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Berge, Aufstiege, Leitern, Stufen

Übersicht über dieses Kapitel:

Hesiod

Jakobs Traum

Benediktsregel und Bernhard von Clairvaux

Honorius Augustodinensis De gradibus charitatis

Scala claustralium

David von Augsburg siben stafel des gebettes

Mechthild von Magdeburg

Johannes Klimakos und Herrad von Landsberg

Thomasin von Zerclaere

Petrarkameister und Hans Sachs

Lucas Cranach

Lebensalter

Hierarchien des geistigen Lebens

Erhard Schoen, Lügenberg

Andrés de Capilla

Christian Knorr von Rosenroth

Joachim Camerarius

Jakob Bornitz

Franscicus Reinzer

Scala Mahometi

Boethius Consolatio Philosophiae

Literaturhinweise


Hesiod

Hesiod (um 700 BCE), »Werke und Tage« (’Έργα καὶ ‛ημέραι) Verse 289ff. – Übersetzung von Thassilo von Scheffer, Wien 1935:

Vor Verdienst aber setzten den Schweiß die unsterblichen Götter.
Lang auch und steil erhebt sich zu diesem der Fußpfad,
Und zu Anfang auch rauh; doch wenn du zur Höhe gelangt bist,
Leicht dann zieht er dahin, so schwer er anfangs gewesen.

Man hat gesagt, dies sei die erste Formulierung einer Arbeitsethik, die im Gegensatz stehe zum Adels-Ethos, wie es Homer kennt.


Jakobs Traum

Genesis 28,11ff: Jakob zog aus Beerscheba weg und ging nach Haran. Er kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort ein. Da hatte er einen Traum: Er sah eine Leiter, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks. Das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. ...

Kathedrale von Bath

Westfaçade um 1520, (Aufnahme P.M.), vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Bath_Cathedral

Hugo von Trimberg, »Renner« (1300/1313)

Nemt einer kurzen leitern war,
Diu hât drî sprüzzel und ouch zwên
Leiterboume, die müezen stên
Gar vaste, si beginnent anders wenken
Und irn stîger abe swenken,
Der noch ist vor sünden kranc,
Daz er muoz vallen âne sînen danc!
Swer dise leitern stîgen sol,
Der bedarf ze dem êrsten wol,
Sol er vallen niht her abe,
Daz er wol gebîhtet habe
Und an die êrsten sprüzzel trete
Mit vasten, an die andern mit gebete,
Mit almuosen an die dritten,
Und daz er stê dâ mitten
Und mit vlîze goume
Daz die leiterboume
Iht von ein ander wîchen:
Seht, die sül wir gelîchen
Der liebe, der wir schuldic gote
Sîn und ouch nâch sînem gebote
Unserm ebenkristen.
Swer sîn bîhte wil fristen
Und sîn buoze, der entuot niht wol:
Nieman diu zwei ûf schieben sol.
Swer betet, vastet, almuosen gît
Und die zwuo liebe hât alle zît,
Der stîget ûf gein himelrîche
Mit manigen tugenden ordenlîche
Und mac diu genâde ouch im geschehen,
Daz er die leitern beginnet sehen,
Die her Jacob wîlent sach
Slâfende: hœrt wie daz geschach!
Dô her Jacob den segen enpfienc ...

Gustav Ehrismann: Der Renner von Hugo von Trimberg (Bibliothek des Litterarischen Vereins Stuttgart), Tübingen 1908-1912; dieser Passus ale e-Text bei http://www.staff.ncl.ac.uk/henrike.laehnemann/renner/Teil37.html

Holzschnitt von Tobias Stimmer zur Biblia sacra veteris et novi testamenti, Basilaeae M.D.L.XXVIII

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Benediktsregel

Kapitel VII: »de septem gradibus humilitatis«

lat. Text im Web:http://www.thelatinlibrary.com/benedict.html

deutsche Übersetzungen im Web:

http://www.benediktiner.de/index.php/die-ordensregel-des-hl-benedikt/die-geistliche-kunst/die-demut

http://www.stiftmelk.at/frame_regula.htm

Kommentar: Die Benediktsregel. Der vollständige Text, übersetzt und erklärt von Georg Holzherr, Abt von Einsiedeln, Zürich usw.: Benziger 1980 und Neuauflagen.

Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153)

»de gradibus humilitatis et superbiae«

Text aus der Patrologia Latina 182,951–972 hier maschinenlesbar: http://www.binetti.ru/bernardus/16.shtml

Bernhard von Clairvaux, Sämtliche Werke lateinisch/deutsch, [aufgrund der Ausgabe von Jean Leclercq und H. Rochais, Rom 1957–77], hg. Gerhard B. Winkler u.a., Innsbruck: Tyrolia 1990ff.; Band II, S.38–135.

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De gradibus charitatis

Altdeutsche Predigten, hg. Anton Schönbach 3 Bde., Graz 1886. Predigt Nr. 184 »Quam magna multitudo dulcedinis tue, domine« Band I, S.287–289. Blatt 1Blatt 2Blatt 3

Quelle: http://archive.org/stream/altdeutschepred00schgoog#page/n314/mode/1up

Es handelt sich um eine exzerpierende Übersetzung von Honorius Augustodunensis, »Scala minor« = PL 172,1239ff.

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Guigo II. (Kartäuser, † 1193) »Scala claustralium«

deutsche Übersetzung als PDF greifbar bei http://de.wikipedia.org/wiki/Scala_claustralium

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David von Augsburg

Ausgehend von der Vision, in der Ezechiel den in Jerusalem neu zu errichtenden Tempel schaut (Ez 40,22 und 26 »Und sieben Stufen führten hinauf ...«) unterscheidet David von Augsburg siben stafel oder grete des gebettes

Franz Pfeiffer, Deutsche Mystiker des vierzehnten Jahrhunderts, Band 1, Leipzig: Göschen 1845, S. 387–397. [bei Google Books] Text als pdf hier

maßgeblich ist diese Ausgabe:

David von Augsburg, Die sieben Staffeln des Gebetes, in der deutschen Originalfassung, hg. Kurt Ruh, München 1956 (Kleine deutsche Prosadenkmäler des Mittelalters 1) – als e-Text im Digitalen Mittelhochdeutschen Textarchiv

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Mechthild von Magdeburg

Mechthild von Magdeburg, »Das fließende Licht der Gottheit«, nach der Einsiedler Handschrift in kritischem Vergleich mit der gesamten Überlieferung hg. von Hans Neumann, Band I: Text, besorgt von Gisela Vollmann-Profe, (MTU 100), München / Zürich: Artemis 1990.

V,4 (S.156, Z.24ff.)

