltzer. Die Fotomontage im faschistischen Italien: Aspekte der Propaganda unter Mussolini. (Studies in Theory and History of Photography, 3.) Berlin: De Gruyter 2015.

Die Fotomontage wird in dieser Publikation zum ersten Mal als Propagandamittel im Faschismus von offizieller wie von privater und kommerzieller Seite erforscht. Die Publikation behandelt das bislang höchstens marginal erwähnte Thema anhand von zahlreichen, auch bislang unbekannten Beispielen aus den 1930er Jahren, die in den Zusammenhang kultureller und politischer Ereignisse in Italien gestellt werden.
Die analysierten Fotomontagen werden in ihrer historischen Bedingtheit erfasst, die Lektüre der Bilder erfolgt in der Verbindung von politischer Ikonografie mit der Ikonologie als historisch-hermeneutischer Methode sowie der Rezeptionsästhetik. Die Publikation erschließt so den Sinn zahlreicher Fotomontagen in Ausstellungen, in der Architektur, in Zeitschriften und in der Werbung jener Zeit. Darüber hinaus erlaubt sie neue Erkenntnisse zu den Themen und Mechanismen der faschistischen Propaganda.

Buch-Gewänder: Prachteinbände im Mittelalter

David Ganz. Buch-Gewänder: Prachteinbände im Mittelalter. Berlin: Reimer 2015.

Elfenbein – Gold – Seidenstoffe: Hüllen aus kostbaren Materialien verwandeln die Bücher des christlichen Kults in skulpturale Objekte. Mit seiner Studie zum mittelalterlichen Prachteinband erschließt David Ganz ein zentrales Kapitel westlicher Kunstgeschichte. Über das Medium Einband öffnet sich ein neuer Blick auf die enge Verbindung von Buch und Kunst.
Die beispiellose Aufwertung der Buchhülle im Mittelalter ist das Thema dieser Studie. Die kostbar leuchtenden Oberflächen der Einbände unterstreichen den Status der Bücher als materiell-dingliche Objekte. Zugleich ist die Außenseite ein Ort, an dem eine Überblendung mit Bildern möglich ist. David Ganz zeigt die vestimentären Qualitäten der Prachteinbände: Ihre Rolle ist die eines Gewandes, das die Heiligkeit der Bücher und ihr sakramentales Corpus zum Vorschein bringt. Prominente Fallbeispiele wie das Evangeliar der Königin Theodelinda oder der Buchkasten des Uta Codex verdeutlichen, wie die Prachteinbände zum Bindeglied zwischen sichtbarer Materialität des Geschriebenen und unsichtbarer Präsenz des Numinosen werden. Damit wirft die Geschichte der Buchhüllen, die David Ganz in diesem Band nachzeichnet, ein Schlaglicht auf das ikonische Potential von Büchern überhaupt.

Paul Klee: Sonderklasse unverkäuflich

Marie Kakinuma, Wolfgang Kersten, Osamu Okuda (Hrsg.). Paul Klee: Sonderklasse unverkäuflich. Köln: Wienand 2015.

aul Klee (1879–1940) gehört zu den zentralen Protagonisten der Klassischen Moderne. Er definierte für seine Arbeiten ein System mit acht Preiskategorien und eine darüber hinausgehende „Sonderklasse“ für Werke der höchsten Qualitätsstufe, die in der Regel als unverkäuflich galt. Auf diese Weise wurde das außergewöhnliche Konvolut zum Grundstock einer eigenen Sammlung unter künstlerischen wie geschäftlichen Gesichtspunkten. Paul Klee verfolgte damit seine ganz persönliche „Strategie zur Erlangung unsterblichen Ruhms“. Mehr als 300 dieser „Sonderklasse“- Werke wurden jetzt von weltweit führenden Klee-Spezialisten systematisch untersucht. Erstmalig werden sie in einer reich bebilderten wissenschaftlichen Publikation präsentiert und umfassend dokumentiert.

