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Buntschriftstellerei

Dieses von Paul Michel, Emeritus der Universität Zürich, eingerichtete WIKI ist eine Baustelle. Viele Ergänzungen und die Notizen zu den Autoren stammen von Annemarie Geissler-Kuhn.

aus: Tobias Lohner, S.J. (1619-1697),
Instructissima bibliotheca manualis concionatoria
in qua de virtutibus, vitiis, sacramentis...
Dillingen 1681

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Übersicht


Versuch einer Begriffserörterung:

Das Wort ›Buntschriftstellerei‹ ist gebildet nach dem Buchtitel des griechisch schreibenden römischen Schriftstellers AELIAN (ca. 170/280): poikile historía (›bunte Berichte/Geschichten‹). Der Begriff scheint geeigneter als ›Kompilationsliteratur‹. Im Englischen spricht man von ›miscellany [magazine]‹.

Die Abgrenzung dieses proteus-haften Genres ist naturgemäß schwierig. Man kann kaum sagen, dass es sich um eine Gattung oder gar um eine Textsorte handelt; eher angebracht ist der Terminus ›Format‹ aus der modernen Medienwissenschaft. Mit Wittgensteins Konzept der »Familienähnlichkeiten« könnte man im Vergleich mit verwandten Genres mehr Deutlichkeit gewinnen.

Loci-communes-Sammlungen, d.h. Exzerpte für den rhetorischen Gebrauch — Anthologien bzw Florilegien haben einen Qualitätsanspruch, sie widmen sich dem ›best of‹ einer Gattung oder Epoche — Exempla-Sammlungen vereinigen Texte vom gleichen Typ (Erzählungen, die einen Tun-Ergehen-Zusammenhang beschreiben) mit gleicher Funktion (Präjudizien für die juristische Rhetorik oder Moralpredigt) (Beispiele Valerius Maximus, Hondorff, d’Averoult) — Sentenzensammlungen (z.B. Lycosthenes, Beyerlinck) umfassen geprägte Bonmots usw. — Kalender enthalten nebst Ratschlägen für die Aussaat u.dgl. auch Anekdoten, faits divers, Witze, Moralitäten, vgl. Hebels Schatzkästlein. — Monatsgespräche (Rist, Thomasius) — Gelegenheitsandachten (Chr.Scriver) mit oft allegorischen Ausdeutungen —

Kennzeichnend ist vor allem eben die Buntheit. Das heisst, die damit erfassten Werke enthalten viele kleinere Texte verschiedener Texttypen:

Berichte von Merkwürdigkeiten (Curiositäten) wie z.B. Kometenerscheinugnen; Sitten und Gebräuchen aus fernen (auch historisch entfernten) Ländern, Beschreibungen des Verhaltens exotischer Tiere; Schwänke, Fabeln, Exempla, Bonmots, Apophthegmata, Witze; Rätsel; Kataloge oder mindestens Beschreibungen von merk-würdigen Sehenswürdigkeiten; athletische Höchstleistungen und überhaupt Rekorde; kurze Biographien berühmter Personen; Unglücksfälle und Verbrechen (»Zeitungen«), Casus (vgl. A.Jolles); urban legends; usw. usf. – Satirische Texte erscheinen eher selten.

Die Buntschriftstellerei beruht wesentlich auf Kompilation; es wird Aufgelesenes mitgeteilt, gelegentlich mit Quellenangabe, vieles ist nicht nur second, sondern sogar third hand. Die Sammlungen werden weiter kolportiert, eine speist sich aus der anderen. Auch auf dem Hintergrund der zeitgenössischen copy-paste-Mentalität ist das insofern auffällig, als oft jeder Impetus zur stilistischen Überformung (aemulatio) fehlt.

Die Buntschriftstellerei hat eine Tendenz zum Enzyklopädischen, wobei aber der Aspekt des systematisch ordnenden Zugriffs fehlt, ja geradezu vermieden wird; der Zugriff der Leserschaft ist das Schmökern. Im 17.Jh. werden die Sammlungen wie damals üblich mit Registern erschlossen, was das nicht nur das Auffinden gesuchter Stoffe, sondern auch das Querlesen fördert.

Als Darbietungsform wird oft die chaotische Aneinanderreihung belassen; gelegentlich sind sich assoziative Folgen festzustellen; einige Autoren spielen mit der Form, indem sie ihr Material als Dialog oder als Briefwechsel (Zeiller) darbieten. Grimmelshausen wählt eine (pseudo-)kalendarische Anordnung. E.G.Happel hat als Kitt für seine Sammlungen auch die Romanform verwendet (zuerst mit »Der italiänische Spinelli, oder sogenanter Europaeischer Geschicht-Roman, auff das 1685«).

Die Funktionen der Texte bilden ebenfalls eine bunte Palette. Es lassen sich ausmachen: Schiere Unterhaltung; Melancholie-Therapie; Erwecken von Schauer; moralische Erbauung; Anfangs-Lektüre für Kinder und Schüler; Zulieferer für die rhetorische Ausschmückung von Reden oder Predigten; am ehesten passt oft der moderne Begiff ›Infotainment‹ oder ›Edutainment‹: Wissenschaft zur unschuldigen Kurtzweyl (Heidegger).

Die zeitliche Erstreckung des Genres reicht von der Spätantike bis in die Gegenwart. (Die »Gartenlaube« oder »Reclams Universum« gehören durchaus dazu. Schließlich heisst seit 1954 eine weit verbreitete Wochenzeitung »Bunte Illustrierte«).

Auch andere Kulturkreise kennen Buntschriftstellerei, so ist an die Adab-Literatur der Araber zu erinnern.

Hinweise zur Exzerpiertechnik

Er excerpirte beständig, und Alles, was er las, ging aus einem Buche neben dem Kopfe vorbei in ein anderes. (G. Chr. Lichtenberg, Sudelbücher, G 181)

Ein Seitenzweig der Buntschriftstellerei sind die ScientificRecreations, denen eine Unterseite gewidmet ist.



Claustrum sine armario quasi castrum sine armamentario

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Liste von Quellen

(Ohne Gewähr für die Genauigkeit bibliographischer Angaben. Nicht alle Werke habe ich per Autopsie erhoben.)