Swenne dú sele mit der minne zuge und mit maniger girikeit irs jagenden herzen nach gotte uf den hohen berg der gewaltigen minne und der schoenen bekantnisse komen ist, so tůt si als der bilgeri, der berge uf gestigen hat mit grosser gerunge, so stiget er anderhalp nider mit grosser vorhte, das er sich nit úberwerfe. Das ist, das die sele so sere durschinen ist in der hitze der langen minne und also unmehtig worden ist in der umbehalsunge der heligen drivaltekeit. So beginnet si ze sinkende und ze kůlende, als die sunne von der hochsten stat hernider gat und sinket untz in die naht. Weis got, also wirt es an der sele und ovch am libe vollebraht! Die minnenriche sele sinket harnider in dem zuge der ungruntlichen diemuetekeit und wichet ie vor dem, was ir got ze liebe tůt. Das ist ir vil bekeme von der edelen nature, die got und si in einer meinunge erfúllent. Aber si kert das ovge ir wollust von allen dingen, uf das si gotte vil lobes moege gewinnen. Der licham sinket ovch vil sere, wenne er sinem viande dienet und verswiget und sine vrúnde got ze eren vermidet. Die sele sinket noch fúrbas, wan si merer maht hat denne der licham. Si sinket mit grossem vlisse in die nidersten stat, die got in siner gewalt hat. O, wie getar ich dise stat den nemmen, die der sinkenden diemuetekeit nit erkennent.

Vgl. Niklaus Largier, Aufstieg und Abstieg: Die Symbolik des Wegs bei Rudolf von Biberach, Meister Eckhart und Johannes Tauler. In: Symbolik von Weg und Reise (Schriften zur Symbolforschung, Band 8), Bern: Peter Lang, 1992, S. 41-55.

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Johannes Klimakos

Johannes Klimakos († um 649) schrieb asketische Schriften, in denen er den Aufstieg zur Vollkommenheit vorzeichnete. Sein Hauptwerk ist »Klimax tu paradeísu« (Treppe zum Paradies):

Quelle: Wikipedia

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Herrad von Landsberg

aus: Herrad von [Landsberg, Äbtissin von] Hohenburg, († ca. 1196), »Hortus deliciarum«, – dieses Bild ist ein Behelf; vgl. die Abbildung in: ed. Rosalie Green, M. Evans, C. Bischoff, M. Curschmann, (Studies of the Warburg Institute 36), 2 vols., London / Leiden 1979; fol. 215v (Tugendleiter)

Transkription und Übersetzungsversuch des Texts [korrigierte Fassung 10.12.2009]:

(1) Hec scala significat ascensum virtutum et religiosum sanctitatis exercicium quo eterne vite corona adipiscitur. ¶ Diese Leiter bedeutet den Aufstieg der Tugenden und die Übung einer gottesfürchtigen Sittenreinheit, womit die Krone des ewigen Lebens erreicht wird.

(2) Huic scale primum plurimi innitentes postea diabolicis sagittis vulnerati retrahuntur et terrenis impedimentis ac concupiscentiis suis illecti et abstracti nequiter incurvantur. ¶ Die diese Leiter zunächst Besteigenden werden später, von teuflischen Pfeilen verletzt, heruntergezogen und – durch die irdischen Umgarnungen und ihre Begierlichkeiten verlockt und weggezogen – auf leichtfertige Weise gekrümmt (vom Weg abgebracht?)

(3) Angelica custodia. ¶ Die Wache der Engel

(4) Hec persona virtutis significat omnes sanctos et electos qui angelica custodia perducuntur ad celestia prernia. ¶ Diese Person(ifikation) der Tugend bedeutet alle Heiligen und Erwählten, welche durch die Obhut der Engel zum himmlischen Lohn geführt werden.

(5) Virtus autem hec est caritas. Sola enim virtus caritatis que ceteras virtutes continet ad accipiendam celestis premii coronam perveniet. ¶ Diese Tugend ist die Liebe (Caritas). Denn allein durch die Tugend der Liebe, welche die anderen Tugenden umfasst, gelangt sie dazu, den himmlischen Lohn zu empfangen.

(6)–(9) Virtus id est caritas. Dextera Domini. Corona vite. Demones sagittis suis scandentes ad alta- impugnant. ¶Diese Tugend ist die Liebe (7) Die Rechte (Hand) Gottes (8) Die Krone des Lebens (9) Die in die Höhe Steigenden greifen Dämonen mit ihren Pfeilen an.

(10) Septem sunt scale quibus ascenditur ad regnum celorum. Prima castitas. Secunda mundi contemptus. Tercia humilitas. Quarta obedientia. Quintus patientia. Sexta fides. Septima caritas de puro corde. ¶ Es sind sieben Leitern (Sprossen?), mit denen man ins Himmelreich gelangt: Reinheit – Verachtung der Welt – Demut – Gehorsam – Geduld – Glaube Reinheit aus ganzem Herzen. [auf dem Bild erkennt man aber 15 Sprossen; vgl. Text # 741 in der Ausgabe]

(11) Hec sanctimonialis que omnes falsas sanctimoniales significat lenociniis et muneribus presbiteri seducta, pompis quoque seculi et diviciis parentum retracta seorsum tendit et coronam vite non apprehendit. ¶ Diese Nonne, welche alle falschen Nonnen bedeutet, durch Kupplerlohn und Geschenke eines Priesters verführt – zurückgehalten von der Pracht der Welt und dem Reichtum der Familie – hält sich abgesondert und gewinnt die Krone des Lebens nicht.

(12)–(14) Sanctimonialis; presbiter. Preciose vestes; urbes. Draco id est diabolus. ¶Nonne, Mönch (13) Kostbare Gewänder; Städte (14) Der Drache, das ist der Teufel.

(15) Draco iste insidiatur scandentibus. Hos omnes periculose ab alto cadentes potest Dominus medicina penitentie iterum ad virtutum culmen restituere. ¶ Dieser Drache lauert auf die Fallenden. Alle diese auf gefahrvolle Weise von hoch herab Fallenden vermag die göttliche Medizin der Buße wieder zum Gipfel der Tugend zurückzubringen.

(16) Heremita. Hic heremita falsorum heremitarum personam gerit qui ortum suum excolens et superfluis cogitationibus plantationi sue intendens, ab oratione retrahitur et a divine contemplationis dulced[ine cui vacare et inherere deberet] sequestratur. Ortus heremite ¶ Der Einsiedler spielt die Rolle der falschen Einsiedler, welcher – seinen Garten pflegend und sich mit überflüssigen Gedanken auf seinen Anbau konzentrierend – vom Gebet abgelenkt wird und von der Süßigkeit der Kontemplation, für die er sich frei machen und der er anhängen sollte, entfernt wird.

(17) Inclusus. Lectus inclusi in quo prolibitu requies ¶ Der Inkluse. Das Kanapee des Inklusen, auf dem er gerne ruht.