Staatsbauten und Sakralarchitektur in Washington/DC: Stilkonzepte patriotischer Baukunst

Anna Minta. Staatsbauten und Sakralarchitektur in Washington/DC: Stilkonzepte patriotischer Baukunst. Berlin: Reimer 2015.

Staatliche und sakrale Bauten in Washington/DC spielten eine wichtige Rolle bei der patriotischen Identitätsstiftung der USA. Anna Minta untersucht die nationale Selbstinszenierung der USA am Beispiel der Architektur in Washington/DC von der Staatsgründung 1776 bis in die Moderne der 1930er Jahre.
Die USA gelten gemeinhin als Land des Fortschritts und der Moderne. Aber bei der Konzeption ihrer Hauptstadt nahmen sich die Architekten und Bauherren größtenteils europäische Bauten zum Vorbild. Um die Planung des Lincoln Memorial oder des U.S. Supreme Court entbrannten Diskussionen, in denen sich das Bemühen widerspiegelt, der Demokratie ein visuelles Denkmal zu setzen. Die Autorin diskutiert den Gebrauch historistischer Stile (Klassizismus, Neogotik und Neoromanik) und deren ideologische Instrumentalisierung. Der Blick auf unterschiedliche Ausprägungen des Stiltransfers von Europa in die USA macht die Bedeutung von Architektur für das politische und kulturelle Selbstverständnis der amerikanischen Nation deutlich.

Ricco Wassmer

Marc-Joachim Wasmer. Ricco Wassmer 1915-1972: Catalogue raisonné der Gemälde und Objekte. Zürich: Scheidegger & Spiess 2015.

Verlorene Kinderparadiese, schlanke Jungen, Stillleben und die Sehnsucht nach der Ferne mit Matrosensujets und Segelschiffen: Mit surreal wirkenden Arrangements schuf der Schweizer Künstler Ricco Wassmer (eigentlich Erich Hans Wassmer, 1915–1972) ein einzigartiges Werk zwischen Naiver Malerei, Neuer Sachlichkeit und Magischem Realismus. Der Werdegang des Autodidakten ist eng mit den «heroischen Jahren» der Berner Kunst verwoben. Von Anfang an war Wassmer jedoch ein Grenzgänger und Aussenseiter.
Anlässlich seines 100. Geburtstags erscheint dieses umfassend kommentierte Werkverzeichnis mit reich illustrierter Biografie und einführenden Essays. Viele der rund 540 Arbeiten werden hier erstmals publiziert. Weil die Kamera dem Künstler nicht nur Ersatz für das Modellstudium war, sondern ab den 1950er-Jahren einen wachsenden Stellenwert einnahm, wird auch ein spezieller Fokus auf die Wechselwirkung von Malerei und Fotografie gelegt.
Erscheint zur Ausstellung «Ricco Wassmer 1915–1972. Zum 100. Geburtstag» im Kunstmuseum Bern.

Principles of Art History: The Problem of the Development of Style in Early Modern Art

Evonne Levy, Tristan Weddigen. Heinrich Wölfflin, Principles of Art History: The Problem of the Development of Style in Early Modern Art. (Texts & Documents.) Los Angeles: Getty Publications 2015.

Principles of Art History by Heinrich Wölfflin (1864–1945), a revolutionary attempt to construct a science of art through the study of the development of style, has been a foundational work of formalist art history since it was first published in 1915. At once systematic and subjective, and remarkable for its compelling descriptions of works of art, Wölfflin’s text has endured as an accessible yet rigorous approach to the study of style. Although Wölfflin applied his analysis to objects of early modern European art, Principles of Art History has been a fixture in the theoretical and methodological debates of the discipline of art history and has found a global audience.
With translations in twenty-four languages and many reprints, Wölfflin’s work may be the most widely read and translated book of art history ever. This new English translation, appearing one hundred years after the original publication, returns readers to Wölfflin’s 1915 text and images. It also includes the first English translations of the prefaces and afterword that Wölfflin himself added to later editions. Introductory essays provide a historical and critical framework, referencing debates engendered by Principles in the twentieth century for a renewed reading of the text in the twenty-first.