PAGANE ANTIKE


lat. Text im Web von The Latin Library
Valerius Maximus von Geschichten der Römer und aussers volcks, Perser, Medier, Griechen, Aphern, Flemming vnd Teutschen, alles lüstig, nottwendig und nütz zulesen, darin[n] erlernt man[n] alte thaten, ordenung der Reich, Land, Stätt und Lewt, den nachkümlingen zu eynem ebenbildt, das gut anzunemen, und das böß zufliehen. Durch Petrum Selbet new verteutscht, Getruckt zu Straßburg bei Jacob Kammerlandern 1533. Digitalisat: http://daten.digitale-sammlungen.de/bsb00017901/image_6
Von denkwürdigen Reden und Thaten der Römer und Fremden übersetzt von Eberh. Guernero Happelio [Eberhard Werner Happel], Frankf. a/M, 1678. F25
Heribert A. Hilgers, Die Überlieferung der Valerius-Maximus-Auslegung Heinrichs von Mügeln. Vorstudien zu einer kritischen Ausgabe, Köln: Böhlau 1973 (Kölner germanistische Studien 8).
frühe deutsche "best of"-Ausgaben: Plutarchi von Cheronea vnnd anderer kurtzweise vnd höfliche Sprüch. Darauß ein yeder Leßer zugleich lust vn nutz schöpffen mag in hohen auch sittlichen tugenden sich zu regieren vß vorbildung der Alten. Neulich durch Heinrich von Eppendorff vß dem Latin in Teutsch verdollmetscht. Zu Straßburg bey Hans Schotten, Anno M D XXXIIII. — Plutarchi von Cheronea guter Sitten einvndzwanzig Bücher. Durch D. Michael Herr / der Artzney / vnnd Freyer Künsten lyebhaber newlich verteutscht. Zu Strasßburg bey Hans Schotten M D XXXV. F25
Einen Überblick über die Traktate gibt die englische Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Moralia
Plutarch, Moralia; hrsg. von Christian Weise und Manuel Vogel, [Neusatz und Revision der Übersetzung von Bähr / Reichardt / Rösch / Schnitzer, Stuttgart 1828–1861], Wiesbaden: marixverlag 2012 (2 Bde.; 1022 + 895 Seiten). Danke für die Mühe!
Des Alianus vermischte Erzählungen, übers. J. H. F. Meincke, Quedlinburg 1775.
Claudius Aelianus, Werke, Band 1–3 = Vermischte Nachrichten, übersetzt von Ernst Karl Friedrich Wunderlich, Stuttgart: Metzler 1839–1842.

CHRISTLICHE ANTIKE


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MITTELALTER


Ioannis Sareberiensis Policratici sive de nugis curialium et vestigiis philosophorum libri VIII, ed. Clemens Webb, London 1909.
John of Salisbury, Policraticus. Of the Frivolities of Courtiers and the footprints of Philosophers, transl. by Cary J. Nederman, Cambridge U.P. 1990. [Teil-Übersetzung]
Peter von Moos, Geschichte als Topik. Das rhetorische Exemplum von der Antike zur Neuzeit und die historiae im »Policraticus« Johanns von Salisbury, (ORDO. Studien zur Literatur und Gesellschaft des Mittelalters und der frühen Neuzeit 2), Hildesheim: Olms 1988.

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16. JAHRHUNDERT (chronologisch)