(18) Monachus. Iste monachus falsorum monachorum typum gerit qui proprietatibus et pecunie inhians cor suum a divinis officiis abstrahit et ubi est thesaurus suus immobiliter figit. Pecunia monachi. ¶ Der Mönch. Dieser Mönch steht für alle falschen Mönche; gierig auf Besitz und Geld wendet er sein Herz ab vom Gottesdienst und heftet es unentwandt dorthin, wo sein Schatz sich befindet. Das Geld des Möches [im Beutel]

(19) Clericus. Iste clericus omnes falsos clericos designans crapule, luxurie, symonie, aliisque viciis deditur retrorsum cadit et minime ad acquirendam vite coronam in altum vadit. Mensa clerici; pisces; ciphus; ecclesia; amica clerici. ¶ Der Pfaffe. Dieser Pfaffe stellt alle falschen Kleriker dar; er gibt sich den Saufgelagen hin, der Verschwendung, der Simonie (Ämterkauf) und anderen Lastern; er fällt herunter und gelangt keineswegs in die Höhe zum Erwerb der Krone des Lebens. – Der Tisch des Klerikers, Fische, ciphus ?, die Kirche, die Freundin des Klerikers.

(20) Laica; miles. Iste miles et laica mulier omnes infideles laicos significant qui varium ornatum seculi amantes et fornicationi simulque avaritie atque superbie vacantes ad nostram prosternuntur et raro ad contemplandam vite coronam elevantur. ¶ Die weltliche Frau, der Ritter. Diese bedeuten alle Ungläubigen, die – den vielfältigen Schmuck der Welt liebend, sich sowohl in Hurerei als auch in Habsucht wie auch in Hoffart schwelgend – das Unsere niederwerfen und kaum zur Betrachtung der Krone des Lebens emporgehoben werden.

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Thomasîn von Zerclaere

Thomasin von Zirclaria, Der wälsche gast, hg. Heinrich Rückert 1852 (Reprint mit Namenregister hg. F.Neumann, Berlin 1965)

5809ff.:
Nu habet ir vernomen wol
von wiu ein man machen sol
die stiege diu zem obersten guot
komen müge. Swer hât den muot
daz er dar ûf komen wil,
der muoz gedenken harte vil
wier die stiege machen sol,
daz er dar ûf stîge wol.
[usw.]

e-Text in der Bibliotheca Augustana: http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/13Jh/Thomasin/dwg5.htm#5.1


Cod. Pal. germ. 389

Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 389; fol. 91verso Bayern (Regensburg?), um 1256.

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Cicero / Petrarkameister / Hans Sachs

aus: Officia M. T. C. Ein Buch So Marcus Tullius Cicero der Römer zu seynem Sune Marco. Von den tugentsamen ämptern vnd zugehörungen eynes wol vnd rechtlebenden Menschen in Latein geschriben, Welchs auff begere Herren Johansen von Schwartzenbergs etc. verteütschet Vnd volgens Durch jne in zyerlicher Hochteütsch gebracht. Mit vil Figuren vnnd Teütschen Reymen gemeynem nutz zu gut in Druck gegeben worden, Augspurg: Steyner, 1531.

Schwar[t]zenberg übersetzt hier Cicero, de officiis II,x,37:

Nam et voluptates, blandissimae dominae, maioris partis animos a virtute detorquent; dolorum cum admoventur faces, praeter modum plerique exterrentur. Vita, mors, divitiae, paupertas omnes homines vehementissime permovent.

Moderne Übersetzung: Es werden aber diejenigen bewundert, die, wie man glaubt, die Übrigen an Tugend übertreffen und frei von jeder Schande sind, besonders aber von den Lastern, denen andere kaum widerstehen können. Denn die Freuden, die schmeichlerischsten Gebieterinnen, bringen den größten Teil der Menschen von der Tugend ab, und die Meisten lassen sich, wenn sich brennende Schmerzen nähern, übermäßig erschrecken; Leben, Tod, Reichtum und Armut beeindrucken alle Menschen aufs Ärgste. (vita, mors, divitiae, paupertas omnes homines vehementissime permovent.) Diejenigen, die diese Dinge weder fürchtend noch begehrend mit einer erhabenen und hohen Gesinnung verachten und die sich, wenn sich ihnen irgendetwas Bedeutendes und Ehrenhaftes bietet, diesem ganz zuwenden und mitreißen lassen: Wer sollte da nicht den Glanz und die Schönheit der Tugend bewundern? (Übersetzung von Rainer Lohmann, vgl. http://www.romanum.de/main.php?show=uebersetzungen/cicero/de_officiis/index.html)

Im Frühneuhochdeutsch von 1531 tönt das so: Dye wollust [Plural] als aller sänffte herscherin/ ziehen den meren teyl der gemüt von tugenten/ vnd werden noch mer erschreckt/ so sye dye fackeln [gemeint ist: die Qual] der schmertzen anrüren/ dann [denn] das leben/ der todt/ die reychtumb/ vnd armuot/ bewegen allermeyst den menschen.

Im Bild kommen Ding-Allegorien (Stufen-Leiter; Rüstung nach Epheserbrief 6, 11–17) und Personifikationsallegorien (die vier Gewalten) miteinander verquickt vor.

Hans Sachs (1494–1576), »Vier irrung der tugent«

In der blüweis Michael Lorenz. – 1. Januar 1544.

1.
Hört, wie ich in eim buch gemalet fant,
wie zu dem trone
aufwarts ein hohe leiter was,
da die küngin der tugent saß,
welche alle gar herlich krönen wolt,
die zu ir stiegen und erreichten iren sitz.
Mitten auf der leiter ein ritter stant,
geschmücket schone
mit harnisch, ritterlicher zir;
im stunt sein herz, mut und begir,
das in die küngin herlich krönen solt;
das zu ersteigen, brauchet er sin unde witz.
Vier langer strick
sach ich im blick
um sein leib gürtet stark und dick;
die strick hetten gewaltig in der hand
vier stark persone:
armut, wollust, tot und der schmerz,
zogen den ritter unterwerz,
auf das er nit erreicht die kron und höchsten spitz.

2.
Die leiter des menschen leben bedeut,
alter und jugent,
das zu den eren ist geneigt,
über sich zu der tugent steigt,
ist die küngin, die ir diener bekrönt,
im leben, tot ir nam herlich erhaben wirt;
Aber die vier person am strick zerstreut,
welche abzugent,
die erst person ist die armut,
die den menschen abfüren tut
in vil laster, darmit er sich beschönt:
für tugent in geiz, falsch und der betrug regirt.
Zum andern: schmerz
zeucht auch abwerz
von tugent das menschliche herz,
ist, so der mensch im selber nicht gebeut,
aus lieb der tugent
durch gedult all ding überwint,
sunder in rach und zoren brint,
das neit und haß in ungestümiklich vexirt.

3.
Zum dritten: der wollust abziehen tut,
so gar ersoffen
der mensch ganz viehisch lebt darin,
legt darauf herz, mut unde sin,
in allen lastren sült sich wie ein schwein:
unkeusch, fraß, hoffart und als was senft tut dem leib.
Zum vierten zeucht ab der tot sin und mut
und alles hoffen
und lont der tugentreichen tat;
wo man des todes forchte hat,
da acht man warheit und grechtigkeit klein,
wirt heuchlerisch und kleinmütig gleich einem weib.
Darum welch mon
der tugent kron
empfahen wil und iren lon,
der sol leben nach art der tugent gut.
wirt er gleich troffen
mit armut, schmerz, wollust und tot,
sol er kempfen durch alle not,
spricht Cicero, das er nur bei der tugent bleib.

