Professionelle Versuchstierhaltung am Laboratory Animal Services Center der UZH

Forschung mit Tieren in Zahlen

2021 wurden an der Universität Zürich 69’091 Tiere eingesetzt, 66'340 für die Forschung und 2’751 für die Aus- und Weiterbildung. Das entspricht einer leichten Zunahme von 1% gegenüber dem Vorjahr. Am häufigsten verwendet wurden Mäuse (86,4%), Ratten (2,9%) und Fische (2%).

Fast 9 von 10 an der UZH im Jahr 2021 eingesetzten Tiere waren Mäuse – insgesamt 59’729 dieser Nagetierart. Mit deutlichem Abstand folgen 1'997 Ratten, 1'394 Fische (insbesondere Larven), 1'081 wildlebende Schneemäuse, 980 Schweine, 944 Amphibien (davon 480 Froschlarven) und 841 Hühner. Alle anderen Tierarten bzw. -gruppen machten 3,1% der eingesetzten Tiere aus. Insgesamt 4,2% waren Nutztiere – Schweine, Hühner, Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen – und 0,8% waren Haustiere – Hunde, Katzen und Meerschweinchen.

Mit 84,6% wurde der überwiegende Teil der Versuchstiere in Projekten der Grundlagenforschung eingesetzt, die sich der Untersuchung menschlicher Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, psychische oder neurodegenerative Erkrankungen widmen. Um Krankheiten bei Tieren zu erforschen, kamen 6,5% der Tiere zum Einsatz. 9% der verwendeten Tiere standen nicht in Zusammenhang mit der Erforschung von Krankheiten.

Forschung mit Tieren wird in der Schweiz in vier Belastungskategorien eingeteilt: die Schweregrade 0 bis 3, abgekürzt SG 0, SG 1, SG 2 und SG 3. 20,8% der 2021 an der UZH verwendeten Tiere wurden in nicht und 46% in wenig belastenden Versuchen, 29,2% in mittelschwer und 4% in schwer belastenden Versuchen eingesetzt.

Tierversuche an der UZH im Jahr 2021

Tierart

Anzahl

Anteil

SG 0

SG 1

SG 2

SG 3

Mäuse

59'279

86,4%

10'291

27'252

19'696

2'490

Ratten

1'997

2,9%

462

1'125

311

99

Fische (diverse)

1'394

2,0%

356

1'038

0

0

Schneemäuse

1'081

1,6%

0

1'081

0

0

Schweine

980

1,4%

758

214

8

0

Amphibien (div.)

944

1,4%

285

462

2

195

Hühner

841

1,2%

841

0

0

0

Kühe

617

0,9%

570

47

0

0

Hunde

433

0,6%

279

154

0

0

Pferde

320

0,5%

258

62

0

0

Vögel (diverse)

262

0,4%

3

259

0

0

Katzen

99

0,1%

74

25

6

0

Schafe

94

0,1%

21

38

35

0

Kaninchen

82

0,1%

10

4

67

1

Affen (diverse)

73

0,1%

73

0

0

0

Reptilien (div.)

57

0,1%

15

15

27

0

Meerschweinchen

48

0,1%

48

0

0

0

Ziegen

23

<0,1%

5

18

0

0

Guanakos

8

<0,1%

0

8

0

0

Wüstenrennmäuse

8

<0,1%

0

8

0

0

Frettchen

1

<0,1%

1

0

0

0

Total 69'091 100% 14'350 31'810 20'146 2'785
Anteil     20,8% 46,0% 29,2% 4,0%

Schweregrad 0 (SG 0): keine Belastung

Erfährt ein Tier in einem Versuch keine Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängste, wird es dem Schweregrad 0 zugeteilt.
Ein Beispiel hierzu sind die Verhaltensbeobachtungen, mit denen an der UZH soziale und kognitive Fähigkeiten von Totenkopf- und Weissbüschelaffen erforscht werden. Auch Blutentnahmen bei grösseren Tieren, etwa Hunden oder Kühen, zählen dazu. An der UZH betraf dies 20,8% der 2021 eingesetzten Tiere.

Schweregrad 1 (SG 1): leichte Belastung

Unter Schweregrad 1 fallen Forschungsarbeiten, bei denen die Tiere kurzfristige leichte Schmerzen oder Schäden erfahren oder die ihr Allgemeinbefinden leicht beeinträchtigen. Auch wenn Versuchstiere narkotisiert und getötet werden, um ihnen Gewebe oder Organe zu entnehmen – etwa um eine Zellkultur zu gewinnen –, fällt dies unter Schweregrad 1. Wird einem Tier ein Dauerkatheter in äussere Blutgefässe gesetzt oder eine Hautgewebeprobe entnommen, gilt dies als Schweregrad 1. 2021 fielen 46% der in UZH-Forschungsprojekten eingesetzten Tiere in diese Kategorie.

Schweregrad 2 (SG 2): mittlere Belastung

Sind die Belastungen in einem Experiment mittelschwer und dauern nur kurz oder sind diese leicht und dauern aber länger, werden die Tiere in Schweregrad 2 eingeteilt. Dazu zählen etwa wiederholte Blutentnahmen unter Kurznarkose oder chirurgische Eingriffe unter Betäubung, die trotz Schmerzbehandlung im Nachgang zur Operation Schmerzen, Leiden oder Störungen des Allgemeinbefindens hervorrufen können.

An der UZH werden in solchen Studien etwa Schafe eingesetzt, um die Heilung von Sehnen, Knorpel und Knochen zu verbessern. Andere Forschungsteams entwickeln Impfstoffe gegen die Toxoplasmose – eine Infektionskrankheit, die häufig bei Katzen auftritt. 2021 fielen insgesamt 29,2% der Versuchstiere an der UZH unter Schweregrad 2.

Schweregrad 3 (SG 3): schwere Belastung

Sind die Tiere schweren Schmerzen, andauerndem Leiden, schwerer Angst oder schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ausgesetzt oder sind die Belastungen mittleren Grades und dauern mittel- bis langfristig, fallen sie unter Schweregrad 3. Bei diesen Experimenten werden meist Mäuse und Ratten eingesetzt. Erforscht werden schwere, komplexe Erkrankungen wie Krebs, Epilepsie, Alzheimer, Multiple Sklerose und andere Autoimmunkrankheiten oder Organtransplantationen und Infektionskrankheiten. 2021 waren es 4% der Tiere, die in UZH-Studien mit Schweregrad 3 eingesetzt wurden.