Sebastian Brant, Fabeln. Carminum et fabularum additiones Sebastiani Brant – Sebastian Brants Ergänzungen zur Aesop-Ausgabe von 1501. Mit den Holzschnitten der Ausg. von 1501, hrsg., übers. und mit einem Nachw. vers. von Bernd Schneider, Stuttgart-Bad Cannstatt: Frommann-Holzboog 1999 (Arbeiten und Editionen zur mittleren deutschen Literatur. Neue Folge, Band 4).
Der Titel "Fabeln" täuscht; die Sammlung enthält auch Exempla, Fazetien, Sprichwörter, Prodigien u.a. Raritäten, Wunderberichte aus der Antike, Rätsel. Durch die Übersetzung von B.Schneider dankenwerterweise gut zugänglich. – Digitalisate:
Pedro Mexía (1496–1552)
Petri Messiæ von Sibilia vilvaltige beschreibung/ Christenlicher unnd Heidnischer Keyseren/ Künigen/ weltweiser Männeren gedächtnuß wirdige Historien/ löbliche geschicht/ auch manicher Philosophen leben und sprüch/ zweifelhafftiger dingen natürliche außlegungen/ nit allein kurtzweilig/ sonder jedem tugendliebhabenden menschen nutzlich und lustig zulesen/ Und Jetz neüwlich auff daß fleissigest verteutscht, Basel (Henricus Petri und Petrus Perna), 1564. — Digitalisat: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb11055446.html
Schöne Historie/ Exempel/ Vnderweisungen/ Auch viler natürlicher dingen Vrsachen/ Herrlicher Philosophen Sententz/ Disputationes vnd Argumenta/ Durch Petrum Messiam/ Siuilianischen Edelman erstlich zůsamen gelesen. Straßburg : Thiebold Berger 1570. — Digitalisat: http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10985915_00005.html
Sylva variarum lectionum, das ist: Historischer Geschicht- Natur- und Wunder-Wald, allerhand merckwürdiger Erzehlungen, sonderbarer und seltzamer Begebenheiten ... / anfangs in italiänischer Sprach durch Petrum Mexiam ... beschrieben, ... ins Teutsche übers. durch J. A. M. [Johann Andreas Mathe], Nürnberg: Felsecker 1668. F25 — Digitalisat der Ausgaebe 1669: https://books.google.ch/books?id=ss9UAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s Frontispiz der Ausgabe 1668
Ein französischer Imitator von Pedro Mexia: Antoine du Verdier: Les diverses leçons d'Antoine du Verdier, S. de Vaupriaz, Suyvant celles de Pierre Messie. Contenant plusieurs histoires, discours & faits memorables,recueillis des Autoeurs Grecs, Latins,& Italiens. Augmenté par l'Auteur en ceste quattiesme edition d'un septiesem liure. Lyon (Thomas Soubron), 1592. Erstausgabe 1577. Digitalisat bei Google Books.
Rosmarie Zeller, Wunderbares, Ingeniöses und Historien. Zu Pedro Mexias ›Geschicht- Natur- und Wunderwald‹, in: Simpliciana XXI (1999), S. 67-92.
Erster [bis Dritter] Theil Der guldenen Sendtschreiben Weilandt deß Hochwürdigen vnnd Wolgebornen Herrn Antonij de Gueuara, Parfüsser-Ordens, Bischoffens zu Mondonedo, Keysers Caroli des V. Hoffpredigers vnd Chronisten/ darinn vil schöne Tractätl, subtile Discursen, artliche Historien, herrliche Antiquiteten, vnd lauter gute Exemplarische sachen begriffen herrliche Antiquiteten und lauter gute Exemplarische sachen begriffen/ so allen und jedlichen hohen un nidern Geistlichen und Weltlichen Standts Personen / fast kurtzweilig / annemblich und nutzlich zulesen. Durch …. Aegidium Albertinum auß der Hispanischen in die Teutsche Sprach auffs fleissigst verwendt. München: Adam Berg 1600 / 1603. F25
Der erste Teil beinhaltet Episteln, die dem Titel (Familiäre Briefe) entsprechen; ein zweiter enthält humanistische Briefe über Themen der Altertumskunde (Münzen, Schreibkunst der Alten, römische Epitaphien etc.); eine dritte Abteilung bietet didaktische Briefe über Lebensführung und Berufspflichten (Regierungskunst, Rechtspflege, Soldaten, Nutzen und Schaden der Aerzte usw.); eine vierte Sektion enthält Predigten über die christliche Moral und andere religiöse Themen. Die Briefe bieten auch höchst reizvolle Anekdoten und satirische Glossen über die Sitten am zeitgenössischen Hof. (Beschreibung: Erasmushaus - Haus der Bücher AG), Basel
http://www.treccani.it/enciclopedia/lodovico-guicciardini_%28Dizionario-Biografico%29/
Die Ausgabe 1565 – wie auch die Commentarii – erschien unautorisiert; das geht auf die Initiative von Francesco Sansovino zurück, dem G. die Manuskripte zur Begutachtung geschickt hatte. Sansovino widmet das Werk Gabriello Strozzi. Guicciardini im Widmungsschreiben der Commentarii „non tralascia di menzionare l’arbitrarietà delle due edizioni veneziane“. Eine andere vom Autor besorgte Ausgabe erschien ebenfalls in Antwerpen, 1583. Sie ist bezüglich der Anordnung nur wenig verändert, enthält einige wenige Geschichten der Ausgabe 1568 nicht mehr, dafür einige neue. Einige Titel verändert G., den Inhalt belässt er jedoch. Die Edition von A.-M. Van Passen stützt sich auf die Ausgabe 1583 mit dem Titelvermerk: „riveduto di nuovo, aumentate assai e ripartite in tre libri, con bon ordine, dal medesimo Autore“
Es gibt zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen ins Französische, Deutsche, Englische und Spanische. Erste deutsche Übersetzung bei Perna, Basel 1574; eine Spezialität bildet die bei Schmitz, Köln, erschienene dreisprachige Ausgabe: italienisch - deutsch – französisch; für „die so alle drey Sprachen zu lehrnen begehren“
Erquickstunden. Von allerley kurtzweiligen Historien/ Philosophischen und Poetischen Sprüchen/ Lehrreichen Fablen/ unnd schimpfflichen Bossen/ so man mit nutz unnd lust in allen fürfallenden Reden brauchen kan/ zusammen gesetzt. Erstlich durch den Edlen Herrn Ludwig Guicciardin beschrieben/ Jetzund auß Italiänischer Sprach verteutschet durch Daniel Federmann … Basel: Peter Perna 1574. http://books.google.ch/books?id=EhA8AAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false
[dass.] Und widerumb von newem gemehret, und neben den Figuren mit einem Register gezieret, Basel 1575 http://www.e-rara.ch/bau_1/content/structure/149862
Der Übersetzer Federmann (1574) schreibt, man finde darin den kern von schönen und nutzlichen Exempeln und beyspilen/ zierlichen weisen reden/ und löblichen Sprichwörtern unnd Sententzen/ deren hochberühmpten Philosophen/ Italiänisch und Lateinischen Poeten großmechtiger Potentaten/ Durchleuchtiger dapfferer Männer unnd anderer/ sampt etlichen mercklichen geschichten/ die sich inn den vier Monarchien/ namlich der Chaldeer /Persier /Griechen unnd Römer begeben haben /dardurch sich die Jugendt/ der gemeine Mann /und meniglich in Tugenden ersehen/ erüben/ erquicken und erlustigen/ es sey nach Tisch/ in Lustgärten/ uber Feldt/ auff Rollwägen/ oder in Schiffen/ und wie es sich begeben möchte/ und die stunden des Müssiggangs in ehrlicher und nützlicher ergetzligkeit unnd erlustigung des gemüts vertreiben mag/ und in allerley Stand und wesen sich desto besser zu regieren wisse.
Erquickstunden H.Ludwigs Guicciardini, Bürgers und Edelmans von Florentz / &c. Denen so diese drey Sprachen zu lehrnen begehren / zu nutz und lieb also bey und neben ein ander getruckt. Durch Casparum Ens verteutscht. Zu Cölln / Bey Matthys Smitz / under der Hachtpforten, 1623.
Smitz schreibt in einer kleinen Dedications-Schrift: Wiewol nu der gütige Gott wider so mancherlei und vielfeltige Bitterkeiten so dem Menschen dieses leben saur und unangenem machen /auch vielerley Ergetz: unnd Erquickungen an die hand geben hat: ist doch meines erachtens /(Geistliche sachen alzeit vorbehalten) das lesen kurtzweiliger /doch ehrlich und lehrreicher Bücher /wider alle anfechtungen des Gemüts /ja auch wol biβweilen wider die Kranckheit des Leibs ein sehr bequem und ersprieβliche artzney /wie solches so wol mit guten grunden als vielen Exemplen könnte erwiesen werden. ¶ Weil nun unter vielen andern dergleichen Büchern und Schrifften dieses Tractätlein es Edlen und Weltberühmten Guicciardini von meniglich als ein sonderlicher auβbund viler kurtzweiliger /doch darneben uber die massen schön und Lehrreicher geschichten /Apologen /Gleichnussen /unnd anderer nützlicher sachen /gehalten und gepriesen /und deβwegen sehr gesucht und begehrt wirt: hab ich dasselbe und zwar in dreyen Sprachen in Truck auflegen lassen /damit neben den sachen so hierin tractiret werden /meniglich /bevorab frembder /doch heutigs tags sehr gemein und ublicher Sprachen Liebhabere nicht allein Lust und Erquickung /sondern auch Nutz darauβ schöpffen möchten.
http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/urn/urn:nbn:de:gbv:3:1-112193
Epitome Historiarum. Das ist: Christliche und kurtze beschreibung vieler denckwirdiger Historien und Exempel/ beydes der heiligen Schrifft/ so wol auch andere alten und newen Lehrern und Scribenten/ und sonderlich derer/ so sich mehrer theils innerhalb achtzig Jahren zugetragen und begeben : Daraus zu sehen/ wie je und allwege den From[m]en ihre Gottesfurcht und Tugend reichlich belohnet/ dargegen die Gottlosen wegen ihrer Sünde und Laster grewlich gestrafft worden/Büttner, Wolfgang. - Jetzo aber auffs newe ubersehen/ mit vielen nützlichen Historien vermehret/ nach Ordnung der fünff Häuptstück des Catechismi D. Luth. und derselben nützlichen Außlegung gerichtet und gebessert. - Leipzig: Apel 1615.
Bd. 1. 1603 http://books.google.com/books?id=uFPm8XA7T5EC
Bd. 2. 1613 http://books.google.com/books?id=9-9LAAAAcAAJ
Bd. 3. 1617 http://books.google.com/books?id=CavI3lFwbz0C oder http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6259341t.r=affiche+PLM.langFR
Behandelt Astrologie, Göttlichkeit von Sternen, Magie, Mathematik, Kublai Khan, Türken, Muslime, Medizin, Krankheiten, Pädagogik, Gymnosophisten, Wunder, Drogenmißbrauch, Kurtisanen, Vorzug der Skulptur vor der Malerei, Missgunst des Alters, Aberglauben, Apuleius, Wiedertäufer zu Münster, Musik, Entstehen der Perlen, &c.