Hans Sachs: Dichtungen, hg. K. Goedeke, Erster Theil: Geistliche und weltliche Lieder, Leipzig 1870, S. 146-148. Als e-Text bei http://www.zeno.org/Literatur/M/Sachs,+Hans/Gedichte/Geistliche+und+weltliche+Lieder/Vier+irrung+der+tugent

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Lucas Cranach

Lucas Cranach d. Ä., Kurfürst Friedrich der Weise unter der Himmelsleiter des Hl. Bonaventura (B. 78), Holzschnitt (aus: zeno.org)

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Mildmay Fane, 2nd Earl of Westmorland (1602–1666), Otia Sacra, London: Printed by Richard Cotes 1648.

http://hdl.handle.net/2027/uiuo.ark:/13960/t05x31d7z?urlappend=%3Bseq=119

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Lebensalter-Treppe

AUGUSTINUS (»de vera religione« XXVI, xlviii, 130) verwendet die Altersstufen des Menschen als Modell für den Heil(ung)sprozess

… die natürliche Beschaffenheit und Entwicklung jedes Menschen von seiner Geburt an.... der neue innere und himmlische Mensch hat gleichfalls seine geistlichen Altersstufen, die nicht nach Jahren, sondern nach der Höhe des Fortschritts zu unterscheiden sind:
Das erste Lebensalter, die frühe Kindheit, die der Heranwachsende völlig vergisst, kennt nur leibliche Nahrungsaufnahme.Die erste Stufe verlebt er gleichsam an der Mutterbrust der heilsamen Geschichte, die ihn mit Vorbildern nährt.
Ihr folgt das Knabenalter, dessen wir uns teilweise erinnern.Auf der zweiten beginnt er bereits, das Menschliche dahintenzulassen und zum Göttlichen aufzustreben.
Das Jünglingsalter schließt sich an, dem die Natur bereits die Fähigkeit verlieh, sich fortzupflanzen und Vater zu werden.Auf der dritten Stufe wird er schon mutiger, nimmt die fleischliche Begierde durch die Kraft der Vernunft in Zucht und genießt innerlich gewissermaßen eheliche Freuden, indem seine Seele sich in schamvoller Verhüllung dem Geist vermählt.
Auf der nächsten Stufe steht der junge Mann, der schon durch Übernahme öffentlicher Pflichten geübt und durch Gesetze in Zucht gehalten werden muss.Die vierte Stufe macht ihn hierin noch fester und sicherer und lässt ihn zu vollkommener Männlichkeit sich erheben.
Nach den Mühsalen dieses Lebensabschnittes erlangt der ältere Mann eine gewisse Beruhigung. Von da bis zum Tode führt ein Lebensalter, das trüber und freudloser, mehr den Krankheiten ausgesetzt und hinfällig ist.Auf der fünften stellt sich Ruhe ein und vollständige Befriedung. Nun lebt er im Genuss der Schätze und des Überflusses des unwandelbaren Reiches höchster und unaussprechlicher Weisheit.
 Die siebente aber ist die ewige Ruhe, die dauernde Glückseligkeit, wo es keine verschiedenen Lebensalter mehr gibt.

Bei der Visualisierung als Lebenstreppe kommt zur Bewegung nach oben und unten ein trickfilmartiger Fortschritt (in Leserichtung) von links nach rechts.

Jörg Breu d. Ältere († 1537):

J. E. Gailer (1832)

Neuer Orbis Pictus für die Jugend, oder Schauplatz der Natur, der Kunst und des Menschenlebens ... in deutscher, lateinischer, französischer und englischer Sprache nach der früheren Anlage des Comenius bearbeitet und dem jetzigen Zeitbedürfnisse gemäß eingerichtet von J. E. Gailer, Reutlingen: Mäcken 1832. (In der Nachfolge von Comenius, Orbis Sensualium Pictus [1698], Tafel XXXVI: Septem ætates hominis / Die sieben Alter des Menschen)

Die Lebenstreppe wird auch für die karikierende Visualisierung von Karrieren berühmter Persönlichkeiten verwendet, namentlich, wenn sie einen Knick am Höhepunkt hat.

Napoleon-Karikaturen von Johann Michael Voltz (1784–1858)

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Treaty_of_Fontainebleau_%281814%29#/media/File:Aufstieg-und-Niederfall-Napoleons.png

Buonapartes Stuffenjahre 1814

Vgl. zu diesem Bild: Bild als Waffe. Mittel und Motive der Karikatur in fünf Jahrhunderten, hg. von Gerhard Langemeyer, Gerd Unverfehrt, Herwig Guratzsch und Christoph Stölzl, München: Prestel 1984; Nr. 130 (S.184).

Literaturhinweise:

Wilhelm Wackernagel: Die Lebensalter: ein Beitrag zur vergleichenden Sitten- und Rechtsgeschichte, 1862 (https://books.google.ch/books?id=_Mw6AAAAcAAJ)

Jo Thijssen / Michael Overdick: Die Lebenstreppe und ihre Verwandten, In: Konrad Vanja u.a. (Hg.): Arbeitskreis Bild Druck Papier. Tagungsband Berlin 2012, S. 41-66

Viele Bilder zum Thema hier > https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Steps_of_life?uselang=de

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Hierarchien des geistigen Lebens

Diese ›Treppe‹sieht ähnlich aus — aber bei genauer Lektüre ...

Charles de Bouelles [Bovillus, 1479-1553], Liber de intellectu, Parisiis: Stephanus & Parvus 1510. – Digitalisiert durch die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf > http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/id/1257157

Die Treppenelemente sind mit den Prädikaten einer traditionellen Seinshierarchie angeschrieben (ist, lebt, fühlt, versteht) und entsprechend der Hierarchie so aufeinandergeschichtet, dass in völliger Achsensymmetrie von links nach rechts und von rechts nach links je eins dazukommt, bis in der Mitte eine Ebene entsteht.

Am oberen Bildrand gibt es Überschriften zu den Treppenstufen; links werden Arten des Seienden genannt (die Neutrumendung "-e" passt zu "ens" (Seiendes)), rechts menschliche Lebensweisen, negativ: Untätigkeit, Gier, Prunksucht / positiv: Tugend.

Auf den Treppenstufen sind, mit Tituli versehen, Verkörperungen dieser Seinsarten und Lebensweisen zu sehen (v.l.n.r.: Fels (petra), Baum, Pferd, Mensch bzw. v.r.n.l.: mineralischer Mensch (zusammengekauert), lebensorientierter (vitalis beim Essen), sinnenfreudiger (vor dem Spiegel), lernbegieriger Mensch ( am Schreibpult). Die Zusammengehörigkeit wird dadurch verdeutlicht, dass die Treppenelementbeschriftungen durch die konjugierte Form mit den Tituli Sätze bilden, z.B. studiosus intelligit.

Durch die Darstellung werden die Lebensweisen unterschiedlich bewertet. Es geht hier nicht um die Darstellung eines Ablaufs. Die Abstufung ist nicht als zeitliches Auf-und-Ab zu interpretieren, sondern als paralleler begrifflicher Auf- oder Abstieg (von den Seiten zur Mitte bzw. von der Mitte zu den Seiten).

