Das ist die Startseite des Wiki »Schulen am Netz — und jetzt?«


Einleitung

Wir leben bekanntlich ›in der Wissensgesellschaft‹.

  • Die Politiker mahnen, es gelte »den Wissensplatz Schweiz zu fördern«.
  • Die Firma Brockhaus bietet immer noch eine gedruckte Enzyklopaedie in 30 Bänden an. http://www.brockhaus.de/enzyklopaedie/30baende/index.php
  • Google hatte im August 2005 5 Petabyte (= 2 hoch 50 =1,125,899,906,842,624) Informationen gespeichert, was immer das heisst. Das Internet ist der grösste Wissens[?]-Speicher aller Zeiten. Die Güte der einzelnen, heterogenen Einträge ist schwer abzuklären. Es ist proteushaft im Wandel begriffen. Der nicht entsorgte Informationsmüll ist grotesk.
  • »Knowledge Management« für Firmen ist ein boomender Industriezweig Ein Bibliotheksverbund meldet im Februar 2009 über 3621 Monographien zum Thema; Google bietet zu diesem Stichwort "Ungefähr 71'800'000 Ergebnisse" in 0.21 Sekunden" <19.6.12>

Und so weiter. Was heisst das alles?

Wir wissen alle, dass wir in der Informationsflut jämmerlich unterzugehen drohen. Entweder wir surfen über die Wellen hinweg, oder wir brauchen Infonauten.

  • Unser Land hat, wie andere reiche Nationen, mit Bundesmitteln das Programm »Schule im Netz« (die pädagogisch und didaktisch sinnvolle Nutzung von Informationsund Kommunikationstechnologien in den Schulen) mit Elan umgesetzt. — Und jetzt?
  • »Projekt Lehrplan 21« (28.Oktober 2011) vgl. http://www.lehrplan.ch/
Kompetenzbereiche ICT und Medien (Seite 18, ganz am Schluss)
Kennen, Benennen und Einordnen von Medien
Die Schülerinnen und Schüler können sich sowohl in der physischen wie auch in medialen Welten und virtuellen Lebensräumen orientieren und kennen ihre Regeln. Sie können deren Bedeutung für die Gesellschaft und für sich selbst einschätzen.
Auswählen, Bedienen und Verstehen von Medien
Schülerinnen und Schüler können Medien gezielt für persönliche Bedürfnisse, zur Informationsbeschaffung und zum Lernen auswählen und nutzen. Dabei lernen sie, Geräte und Programme zu bedienen und medial aufbereitete Inhalte zu verstehen und zu bewerten.
  • »Maturandinnen und Maturanden sind fähig, sich den Zugang zu neuem Wissen zu erschliessen« (MAR, Artikel 5). Diese Forderung gewinnt aus pädagogisch-didaktischer Perspektive umso mehr an Gewicht, als die moderne Lern- und Unterrichtsforschung betont, dass Wissen am besten durch einen aktiven und konstruktiven Prozess angeeignet wird.

Diese Web-Site befasst sich mit folgenden drei miteinander zusammenhängenden Aspekten:

  • Die vom Medium nahegelegte Mentalität: jedes Medium (in unserem Fall: Enzyklopädien auf Papier, Bibliotheken, das World Wide Web usw.) präformiert seine Benutzer. Einerseits nimmt es ihm stupide Routinearbeit ab, anderseits führt es ihn (nicht einmal zwingend bösartig) in die Irre. Wir möchten fragen: Wo sind die Fallen, in die wir gerne tappen, wo die ins Abwegige führenden Fährten usw. — Vgl. den lila Kasten in der Graphik.
  • Der im Phänomen des Wissenserwerbs implizierte kognitive Aspekt: ›Eine Frage haben‹, ›eine Information suchen‹, ›Wissen erwerben‹ sind keineswegs triviale, sondern äusserst komplexe Vorgänge, die man einigermassen durchschauen muss, um der genannten medialen Eigendynamik nicht auf dem Leim zu gehen. Wir möchten skizzieren, welche meist unbedachten Grössen in diesen Prozessen im Spiel sind. — Vgl.den grünen Kasten.
  • Der pädagogisch-didaktische Aspekt. Die Lehrkräfte sind längst nicht mehr das Zentrum der Wissensvermittlung; immer mehr ›heimliche Erzieher‹ und Informanten ausserhalb des Unterrichts mischen mit. Wie können wir unseren Schülerinnen und Schülern einen erspriesslichen Umgang mit diesem Angebot beibringen? — Vgl. das gelbe Oval.