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BAROCKZEITALTER (alphabetisch)

(Anonyme Werke sind unter dem ersten Hauptwort im Titel eingeordnet.)

Stanislaus Reinhard Acxtelmeier (1649 † wohl nach 1715)
[ders. mit anderer Schreibung des Namens]: Ebenbild der Natur / In den Ungezieffern / Gewächsen / und Thieren von vermischter Art. Zweyter Theil: In welchem die Sommer-Gewächse und Würmer / auch vermischte Thiere versinnbildet und beschrieben werden / mit Lehr- und Sinn-reichen Sprüchen, Gedichten, Auslegungen, Sitten-Lehren, schönen Geschichten, Künsten und Artzneyen. In Angebung von Stanislao Reinhard Axtelmaier. Augspurg: Caspar Brechenmacher 1713. > http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10919700_00009.html
Von den Feuer-speyenden Bergen; Die entsetzlichen Würckungen der Erdbeben; Von dem Vogel Phönix; Von dem unverbrennlichen Kraut Asbesto; Von den wunderwürdigen Weissagungs-Kräutern; Von der gelben Ambra u.a.m.
Digitalisate der Ausgabe London 1670 bei ECHObei archives.org
Digitalisat: http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10684212_00002.html
Gottfried Dexelius (1593-1661)
Jacob Daniel Ernst (1640-1707)
Gespenst dient einem Bischoff - Das essende Marien-Bild- Das Freß-Fieber- Der Orden von der Taube- Das Jüdische Gedenck-Läpplein - Der Türckische Andachts-Stein zu Mecha- Das gekünstelte Erdbeben- Der schwarze Jäger- Das seltzame Wildprät im Himmel- Übermässiges Jagen macht blutgierig - Cur der gelben Sucht - Der unglückliche Spieler - Der Americanische Mord-Teuffel - Die Brasilianischen Leichen-Fresser - Die Circaßischen Rülps-Weiber - Die Fliegen-Insul - Die Lause-Steuer
Erasmus Francisci (Erasmus von Finx, 1627–1694) — Auswahl
Zauberer, Wahrsager, Orakel, Goldmacher, Wettermacher, der ab- und zunehmende Berg, Kälber-Hochzeit, Götzenbilder, gute und böse Märtyrer, Erfindung der Schrift, Bücher und Schriften, Buchdruck, Astronomie und Astrologie, Zeitrechnung, Mathematik, Schwimmer und Wassertreter, Metallguß, Feuerwerkerei, Schauspieler, Turniere, Wettläufe, Elefantenjagd in Indien, Leichenbegängnisse, Grabstätten in China und Japan, chinesische Götzenbilder und das Martyrium der Christen in Japan
Digitalisat der Herzogin Amalia Bibliothek Weimar (vorbildlich mit Inhaltsverzeichnis in der Randleiste) http://ora-web.swkk.de/digimo_online/digimo.entry?source=digimo.Sammelband&a_id=7399
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10526614.html
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10526615.html
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10526616.html
Eine deutsche Ausgabe erschien unter dem Titel Exilium Melancholiae, Das ist Unlust-Vertreiber, übersetzt von C. Lehmann, s. dort.
Tom[m]aso Garzoni (1549–1589)
Titelkupfer der deutschen Ausgabe 1659 > http://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd17/content/pageview/6773602
Forschungsliteratur zu Garzoni; mit Zusammenfassungen als PDF-Datei:
Paolo Cherchi: Enciclopedismo e politica della riscrittura. Pisa (Pacini) 1980. Zusammenfassung
Paolo Cherchi: Onomastica e critica testuale. Il caso della Piazza Universale die Tomaso Garzoni. In: Critica del testo, I/2 (1998) S. 629–652. Zusammenfassung
Paolo Cherchi: Il “klendario” di Garzoni. Considerazioni sul tempo e l’enciclopedia. In: Critica del testo, 1 (1998), S. 567–590. Zusammenfassung
Paolo Cherchi: Tommaso Garzoni: il mondo della morale e del lavoro. In: Il lavoro come professione nelle Piazza universale di Tomaso Garzoni, hg. von I. M. Battafarano und A. Castronuovo, Bologna 2009, S. 13–29. Zusammenfassung