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Ramon Llull (1232–1316): Aufstieg des Intellekts

Scala intellctûs vom Stein bis zu Gott in: Raymundi Lullij Doctoris illuminati de noua logica. de correllatiuis. necnon de ascensu et descensu intellectus, Valencia 1512. > http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10203463_00114.html

»De Ascensu et descensu intellectus« [entstanden 1305], in: Raimundi Lulli Opera Latina [Werk = Nr. 120], ed. Alois madre (Corpus Christianorum, Cont. Maediaevalis XXXV), Turnhout: Brepols 1981.

Das Buch ist in zehn Teile (distinctiones) gegliedert, wovon der erste Teil die Aufteilung selbst thematisiert: Prima distinctio, quae est de scala.

distinctio II de lapide
III de flamma
IV de planta
V de bruto
(gemeint ist der Löwe)
VI de homine
VII de caelo
VIII de angelo
IX de Deo

Neben den Treppenstufen führt eine Verweisline auf ein entsprechendes Bildchen (bei Deus evtl. auf die Sonne).

Jede der Treppenstufen (entsprechend einem Kapitel im Buch) ist weiter unterteilt in scalones (nicht-klassisches Latein; von scala, also Stufen, Sprossen):

(1) actus – (2) passio – (3) actio – (4) natura – (5) accidens – (6) substantia – (79 simplex – (8) compositum – (9) individium – (19) species (11) – genus – (12) ens

Diese Begriffe sind auf dem äußeren Ring der Scheibe (Scalę intellectûs) angeschrieben, den die Figur (bezeichnet mit intellectus ???) in der Hand hält.

Es gibt sodann noch eine dritte scala' mit den fünf Stufen sensibile – imaginabile – dubitabile – credibile – intelligibile'' (im inneren Ring der Scheibe).

Der Text ist sehr kompliziert und bedürfte der Erläuterung.

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Erhard Schoen (ca. 1491 - 1542), Der Lügenberg (1533), Germanisches Nationalmuseum Nürnberg > http://www.zeno.org/nid/20004286693

Das Bild illustriert einen Text von Hans Sachs, »Schwank vom Lügenberg« (12.Dezember 1533); Keller V, 325.


Andrés de Capilla (????)

Virtutes hominem ducunt ad sidera; uerum
Fulciri magno debet AMORE uia.

(lat. fulcio = durch Streben, Pfeiler usw. stützen)

Die Leitersprossen sind verbunden mit ›Rezepten‹, z.Bsp.:

Das 67. Recept.
Der Glaub der ist das Fundament
   Darauff all ander Tugend stehnt;
Ohn Glaub kan niemand gfallen Gott
   Doch ohn die Werck der Glaub ist todt.

Andreae Capellae Unverwesenlichs Balsambüchslein in 90 underschidliche recept von allerkostbarlichsten Specereyen abgethailt. In teutsch gebracht durch Ioachimum Meychel, München: Peter König 1623. > http://diglib.hab.de/drucke/xb-4536/start.htm


Christian Knorr von Rosenroth

Knorr von Rosenroth (1636–1689) zeigt auf dem Titelbld seines »Neuen Helicon« (1684) als den Weg zum Glücklichsein den Aufstieg auf den Musenberg, aber ins Christliche umgedeutet.

Die neun antiken Musen (Castalinnen °) sind umgetauft in Reiner Sitten Regerinnen: Liebe – Begierde – Freude - Hoffnung – Fliehen – Hass – Furcht – Trauern – Eifer. Bei einigen muss man beachten: 'Fliehen flieht vor einem gedeckten Tisch; Trauern meint wohl das Betrauern der eigenen Sünden, nicht Meancholie; Eiver'' ersticht mit der Lanze einen Drachen.

°) Hederich, 1770: »CASTALIA war ein besonderer Brunn zu Delphis am Parnasse, von gar annehmlichem Geschmacke, welcher selbst den Altar des Apollo in dessen Tempel benetzete, […]. Weil er hiernächst den Musen geheiliget war, so werden sie von ihm vielfältig Castalinnen, Castalides, beygenannt.«

An der Stelle von Apollo steht Christus (mit dem Monogramm ); anstelle des Parnass steht ein weinendes Antlitz.

Neuer Helicon mit seinen Neun Musen. Das ist: Geistliche Sitten Lieder, von Erkäntniss der wahren Glückseligkeit, und der Unglückseligkeit falscher Güter; dann von den Mitteln zur wahren glückseligkeit zu gelangen, und sich in derselben zu erhalten. Von einem Liebhaber Christlicher Ubungen zu Unterschiedlichen Zeiten Mehrentheils zur Auffmunterung der Seinigen Theils neu gemacht, theils übersetzet, theils aus andern alten, bei Unterrichtung seiner Kinder geändert: nunmehro aber zusammen geordoret und von einem guten Freunde zum Druck befördert. […] Nürnberg: Johann Jonathan Felßecker 1684. > http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN777106965

Herausgegeben von Rosmarie Zeller und Wolfgang Hirschmann, Beeskov: ortus Musikverlag 2016 (ISBN 978-3-937788-48-7) > http://www.ortus-musikverlag.de/index.php/produktdetails.de/product/om214.html


Joachim Camerarius (1534-1598)

Die Schildkröte spricht:

Was schadets/ daß ich langsam schleiche/
Weil ich die Höhe doch erreiche.

Gleich wie die Schilde=Krott mit sacht- und leisen Schritten
Den hohen Berg erreicht/ alwo die Schwanen wohnen °°°
So kan die Arbeit auch mit vielen sauren Tritten
Gelangen an den Ort/ da die Geehrten thronen.

(°°° Die Schwäne auf dem Parnass, durch ihre süße Stimme beliebt, bedeuten die Treue und Auffrichtigkeit.)

Joachim Camerarius, Symbola et emblemata; I: 1590; II: 1595; III: 1596; I: 1604 --- hier aus der deutschen Ausgabe: Vierhundert Wahl-Sprüche und Sinnen-Bilder, durch welche beygebracht und außgelegt werden die angeborne Eigenschafften, wie auch lustige Historien und Hochgelährter Männer weiße Sitten-Sprüch. Und zwar Im 1. Hundert: Von Bäumen und allerhand Pflanzen. Im II. Von Vier-Füssigen Thieren. Im III. Von Vögeln und allerley kleinen so wol fliegenden als nit fliegenden Thierlien. Im IV. Von Fischen und kriechenden Thieren. Vormahls durch den Hochgelährten Hn. Ioachimum Camerarium In Lateinischer Sprach beschrieben: Und nach ihm durch einen Liebhaber seiner Nation / wegen dieses Buchs sonderbarer Nutzbarkeit allen denen die in vorgemelter Sprach unerfahren seyn/ zum besten ins ins Teutsch versetzet, Maintz: Bourgeat 1671


Jakob Bornitz (ca. 1560 – 1625)

Sylloge prima, Nr. VI: Nostrum Politeuma in Cœlis (vgl. Philipperbrief 3,20: Unsere Heimat ist im Himmel)

So dein Wandel im Himmel ist/
deß Fleisches Bürd leg ab zurüst.