Was wir in diesem Projekt nicht behandeln:




1. Wissenserwerb, Wissensspeicherung, Abfragen von Wissen

1.1. »FalschesBewusstsein«

»Jetzt sucht man überall Weisheit auszubreiten, wer weiß, ob es nicht in ein paar hundert Jahren Universitäten gibt, die alte Unwissenheit wieder herzustellen.« (Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher KII 236)

  • Reifikation von ›Wissen›, ›Wissensspeicher‹
  • die scheinbare Instant-Erreichbarkeit von Wissenselementen und die Ubiquität von Wissen, die durch Brockhaus, Google & Co. vorgegaukelt wird
  • Folgen für die User
  • Wo ist der Ort der Reflexion über Wissen, Wissenspeicherung, Wissenserwerb?

1.2. Was ist eigentlich »Information«, »Wissen«?

  • Ein Gedankenexperiment: Fingerabdruck – Zebramuster – EAN
  • Typen von Wissen
  • Abgepeicherte(s) ›Wissen‹, Information

1.3. Was heisst das: eine Frage haben?

»Denn durch Zweifeln kommen wir zum Fragen (dubitando ad inquisitionem venimus), durch das Fragen erfassen wir die Wahrheit. Daher spricht auch die Wahrheit selbst: Suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden. (Mt 7,7) (Abaelard [1079-1142], Prolog zu Sic et non)

  • Der Anlass von Fragen
  • Strukturen von Fragen
  • Enge und weite Fragen
  • Fragen sind Scheuklappen
  • Weitere Größen, die in die Suchabfrage eingehen
  • Suchabfragen von Wissensspeichern, retrieval
  • Was muss man können, um eine gescheite Frage zu stellen?

1.4. Die Logik des Suchens in ›Wissensspeichern‹; wie funktioniert das Konsultieren?

»Und auf welche Weise willst du denn dasjenige suchen, wovon du überhaupt gar nicht weisst, was es ist?« (Platon, Menon 80d)

  • Die Art, wie ein Wissensspeicher organisiert ist, bestimmt, wie man darin etwas suchen (und allenfalls finden) kann.
  • Von der Welt ins Verzeichnis… (Organisation von Wissensspeichern; mehrfache Reduktion von Komplexität über das Parzellieren – Lemmatisieren – Ordnen der Lemmata (systematisch, alphabetisch u.a.)
  • …und vom Verzeichnis zurück in die Welt (Recherche)
  • Die ›Lemma-Falle‹
  • Unterschiede zwischen herkömmlichen Lexika, Enzyklopädien, Bibliotheken und den modernen webgestützten Datenbanken und Suchrobotern


2. Im Internet intelligent suchen

»Man erblickt nur, was man schon weiss und versteht.« (Goethe zu Kanzler Friedrich von Müller, 24.4.1819)


3. Bewerten von Funden – Wie lässt sich die Güte von Websites abklären?

»Omnia autem probate; quod bonum est tenete.« (1. Thes 5,21)

  • Einige Hinweise geben die Aufmachung der Site; die Seriosität ihrer Urheber u.ä.
  • vor allem aber entscheidend ist: Vorwissen und Textverstehenskompetenz des Nutzers, wobei letztere wiederum primär von ersterem abhängt!


4. »Schulen am Netz - und jetzt?« Vorstellung der Pilotstudie von Paul Michel, Tobias Zimmermann und Viviane Kappes

Präsentation "Schulen am Netz"


5. Didaktische Konzepte

5.1. Instruktionalistische vs. konstruktivistische Didaktik

»Jedes vernünftige Lehren und Lernen geht aus von einem vorher vorhandenen Wissen.« (Aristoteles, Anal. post. I,1 71a)

Lehren ist nicht die Vermittlung und Lernen ist nicht die Aneignung eines extern vorgegebenen "objektiven" Zielzustandes, sondern Lehren ist die Anregung des Subjekts, seine Konstruktionen von Wirklichkeit zu hinterfragen, zu überprüfen, weiterzuentwickeln, zu verwerfen, zu bestätigen etc. Die/der Lernende konstruiert sich sein Wissen aus den angebotenen Informationen.

5.2. Möglichkeiten zum Einbezug von WWW-Recherchen in den Unterricht, didaktische Szenarien

Nietzsche nennt als »den obersten Satz aller Bildung«: »dass man nur Dem, der Hunger darnach hat, eine Speise gebe! « (Morgenröthe § 195)

5.3. Das Potential des Internet für den Unterricht nutzen!


6. LinkSammlung und weitere Hinweise zum Thema


7. Ihr Feedback

... erwarten Tobias Zimmermann und Paul Michel (beide in Zürich) gerne.

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