E. G. Happelii gröste Denckwürdigkeiten dieser Welt: Oder so genannte Relationes curiosae : Worinn dargestellet, und Nach dem Probier-Stein der Vernunfft examiniret werden, Alle so Physicalische, alß Mathematische, Historische und andere merckwürdige Seltzamkeiten ... [5 Bände] Hamburg: Wiering, 1682–1691 F25
[1] E. G. Happelii Gröste Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinnen dargestellet/ und Nach dem Probier-Stein der Vernunfft examiniret werden/ die vornehmsten Physicalis. Mathematis. Historische und andere Merckwürdige Seltzamkeiten/ Welche an unserm sichtbahren Himmel/ in und unter der Erden/ und im Meer jemahlen zu finden oder zu sehen gewesen/ und sich begeben haben. Der Erste Theil. Einem jeden curieusen Liebhaber zu gut auffgesetzet/ in Duck verfertiget/ und mit vielen Figuren und Abrissen erläutert, Hamburg: Wiering 1683.
[2] E. G. Happelii grössester Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinnen dargestellet/ außgeführet und erklähret werden Die Denckwürdigste Seltzamkeiten/ So da in Historien, natürlichen Wundern/ am Himmel/ auff und in der Erden/ wie auch in und unter dem Meer zu finden seyn. Anderer Theil. Einem jeden curieusen Liebhaber zu gut auffgesetzet/ in Druck verfärtiget/ und mit vielen Figuren erläutert, Hamburg: von Wiering, 1685.
[3] E. G. Happelii grösseste Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinnen fürgestellet/ und auß dem Grund der gesunden Vernunfft examiniret werden/ allerhand Antiquitäten/ Curiositäten/ Critische/ Historische/ Physicalische/ Mathematische/ Künstliche und andere Merckwürdige Seltzamkeiten/ Welche auff dieser Unter-Welt/ in der Lufft/ auff der See oder Land jemahlen zu finden gewesen/ oder sich noch täglich zeige. Dritter Theil/ Einem jeden curieusen Liebhaber zur Lust und Erbauung in Druck verfertiget/ und mit erforderten schönen Kupfern und andern Figuren erläutert, Hamburg: Wiering, 1687.
[4] E. G. Happelii Vierter Theil. Grösseste Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. In welchen eingeführt, erwogen und abgehandelt werden, allerhand Historische, Physicalische, Mathematische auch andere Merckwürdige Seltzamkeiten, Welche in der Menschen Lebens-Lauff, am Himmel, in der Lufft, im Meer und hin und wieder auff Erden sich jemahlen begeben und eräugnet haben … Hamburg: von Wiering, 1689.
[5] E. G. Happelii Grösseste Denkwürdigkeiten der Welt Oder so genannte Relationes Curiosæ. Worinne fürgestellet und angeführet werden Die Merckwürdigste Historien und Geschichte Der vorigen und jetzigen Zeiten/ welche sich auff diesem grossen Schau-Platze der Welt zugetragen : Dabey auch die sehr blutige und merckwürdige Auffzüge der vorigen eiferigen Christen nach dem Hl. oder gelobten Lande/ in sieben wunderseltzamen Creutz-Fahrten abgehandelt sind. Der fünffte Theil. Allen und jeden curieusen Liebhabern zur Luft/ Lehre und Nachricht in Druck verfertiget/ und mit schönen Kupffern und Contersaiten durchgehends gezieret, Hamburg: von Wiering, 1691.
Auswahl in modernem Neusatz: Eberhard Werner Happel, Größte Denkwürdigkeiten der Welt oder Sogenannte relationes curiosae, in Auswahl hg. von Uwe Hübner und Jürgen Westphal. Textrev. und Anm. Jürgen Westphal, Berlin: Rütten und Loening 1990.
Relationes curiosae, Oder Denckwürdigkeiten der Welt/ worinnen allerhand remarquable Seltenheiten ........ zusammengetragen werden. .... Daß also diese Arbeit gar füglich E. G. Happelii Continuation seiner hiebevor gedruckten curieusen relationen genannt werden könne. Fortsetzung von Eberhard Werner Happels "Denckwürdigkeiten" durch Barthold Feind d. J. (1678–1721). 3 Teile, Hamburg, Reumann, 1707–09. 1.Teil F25
Everhard. Gvern. Happelii Mundus Mirabilis Tripartitus, Oder Wunderbare Welt, in einer kurtzen Cosmographia fürgestellet...: Welcher handelt Von den Menschen auf der Welt, von ihren Dignitäten, Potentaten, Religionen, Estats-Maximen, Macht, Intraden, Kriegs-Art, Waffen, Policey, Regiments-Geschäfften, Wahl-Ceremonien, Krönungen, Kleidungen, Sitten, hohen Gerichts-Kammern,...: Ein Werck vor Junge und Alte, Hohe und Niedere, Gelährte und Ungelährte, höchst- nutz- und ergötzlich zu lesen, Ulm: Matthäus Wagner 1687 / 1688 und Ulm: Bartholomae 1708. F25
[Happel] Thesaurus exoticorum, oder, Eine mit aussländischer Raritäten und Geschichten wohlversehene Schatz-Kammer, fürstellend die asiatische, africanische und americanische Nationes der Perser, Indianer, Sinesen, Tartarn, Egypter, ... nach ihren Königreichen, Policeyen, Kleydungen, Sitten und Gottes-Dienst : darauff folget eine umständliche Beschreibung von Türckey : der Türcken Ankunfft, aller Sultanen Lebens-Lauff und Bildnüss, ... des Sultans Hoff, Regierung, Intraden, ... wie auch ihres Propheten Mahomets Lebens-Beschreibung und sein verfluchtes Gesetz-Buch oder Alkoran : alsdann eine kürtzbündige Beschreibung von Ungarn, ... : hiernechst eine umbständliche Beschreibung des Lebens-Lauffs ihrer käyserl. Mayest. Leopoldi I. und des itzo annoch wehrenden bluthigen Türcken-Krieges und was in demselben Denckwürdiges in Ungarn, Pohlen und Morea passiret, Hamburg: gedruckt und verlegt durch Thomas von Wiering, Buchdrucker und Formschneider bey der Börse, im gülden A.B.C. / Sind auch zu bekommen in Franckfurth bey Zacharias Herteln im Jahr 1688.
Uta Egenhoff, Berufsschriftstellertum und Journalismus in der Frühen Neuzeit: Eberhard Werner Happels "Relationes Curiosae" im Medienverbund des 17. Jahrhunderts, Bremen: Ed. Lumière 2008 (Presse und Geschichte Neue Beiträge; 33).
Flemming Schock, Die Text-Kunstkammer. Populäre Wissenssammlungen des Barock am Beispiel der »Relationes Curiosae« von E.W. Happel, Böhlau-Verlag 2011. ISBN-10: 3412206156 – ISBN-13: 9783412206154
In separatem File: Die Bilderwelt in Happels »Grösten Denckwürdigkeiten der Welt«
Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658)
Heraclitus und Democritus: Das ist: Trauriger und frölicher Geschichte zweytes C. Aus den lehrreichen Schrifften H. P. Camus, Bischoffs zu Belley. gedolmetscht ... vermehret: und enebens X. Dreyständigen Sinnbildern vorgestellet durch e. Mitglied d. Fruchtbringenden Gesellschaft
Wilibald Kobolt, Hortus allegoricus oder neu-angelegter sittlicher Blumen-Garten/ mit etlich hundert auserlesenen sinn- und lehr-reichen Allegorien oder Gleichnussen als mit eben so viel schön- und wohlriechenden Blumen besetzt und ausgezieret / von Wilibaldo Kobolt, Augspurg: Veith und Müller 1737. > https://books.google.ch/books?id=OlVXAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s
Wilibald Kobolt, Pomarium Morale-Allegoricum, Oder Neu-gepflantzter sittlicher Baum-Garthen, Mit 300 auserlesenen Allegorien, oder wohlausgeführten Gleichnussen, als mit eben so vilen fruchtbahren Bäumen besetzt: Zum Lust und Nutzen aller Geist- und Weltlichen Stands-Personen, absonderlich zur Bequemlichkeit deren Prediger gewidmet, mit zwey-fachen Registeren versehen, und in Drey Theil abgetheilet, Neyer 1741