Jacobi Bornitii emblemata ethico politica ingenuâ atque eruditâ interpretatione nunc primùm illustrata, Mainz: Bourgeat 1669. > https://archive.org/details/jacobibornitiiem00born

Ausgabe 1678 > http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenahist/bornitz1/te01.html


Franciscus Reinzer S.J. (1661–1708)

Franciscus Reinzer, S.J., Meteorologia philosophico-politica, in duodecim dissertationes per quaestiones divisa. Nunc Denuo Ad Multorum Desiderium In Lucem Correctior Edita, Augusta Vindelicorum 1709.

Meteorologia Philosophico-Politica, Das ist: Philosophische und Politische Beschreib= und Erklärung der Meteorischen / oder in der obern Lufft erzeugten Dinge; In zwölff zerschiednen […] wie auch mit zugleich untermischten schönen Sinn=Bildern gezierten Abtheilungen sonderbahren Fleisses ehedem verfasst durch den Ehrw. P. Franciscum Reinzer, S.J. […]. Anjetzo wegen der darinnen enthaltnen raren und anmuthigen Materien / curiosen Gemüthern zu Gefallen / und zu nutzlicher Ergötzung […] in das Teutsche übersetzt. Augsburg: Jeremias Wolff 1712. – Nummer 3: Gradatim

Die lat. Ausgabe ist mehrfach digitalisiert:

http://archive.org/stream/philosphicopolit00rein#page/10/mode/1up

http://diglib.hab.de/drucke/xb-4f-445/start.htm?image=00024

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Nicostrata

Nicostrata, auch Carmenta – sie soll die griechischen Buchstaben in lateinische umgewandelt haben (Hygin, fab. 277) – zeigt dem kleinen Jungen, wie er über die Stufen der Fähigkeiten voranschreitet: Disce legere – scribere – Voces intellegere – Declinare – Conjugare – Voces consteruere – Sic dignus es intrare – zuoberst empfängt ihn Typographia.

Christian Friedrich Gessner, Derœ in der Buchdruckerei wohlunterrichtete Lehr-Junge Oder: bey der löblichen Buchdruckerkunst nöthige und nüzliche Anfangsgründe …, Leipzig: Geßner 1743. > https://hdl.handle.net/2027/ucm.5325866066?urlappend=%3Bseq=8


Scala Mahometi

Edeltraud Werner, Liber Scale Machometi. Die lateinische Fassung des "Kitāb al miʼrādj". Einleitung, Edition, Glossar, Düsseldorf 1968 (Studia humanoria Bd. 4)

Le Livre de l'échelle de Mahomet, Traduction de Gisèle Besson / Michèle Brossard-Dandré, Livre de poche (4529) 1991.

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Boethius

»Consolatio Philosophiae«, prosa 1

Während ich solche Gedanken still für mich im Herzen bewegte und meine jammernde Klage mit dem Schreibgriffel aufzeichnete, da erschien mir zu Häupten eine Frauengestalt von ehrfurchtgebietender Hoheit, mit glühenden Augen von so durchdringender Kraft, wie sie sonst den Menschen nicht eigen ist. Frisch war ihre Gesichtsfarbe und unerschöpft ihre Körperkraft, obgleich sie schon ein so langes Leben hinter sich zu haben schien, daß man sie kaum noch unserem Zeitalter zurechnen konnte. Ihre Gestalt war eine wechselnde. Bald nämlich schrumpfte sie auf das gewöhnliche Maß der Menschen zusammen, bald wieder schien sie mit der Höhe des Scheitels die Wolken zu berühren. Hätte sie das Haupt noch höher erhoben, so wäre sie in den Himmel selbst eingedrungen und den Blicken der Menschen entschwunden.

Ihre Kleider waren von den dünnsten Fäden, aber aus unverwüstlichem Stoff, mit der feinsten Kunstfertigkeit gewebt und zwar, wie sie mir später erzählte, das Werk ihrer eigenen Hände. Äußerlich zeigten sie indes die Verschossenheit eines vernachlässigten Alters, verwitterten und bestaubten Gemälden vergleichbar. Im untersten Saum war der griechische Buchstabe P, im obersten ein Th eingewirkt zu lesen und zwischen beiden wurden gewisse, in Form einer Treppe angeordnete Stufen sichtbar, mittelst deren, wie es schien, ein Aufstieg von dem unteren zu dem oberen Buchstaben stattfinden sollte.

Uestes erant tenuissimis filis subtili artificio indissolubili materia perfectae, quas, uti post eadem prodente cognoui, suis manibus ipsa texuerat; quarum speciem, ueluti fumosas imagines solet, caligo quaedam neglectae uetustatis obduxerat. Harum in extremo margine Π Graecum, in supremo uero Θ legebatur intextum atque inter utrasque litteras in scalarum modum gradus quidam insigniti uidebantur, quibus ab inferiore ad superius elementum esset ascensus.

Literaturangaben fürs Folgende:

Joachim Gruber, Kommentar zu Boethius, De consolatione philosophiae (1978), 2., erweiterte Auflage Berlin: de Gruyter 2006.

Maarten J. F. M. Hoenen, Lodi W. Nauta (Eds.), Boethius in the Middle Ages: Latin and Vernacular Traditions of the Consolatio Philosophiae (Studien und Texte zur Geistesgeschichte des Mittelalters 58), Leiden: Brill 1997.

Franz Dornseiff, Das Alphabet in Mystik und Magie, 2.Aufl. Leipzig: Teubner 1925.

G. R. Watson, Theta Nigrum, in: The Journal of Roman Studies, Vol. 42, Parts 1 and 2 (1952), pp. 56–62.

Henry Chadwick, Theta on Philosophy’s Dress in Boethius, in: Medium Aevum XLIX, No.2 (1980), p. 175–179.

Thomas Ricklin, Femme-philosophie et hommes-animaux. Essai d’une lecture satirique de la Consolatio Philosophiae de Boèce, in: Boèce ou La chaîne des savoirs, Actes du colloque international de la Fondation Singer-Polignac, Paris, 8 - 12 juin 1999, éd. par A. Galonnier, Louvain: Editions de l’Institut supérieur de philosophie 2003, 131–146.

Herbert Rudolph, »Boethius«, in: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte, Bd. II (1942), Sp. 970–976. > http://www.rdklabor.de/w/?oldid=92376

Was die beiden Buchstaben bedeuten sollen, sagt Boethius (* um 480/485; † zwischen 524 und 526) nicht. Die Kommentatoren waren verschiedener Meinung, vgl. Grubner S.68f.

Ein ehrwürdiger Ahne ist Aristoteles, der praktisches und theoretisches Wissen unterscheidet Es gibt mehrere weitere solche Statements in der lat. Antike. Boethius selbst schreibt in seinem Porphyrkommentar I,3, es gebe zwei Gattungen von Philosophie, una que theoretica dicitur, altera quae practica. id es speculativa et practica.

