Projektgruppe: Die Bibel und die Antike Welt

Interdisziplinarität ist der Schlüssel zu akademischer Forschung im 21. Jahrhundert. Sie steht im Zentrum der Arbeit dieser Projektgruppe.

Durch den enormen Anstieg an Wissen und Material in allen Disziplinen der Bibelwissenschaft und den Altertumswissenschaften im weiteren Sinne hat sich in den letzten Jahren ein Trend verstärkt, dass es insbesondere für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler notwendig ist, sich in ihrer eigenen Forschung ein enges Feld zu wählen, um dieses umfassend und kompetent bearbeiten und sich im wissenschaftlichen Diskurs etablieren zu können. Häufig kann diese Engführung zu Theoriedefiziten führen, wenn Inhalte oder Methoden ausserhalb der traditionell gewählten Herangehensweisen eines Fachbereiches liegen. Jedoch ist insbesondere in der Forschung über die Antike, in der geschichtliche Prozesse wie geistige Interaktionen dynamisch verliefen, beispielsweise zwischen dem biblischen Israel, dem alten Orient, und dem antiken Griechenland, welche alle miteinander in Wechselwirkung standen, ein Verständnis der benachbarten Fachgebiete essenziell.

Über den «disziplinären Tellerrand» schauen

Wer sich mit biblischen Diskursen um Autoritätsfiguren wie Mose beschäftigt, welche einer jahrhundertelangen geistigen und literarischen Tradition als Gegenstand dienten, kann davon lernen, wie bei den Griechen sich ähnliche Traditionen um die Figur des Homer entwickelten. Wer sich mit der Textkritik der hebräischen oder griechischen Sprache befasst, gewinnt durch die immer weiter digitalisierten Herangehensweisen der Archäologie und Epigraphik Ressourcen, um die Textquellen im Vergleich mit ausgegrabenen Inschriften besser einordnen zu können. Die intensive Auseinandersetzung mit Texten und deren Gattungscharakteristika durch die Philologie hilft Historikerinnen und Historikern diese Dimensionen der Quellen besser zu verstehen. Alle diese Beispiele illustrieren die Chancen eines bewussten und konstruktiven Austausches in der Forschung über die antike Welt.

Austausch, Bildung und Vernetzung für Nachwuchsforschende

Die Projektgruppe ist insbesondere bestrebt, jungen Nachwuchsforschenden Möglichkeiten des inhaltlichen Austauschs, der professionellen Vernetzung, und der inhaltlichen Bildung zu vermitteln. Dieses soll sich noch mehr als bisher dann auch in deren eigener Lehre und Forschung niederschlagen können. Hierfür soll hier eine Plattform geschaffen werden, welche ein Anfangspunkt für eine Entwicklung der Arbeit in einer Vielfalt von Disziplinen wie der Bibelwissenschaft, der Forschung über das antike Judentum, der klassischen Philologie, der Archäologie, der Geschichte, der Theologie und vielen anderen Feldern sein soll.

Förderung durch Graduate Campus der UZH

Die Projektgruppe wird durch einen Grant des Graduate Campus der Universität Zürich über das Peer Mentoring Programm gefördert. An dieser Stelle möchte sich die Gruppe für diese Unterstützung recht herzlich bedanken. Von akademischer Seite wird sie von Konrad Schmid und Jörg Frey als Mentoren betreut, denen ebenfalls hier Dank zum Ausdruck gebracht werden soll.