Wilibald Kobolt, Schertz und Ernst beysammen. Das ist: Eine Abwechslung von hundert und achtzig kurtz- und curieusen Geschicht- und Fablen, Mit Allzeit beygefügter anständiger Sitten-Lehr Zum Lust und Nutzen Aller geistlich- und weltlichen Stands-Persohnen vorgetragen, Augspurg: Rieger 1747. Digitalisat: http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10576360.html oder https://books.google.ch/books?id=Z8FCAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s
http://www.biodiversitylibrary.org/item/157635#page/5/mode/1up
https://archive.org/details/desherrnabtsvonv00vall
http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000537300000000
Peter Lauremberg (1585–1639)
Die 1. Auflage 1633 der »Acerra Philologica« umfasste 200 Stücke; ; 1637 (das ist die letzte von Lauremberg selbst betruete Auflage) kommen 100 dazu. Die Sammlung wird stets erweitert: 1646 sind es 400 Stück; 1656 sind es 600 Stück; 1688 sind es 700 Stück (von dieser Ausgabe gibt es 5 Drucke): »Neue und vermehrte Acerra Philologica. Das ist: Sieben Hundert Auserlesene, Nützliche, lustige und denckwürdige Historien und Discursen, Aus den berühmtesten Griechischen und Lateinischen Scribenten zusammen getragen …« Wir kennen 44 Drucke bis 1708 (dann erscheint Heideggers Überarbeitung), aber noch weitere bis 1744.
Thomas Bürger, Die ›acerra Philologica‹ des Peter Lauremberg. Zur geschichte, Verbreitung und Überlieferung eines deutschen Schulbuchs des 17. Jahrhhunderts, in: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 12 (1987), S. 1–24.
Ralf Georg Czapla, Mythologische Erzählstoffe im Kontext polyhistorischer Gelehrsamkeit. Zu Peter Laurembergs ›Acerra philologica‹, in: Simpliciana 21 (1999), S. 141–159.
Simon Maioli (1520–1597)
Johann Christoph Männling (1658–1723)
http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10131524_00009.html
http://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10131525.html
[dass., vermehrte Auflage] Anjetzo aber, In dieser vierdten Edition, an unzahlbar vielen Orthen verbessert, zum Theil auch vermehret, und wegen mehrer Bequemlichkeit, in einen Theil, und unter ein Haupt Register, gebracht; Wie solches, und was sonsten bey diesem Newen Abtruck, für Mühe, und Fleiß, angewendet worden, auß der Erinnerung an den Leser, zu ersehen ist. Zusampt einem Catalogo Autorum, und absonderlicher Verzeichnus der Capiteln, so in desselben 7. Büchern begriffen, Ulm: Kühn 1649.
Sinnreiche / Kurtzweilige und Traurige Geschichte In Frantzösischer Sprach Zusamm getragen und heraus gegeben Anitzo aber aus dem Frantzösischen in das Teutsche versetzt / und zum ersten mahl getruckt, Aus dem Frantzösischen in das Teutsche versetzt. Nürnberg: Tauber, 1671.
Christian Franz Paullini (1643–1712)
Das Bureau d’Adresse war eine von Renaudot eingerichtete öffentliche Diskussionsplattform, an der jeden Montag über Themen debattiert wurde. Vgl. die Website von Jean-Claude Raymond
Band 1: Das Aller Edelste Nass der Gantzen Welt ... Jänners-Unterredung. Frankfurt 1674 - Das Aller Edelste Leben der Gantzen Welt ... Hornungs-Unterredung. Frankfurt 1663 - Band 2: Die Aller Edelste Tohrheit der gantzen Welt ... Märtzens-Unterredung. Hamburg 1664 - Band 3: Die Aller Edelste Belustigung Kunst- und Tugendliebender Gemühter ... Aprilens-Unterredung. Hamburg 1666 - Band 4: Die alleredelste Erfindung der Gantzen Welt ... Mäyens-Unterredung. Frankfurt 1667 - Die alleredelste Zeit-Verkürtzung der Gantzen Welt. Brachmonats-Unterredungen. Frankfurt 1668. Übersicht; Stadt Wedel
Fortgesetzt 1668–1671 von Erasmus Francisci: Heumonats-Unterredung Die aller-Edelste Rache der aller-Edelsten Gemüther Franckfurt: J. G. Schiele 1668. – Augst-Monatas-Unterredung: Die Aller-Edelste List der Gantzen Welt 1669.
http://diglib.hab.de/drucke/lo-6499-1b/start.htm
http://www.bvh.univ-tours.fr/Consult/index.asp?numfiche=152
Theatrum tragicum ... in die Teutsche Sprache transferirt durch M. Zeiller, hg. Martin Opitz, Danzig 1640. – Vgl. hier auch unter Zeiller
Deliciæ Physico-Mathematicæ. Oder Mathemat: und philosophische Erquickstunden/ darinnen Sechshundert dreÿund Sechzig Schöne, Liebliche und Annehmliche Kunststücklein, Auffgaben und Fragen, auß der Rechenkunst, Landtmessen, Perspectiv, Naturkündigung und andern Wissenschafften genommen, begriffen seindt, Wie solche uf der andern seiten dieses blats Ordentlich nacheinander verzeichnet worden: Allen Kunstliebenden zu Ehren, Nutz, Ergötzung des Gemüths und sonderbahren Wolgefallen am tag gegeben. Durch M. Danielem Schwenterum Mathematum & Linguarum Orientalium bey der löblichen Universitet Altdorff Professorem Public.,Nürnberg: Dümler 1636. — https://archive.org/stream/deliciphysicomat00schw#page/n6/mode/1up
Zweyter Theil [verf. von Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658)] Delitiæ Mathematicæ / Bestehend in Fünffhundert nutzlichen und lustigen Kunstfragen/ nachsinnigen Aufgaben/ und deroselben grundrichtichen Erklärungen/ Auß Athanasio Kirchero, Petro Bettino, Marino Mersennio, Renato des Cartes, Orontio Fineo, Marino Gethaldo, Cornelio Drebbelio, Alexandro Tassoni, Sanctorio Sanctorii, Marco Marci, und vielen andern Mathematicis und Physicis, Nürnberg: Dümler 1651.
Dritter Theil [verf. von Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658)] Delitiæ Philosophicæ Et Mathematicæ : Der Philosophischen und Mathematischen Erquickstunden/ Dritter Theil; Bestehend in fünffhundert nutzlichen und lustigen Kunstfragen/ und deroselben gründlichen Erklärung: Mit vielen nothwendigen Figuren/ so wol in Kupffer als Holtz/ gezieret. Und Auß allen neuen berühmten Philosophis und Mathematicis, mit grossem Fleiß zusammen getragen. Nürnberg: Endter 1653
Alle 3 hg. und eingeleitet von Jörg Jochen Berns, Frankfurt am Main: Keip 1991 (Texte der frühen Neuzeit 3)
Johann Michael Schwimmer († 1704)
Gottfried Voigt (1644–1682)
http://books.google.de/books?id=Ab45AAAAcAAJ&pg=PP5#v=onepage&q&f=false
http://books.google.de/books?id=UL45AAAAcAAJ&pg=PP7#v=onepage&q&f=false
http://books.google.de/books?id=pb45AAAAcAAJ&pg=PP7#v=onepage&q&f=false
Johann Adam Weber (1611–1686),
Titelbild davon in neuem Fenster
Stets erweiterte Auflagen seit 1615. Steht hier als Beispiel für die ebenfalls bunte Gattung Hausväterbuch Inhaltsübersicht
Curieuse Bibliothec, Oder Fortsetzung Der Monatlichen Unterredungen einiger guten Freunde/ Von allerhand Buechern und andern Geschichten/ allen Liebhabern der Curiositaeten zur Ergoetzlichkeit und Nachsinnen vormahls heraus gegeben Von Anno 1689 biss 1698 durch Wilhelm Tentzeln. Franckfurt und Leipzig: Philipp Wilhelm Stock 1704 [–1706]
-> https://books.google.ch/books?id=0lhOAAAAcAAJ&dq=Curieuse+Bibliothec&hl=de&source=gbs_navlinks_s
Martin Zeiller (1589 – 1661) Portrait