Pi könnte nach anderen Exegeten auch für politikai aretai (Tugenden des Bürgers) stehen; und Th für theia arete (auf Gott bezogene Tugend).

Hier der Kommentar von Notker dem Deutschen († 1022) (übernommen wohl aus Remigius von Auxerre, * um 841; † um 908):

Notker allegorisiert – seiner lat. Vorlage (vestes .i. artes liberales) folgend – so: Íro uuât . táz sínt artes liberales – Dann [der von Boethius übernommene Text hier blau] Harum in extremo margine. legebatur intextum π grecum. Ze níderôst án dero uuâte . stûont kescríben taz chrîechiska p. Táz pezéichenet practicam uitam. táz chît actiuam. In superiore uero legebatur θ. Ze óberôst stûont theta. Tíu bezeichenet theoreticam uitam. dáz chît contemplatiuam. Atque inter utrasquenliteras uidebantur insigniti quidam gradus in modum scalarum. Únde únderzwískên pûohstáben . stûonden sámo-so léiter-sprézen gezéichenet . álde stégôn stûofâ. Quibus esset ascensus . ab inferiori ad superius elementum. Áfter dîen man stîgen máhti . fone demo níderen pûohstábe ze demo óberen. Uuánda sancti únde sapientes . fárent fóne actiua vita . ad contemplatiuam.

Ausschnitt aus der entspr. Seite aus dem Codex Sangallensis 825

http://www.e-codices.unifr.ch/en/csg/0825/8/0/Sequence-673



••• Im folgenden Bild noch ohne Anfangs- und Endbuchstaben; Quelle Handschrift um 1230


Die Buchstaben werden in verschiedenen Visualisierungen verschieden wiedergegeben:

••• Als Buchstaben Π (Pi) und Θ (Theta) im Clm 2599 der Bayerischen Staatsbibliothek, fol. 106verso (Anfang 13.Jh.):

Auf dem Schriftband steht (unten) ΠRACTICA (oben) ΘHEORICA

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e0/Boethius-philosophia-bsb-cod-lat-2599-f106v-c1200.jpg


••• Als P – T im frühen Druck: Boetius de Philosophico consolatu siue de consolatione philosophiae, cum figuris ornatissimis nouiter expolitus, Argentinae: Grüninger 1501; fol. Vr

Die Schrifttype hat keine griechischen Lettern (fol. III verso): Harum in extremo margine .P. grecum in supremo vero .T. legebatur intextum. — Der Thomas von Aquin (fälschlicherweise) zugeschriebene Kommentar dazu: In extremo margine .P. [et caetera] Due sunt Partes principales ph[ilosoph]ie, [scilicet] practica & theorica. Ideo in veste philosophie erant due littere intexte [scilicet] p & t P autem erat in inferiori parte vestis; & T in superiori. Per quod inuitur quod practica ph[ilosoph]ia inferior speculatiua ordine dignitatis & nature

••• Als Φ – Θ in: Conrad Celtis (1459-1508): Quatuor libri amorum secundum quatuor latera Germanie, Nürnberg: Sodalitas Celtica 1502. > http://www.uni-mannheim.de/mateo/camena/celtis1/jpg/s012.html

(Ausschnitt)

Literaturhinweis: Jörg Robert: Konrad Celtis und das Projekt der deutschen Dichtung. Studien zur humanistischen Konstitution von Poetik, Philosophie, Nation und Ich. Tübingen: Niemeyer 2003; Kap. 3.1. Der Philosophia-Holzschnitt: Entwurf einer Wissenssystematik


••• Als ϖ (Minuskel-Pi) – T : Aepitoma Omnis Phylosophiae, Alias Margarita Phylosophica, Tractans de omni genere scibili : Cum additionibus ... Argentina: Grüninger 1504. > http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/reisch1504/0011

(Ausschnitt)


••• Π — T: In der ersten bebilderten Ausgabe von Cesare Ripas Iconologia Overo Descrittione Di Diverse Imagini cavate dall'antichità, & di propria inuentione, Roma 1603 stand im Text (p. 165): Nell’estrema parte di detto vestimento vi è un P greco et nella parte superiore vi è un T e tra l’una e l’altra lettera vi sono certi gradi a modo di scala designati, per i quali dalla più bassa et inferiore lettera si ascende alla soprana. […]

Das Bild sieht so aus:

Π – Θ : Giovanni Zaratino Castellini (1570–1641) vgl. unten korrigiert das als Herausgeber der Ripa-Ausgabe von 1613: Iconologia Di Cesare Ripa … Nella Qvale Si Descrivono Diverse Imagini di Virtù, Vitij, Affetti, Passioni humane, Arti, Discipline, Humori, Elementi, Corpi Celesti, …, Siena 1613.

Castellini war ein Buchstaben-Spezialist, vgl. im Artikel in TRECCANI, Vol. 21 (1978): »Nelle osservazioni epigrafiche del C. assumono particolare rilievo i fenomeni grammaticali ed ortografici, la forma delle lettere, …«

Zur Stufenleiter schreibt er: Ne l’estremità della uesta ui si leggeua vn Pi, Greco, nel la sommita vn Thita; tra l’vna, & l’altra lettera a giusa di scala ui si scorgeano scolpiti alcuini gradili, per quili da l’vltima lettera si ascendeua la prima …

> http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ripa1613bd1/0257

Zu P und T bringt Castellini eine mit gelehrten Einsprengseln gespickte Abhandlung, bei der nicht ganz klar wird, wozu er das Wissen ausbreitet.

Pag. 271ff: Ne l’estremità de la vesta leggenasi intessuto vn Pi, greco, dal quale per certi gradi scolpiti a guisa di scala si saliua a la sommita, ne la quale era vn Thita, & non vn T, come hanno tradotto tutti gli espositori volgari […] molto malammente, perche vi è differenza doppia fi per la qualita de la lettera, che questa è vn T, semplice, & quella è vnita con l’aspiratione, si per il significato diuerso, & al tutto contrario, […]

Zusammenfassung und Kommentar; Erklärungen in eckigen Klammern:

Castellini bezieht sich einerseits auf die antike Prozessordnung: bei den Abstimmungen von Richtern sind auf Votiersteinchen (calculi iudiciales) Buchstaben angebracht – anderseits zieht er alttestamentliche und christliche Elemente bei.

