Pressebrief

Die Grosse Proletarische Kulturrevolution Chinas (1966-1976) gehört zu den bedeutsamsten Ereignissen in der chinesischen Geschichte seit 1949. Darstellung und Interpretation dieser Periode, die im Gedächtnis vieler Menschen tief verankert ist, sei es als Gegenstand kollektiver traumatischer oder verklärter Erinnerung, sei es als Plattform unerfüllter Wünsche, divergieren selbstverständlich nicht nur innerhalb Chinas sondern auch im Westen erheblich voneinander.

Die Ausstellung zeigt anhand einer ungewöhnlichen Sammlung von Alltagsobjekten und Zeitdokumenten die Durchdringung der chinesischen Gesellschaft mit Symbolen des Mao-Kultes, von den kleinen Abzeichen und der Mao-Bibel bis zu den mit Parolen und vielfältigem Propagandadesign dekorierten Gebrauchsgegenständen. Weitere Exponate dokumentieren das Übergreifen des maoistischen Gedankenguts auf die 1968er Bewegungen in Europa (Schweiz/Zürich) sowie die nostalgisch bis kritische Mao-Reflexion in der Souvenir- und Künstlerlandschaft des heutigen China.

Gerne führen wir Sie persönlich durch die Ausstellung. Wir bedanken uns herzlich für Ihr Interesse und grüssen Sie freundlich.

Prof. Dr. Mareile Flitsch, Direktorin Völkerkundemuseum Zürich
Dr. Martina Wernsdörfer, Ausstellungskoordinatorin