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18. UND 19. JAHRHUNDERT, chronologisch (bei Zeitschriften nach Beginn des Erscheinungsdatums)


Caspar Blanckard, Neues historisches Lustgärtlein. Darinnen 100. auserlesene, anmuthig- und erbauliche Historien zu finden, welche sich, so wol auf Preißwürdige Tugenden, denenselben nachzuahnen, als abscheuliche Laster, selbige zu fliehen, beziehen. Dabey zugleich Unterschiedliche Moralien und heilsame Betrachtungen beygefügt und Jedermann zu sonderbaren Nutzen und müßiger Stunden Ergötzung abgehandelt worden. Samt einem absonderlichen Anhang lustig- und kurtzweiliger Geschichten und Gedichten. Nürnberg: Buggel 1718.
Untertitel von Band IV: Containing Letters, Debates, Poetry, Musick, Biography, History, Geography, Voyages, Criticism, Translations, Philosophy, Mathematicks, Husbandry, Gardening, Cookery, Chemistry, Mechanick, Trade, Navigation, Architecture and other Arts and Sciences; which may render it Instructive and Entertaining to Gentry, Merchants, Farmers and Tradesman. To which will be added An Impartial Account of Books in several Languages, And of the state of Learning in Europe; also Of the New Theatrical Entertainments.
https://catalog.hathitrust.org/Record/006791518
Das Frontispiz von 1753 noch ganz in der Tradition der Enzyklopädien
Studiosus Iovialis, Seu Auxilia Ad jocosè, & honestè discurrendum. In Gratiam & Usum Studiosorum juvenum, aliorúmque Litteratorum Virorum, honestæ recreationis amantium, collecta, Monachii et Pedeponti: Gastl 1749. F25
Lustiger und nützlicher Zeitvertreiber welcher die Erklärung fremder und juristischer Wörter, schöne Sprüchwörter, nützliche und lustige Fragen, Erfindungen weltlicher und geistlicher Sachen, gemeine Bauernregeln, Münzsorten, Arzneymittel, unterschiedliche Kunststücke und lächerliche Begebenheiten enthält. Zum Nutzen und Vergnügen eines sowohl melancholischen als aufgeräumten Gemüthes. Erste Ausgabe 1753; Eilfte, vermehrte und verbesserte Auflage, Augsburg 1802. — http://www.zeno.org/Literatur/M/Schreger,+Odilo/Werk/Lustiger+und+nützlicher+ZeitvertreiberEnzyklopädie des Märchens XII, 2005, 192-195.
Zu nutzlicher Zeit-Anwendung Zusamm getragener Auszug Der Merckwürdigsten Sachen. In Drey Theil abgetheilet; Erster Theil, Haltet in sich die Merckwürdigkeiten von denen Menschen: Zweyter Theil, Von unvernünfftigen Thieren: Dritter Theil, Von vermischten Sachen / Authore R. P. Odilo Schreger, Benedictiner zu Enßdorff in der Obern-Pfaltz, der Bayrischen Congregation Stadt am Hof; Passau: Gastl 1755 – http://ora-web.swkk.de/digimo_online/digimo.entry?source=digimo.Digitalisat_anzeigen&a_id=18057
Odilo Schregers nützliche Zeitanwendung, oder Auszug der merkwürdigsten Sachen: in vier Theile abgetheilet; I. Die Merkwürdigkeiten von den Menschen; II. von den unvernünftigen Thieren; III. von vermischten Sachen; IV. von unterschiedlichen Künsten, 4. Auflage Augsburg 1791. – http://books.google.ch/books?id=sX05AAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false
Der rechtschaffne Naturalist mit seinem christlichen Auge und Herzen bey natürlichen und weltlichen Dingen. In sechszig erbaulichen Betrachtungen abgebildet und ausgefertiget, von Christian Samuel Ulber, Fünfte Auflage, Hamburg: J.L.Schwarz 1774. F25 &#8212 (Erste Ausgabe Hamburg 1766 — http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl?PPN746437609)
Die populärwissenschaftliche Monatsschrift befaßt sich mit der gesamten Bandbreite der Naturwissenschaften sowie auch mit Technik, Medizin, geschichtlichen und kulturgeschichtlichen Themen.
Viele Neuauflagen, z.B. Walker, Edwards, and Reynolds, 1815 Digitalisat (Table of Contents pp. 238 sqq.)
[Fortsetzung:] Neues Museum des Wundervollen oder Magazin des Außerordentlichen in der Natur, der Kunst und im Menschenleben, hg. von Dr. Bergk
Zweiten Bandes erstes Stück, Leipzig: Baumgärtner 1825 > https://books.google.ch/books?id=stBZAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s
Das Sammelwerk wurde von Goethes Schwager Christian August Vulpius (dem Verfasser des »Rinaldo Ronaldini« 1762–1827) herausgegeben. In »Plan und Ankündigung« (Ersten Bandes 1. Stück, 1811) heisst es, die Zeitschrift wolle sich der Menge sehr interessanter Nebendinge widmen, aus welchen man den Geist und das Wissen, die Meinungen und Vorurtheile, die Sitten und Gebräuche, die Tugenden, Thorheiten und Laster, kurz das Leben der Vorwelt mit seinen Formen und seinen bunten Farben weit besser kennen lernt, als aus der ernsteren Weltgeschichte. Zu dieser Curiositäten-Kammer, welche die Verfasser aus den Schatzkammern der Bibliotheken heben, qualifizieren sich besonders: 1) Sonderbare Sitten und Gebräuche unserer Vorwelt, der Höfe und des gemeinen Lebens; 2) Desgleichen fremder Völker und ethnographsiche Merkwürdigkeiten; 3) Schwäremereien und Thorheiten mystischer und anderer Sonderlinge; 4) Character-Schilderungen sonderbarer menschen, großer Herren, Gelehrten, Abentheurer und sogenannter Wunderthäter; 5) Enthüllung merkwürdiger Betrügereien und Täuschungen; Entlarvung von Aberglauben Geisterseherei und Hexerei; 6) merkwürdige historische Facta, die weniger bekannt sind; 7) Literarische Merkwürdigkeiten; 8) sonderbare Erscheinungen und Seltenheiten in der Naturgeschichte; 9) Berühmte und noch wenig bekannte Kunstwerke; 10) Literarisch- artistisch- historische Miscellen, kleine Notizen und Anekdoten.
Inhalt: Bilder aus der Naturkunde – Bilder aus der Länder- und Weltkunde — Bilder aus Geschichte und Menschenleben. — Ed. Hallberger (1822-1880) begründete 1853 die Zeitschrift »Illustrierte Welt« und 1858 die illustrierte Zeitschrift »Über Land und Meer«, in der u.a. Wilhelm Busch 1867 »Hans Huckebein der Unglücksrabe« und später andere Bildergeschichten publizierte.