  • Theta [C. schreibt mit Itazismus Thita] / bei den Römern das C [wahrscheinlich für ›condemno‹] ist das Zeichen für das Todesurteil gewesen. Castellini zitiert Persius, Satiren, IV,13 Et potis es nigrum vitio praefigere thetaDu bist im Stande, dem Laster das schwarze Theta anzuheften. [Vgl. auch Martial, Epigramme, VII. Buch, Nr. 37: Nosti mortiferum quaestoris, Castrice, signum? | Est operae pretium discere theta nouumKennst du wohl, Castricus, jenes Quästors tötendes Zeichen? | Diese neue Theta zu wissen lohnt sich.] – Th steht für thanatos ›Tod‹. – [Insofern Boethius zum Tod verurteilt ist, liegt die Assoziation nahe; freilich erscheint das Theta nicht auf seinem Gewand, sondern auf dem der Philsophie.]
  • T ist für Castellini das segno de la salute & de la Croce, denn das Kreuz Christi gleicht dem T. Es ist praefiguriert durch das T-förmige Kreuz, an dem Moses die eherne Schlange befestigte (Numeri 21,6ff.) und durch die Figur der von Moses im Gebet ausgebreiteten Arme (Exodus 17,11). – [Seltsamerweise zitiert er aber nicht das ›signum tau‹ aus Ezechiel 9,4 das ebenfalls ein Heilszeichen ist. – Merkwürdigerweise erklärt er das T, dessen Präsenz auf dem Mantel der Philosopie er ja entschieden in Abrede stellt. – T als Kürzel verzeichnet Capelli, Dizionario die Abbreviature, p. 368 für superstes (du sollst überleben)].
  • Delta steht für Aufschub: era nota di dilatione di tempo, per veder bene la causa [An welches griechische Wort er gedacht haben mag? Delta kommt auf dem Mantel der Philosophia nicht vor.]
  • NL steht für ›non liquet‹ [›es ist nicht klar, nicht durchsichtig‹; ist ebenfalls Zusatz]
  • Nun kommt Castellini auf die übliche Deutung von Pi und Th zu sprechen: In somma la Filosofia consiste nella Prattica e nella Theorica, la prattica è l’attiua morale; la Theorica è la contemplativa, che è sublime […]: & però da Boetio è posta sopra la scala […]. Dabei zitiert er weitere Autoritäten: Aristotlels Metaphsysik I,2; Seneca, Epist. 28 und Augustinus, Civitas Dei VIII,4: Studium sapientiæ in actione & contemplatione versatur, vnde pars eius activa, altera contemplatiua dici potest […] [Kontext: Das Weisheitsstreben dreht sich vornehmlich um Handeln und Betrachten, weshalb man von zwei Teilen der Philosophie sprechen und den einen als den praktischen, den andern als den theoretischen bezeichnen kann – der praktische Teil geht auf die Lebensführung d. i. auf die Durchbildung des sittlichen Verhaltens, der theoretische dagegen auf die Erforschung der Ursachen der Natur und der möglichst vollkommenen Wahrheit.]
  • Dann erscheint plözlich noch eine Idee: Essendo il Θ prima lettera di questa voce, Theos, cioè Dio, potremo anco dire, che à posto a capo della scala, como scopo, termine, & fine d'ascedere & arriuare a lui, & se guardiamo bene la figura sferica di detta lettera si ci rappresenta apunto vn versaglio [Zielscheibe] con quella linea inmezza per trauerso, come frezza fissa nel versaglio, volendo inferire, che deuemo indrizzare la mente nostra verso Iddio, e tenerla sempre fissa in lui, come sommo bene, scopo & fine della sapienza […] Et Santo Agostino de Ciuit. lib. 8, cap. 9 dice, che il Filosofare è amare Dio […].
    Nachtrag: Auch die antike Militärverwaltung kannte solche Buchstaben (notae militares). In den Mannschafts-Listen (breviculi) gab es Zeichen, mit denen angegeben wurde, welche Soldaten überlebt hatten und welche gefallen waren; vgl. den Aufsatz von Watson.
    Isidor von Sevilla »Etymologiae«, Liber I: De grammatica; Caput xxiv. De Notis militaribus
    [1] In breviculis quoque, quibus militum nomina continebantur, propria nota erat apud veteres, qua inspiceretur quanti ex militibus superessent quantique in bello cecidissent. T Tau nota in capite versiculi posita superstitem designabat; Θ Theta vero ad uniuscuiusque defuncti nomen apponebatur. Unde et habet per medium telum, id est mortis signum. De qua Persius ait (4,13): »Et potis est nigrum vitio praefigere theta.«
    [2] Cum autem inperitiam significare vellent, Labda littera usi sunt, …
    Von den militärischen Abkürzungen. [1] In den Listen, in denen die Namen der Soldaten enthalten waren, gab es bei den Alten ein eigenes Zeichen, durch welches erkannt wurde, wie viele von den Soldaten überlebt hatten und wie viele im Krieg gefallen waren. [Der Buchstabe] Tau, am Anfang der Zeile gesetzt, bezeichnete einen Überlebenden; Theta aber wurde jeweils zu den Namen eines Verstorbenen gesetzt. Deswegen hat dieser Buchstabe auch einen Pfeil durch die Mitte, das Zeichen des Todes. Von ihm sagt Persius: »Und du bist fähig, dem Verbrechen das schwarze Theta anzuheften.« [2] Wenn sie aber die Unerfahrenheit markieren wollen, so verwenden sie den Buchstaben Lamda, …

Auf die Erweiterungen des Kapitels zur Filosofia bei Cesare Ripa durch Castellini hat Alice Thaler-Battistini aufmerksam gemacht, die eine größere Publikation zu Ripa vorbereitet und darin Castellini ausführlicher würdigen wird (erwartet für 2017). – Dank für die latinistisch-philologische Hilfe an: Darko S., Jörg K. und Thomas G.

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»Dem aber, der studirt, um Einsicht zu erlangen, sind die Bücher und Studien bloß Sprossen der Leiter, auf der er zum Gipfel der Erkenntniß steigt: sobald eine Sprosse ihn um einen Schritt gehoben hat, läßt er sie liegen. Die Vielen hingegen, welche studiren, um ihr Gedächtniß zu füllen, benutzen nicht die Sprossen der Leiter zum Steigen, sondern nehmen sie ab und laden sie sich auf, um sie mitzunehmen, sich freuend an der zunehmenden Schwere der Last. Sie bleiben ewig unten, da sie Das tragen, was sie hätte tragen sollen.« (Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung Zweiter Band, Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte 7. Vom Verhältniß der anschauenden zur abstrakten Erkenntniß)

Ludwig Wittgenstein, Tractatus 6.54 [1921 publiziert]:
»Meine Sätze erläutern dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie – auf ihnen – über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)
Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.«


Literaturhinweise zum Thema Leitern / Stufen / Aufstieg

Uwe Ruberg, Vom Aufstieg im Mittelalter. Das Konzept der Himmelsleiter in Text und Bild, in: H.-H. Krummacher (Hg.), Geisteswissenschaften – wozu?, Wiesbaden: Steiner 1988, S. 211–244.
Friedrich Ohly, Metaphern für die Sündenstufen und die Gegenwirkungen der Gnade, (Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften, Vorträge G 302), Opladen 1990.
Christoph Schanze, Himmelsleitern. Von Jakobs Traum zum "Welschen Gast", in: Dichtung und Didaxe: Lehrhaftes Sprechen in der deutschen Literatur des Mittelalters (hg. von Henrike Lähnemann und Sandra Linden), de Gruyter, 2009, S. 205–222.

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letztes Update Dezember 2016 —— 2168

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