weitere Zeitschriften

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_frühmoderner_Zeitschriften



Forschungsliteratur:

Bibliographie der Primärliteratur:

Motiv-Register zur Auffindung verwandter Texte:

Konkordanz zwischen Aa-Th-Typen und EM-Artikeln: http://wwwuser.gwdg.de/~enzmaer/erztypen-dt.html

Spezielles:

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Zur zeitgenössischen Einschätzung der Buntschriftstellerei:

Die Polyhistorey ist eine Sache, darauf man sich nicht zu legen. Denn in allen Theilen der Gelehrsamkeit zeigt sich die Wahrheit in solcher Menge, und die Meditation, so dabey erfordert wird, ist so mühsam, daß in der That das menschliche Leben viel zu kurtz, als daß iemand in vielen Theilen der Gelehrsamkeit zugleich nur mäßige Gelehrsamkeit erlangen solte. Wer nun seine Kräffte und Arbeit in allzu vielen Dingen zerstreuet, der kan eben keine so grosse Geschicklichkeit in seiner Disciplin erlangen, folglich dem andern nicht so dienen, als wenn er sich mit allen Kräfften auf eine Sache geleget. Dahero wird man auch finden, daß die grösten Polyhistores in der Profeßion, darinnen sie stehen, der Welt eben keine so grosse Dienste leisten, sondern eben, weil sie Polyhistores sind, sich mit Allotrien beschäfftigen.

Johann Georg Walch, Philosophisches Lexicon, Darinnen die in allen Theilen der Philosophie fürkommenden Materien und Kunst-Wörter erkläret ... werden, Leipzig 1726, s.v. Polyhistorie

Bei HERDER zuhause, in Weimar, dienten die Buntschriftsteller als Sitzkissen für die Kleinen, berichtet ein zum Essen eingeladener Besucher: Gottfried und August, die beiden ältesten Söhne, saßen zwar schon auf herkömmlichen Erwachsenenstühlen, bedurften aber noch der Erhöhung der Sitzflächen – durch dicke Bücher aus Herders Bibliothek. [...] Der einte saß auf Semleri Antiquitatibus Graecis, der andere auf Erasmi Francisci amerikanischem Krautgarten, oder wie das Ding heißt.

Norbert Oellers/Robert Steeger: Weimar. Literatur und Leben zur Zeit Goethes, Stuttgart 2009, S. 59. Oellers zitiert aus den Aufzeichnungen des Schweizer Theologen Johann Georg Müller, der als Student Herder im Oktober 1780 besuchte. Das Kind saß wohl auf Franciscis umfangreichem Werk Ost- und West-Indischer wie auch Sinesischer Lust- und Stats-Garten (Nürnberg 1668, im ersten Teil: die edelsten Blumen, Kräuter, Bäume ... in Ost-Indien, Sina und America). – (mitgeteilt von A.Geissler)

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letztes Update 12. Oktober 2017 P.M. ——— Anzahl Besucher: 2254

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