Führungsgrundsätze

Präambel

Die Universität Zürich ist eine Wissensorganisation, die ihre akademischen und organisatorischen Angelegenheiten selbstständig und mit den entsprechenden Führungsstrukturen regelt. Sie strebt dabei ein hohes Mass an Selbstorganisation und Sicherstellung von Mit-Verantwortung ihrer Angehörigen an. Dies erfordert eine Führungskultur, die den Freiheitsanspruch von Forschung und Lehre einerseits und die betriebswirtschaftlichen Anforderungen auf Verwaltungsebene andererseits miteinander in Einklang bringt. Eine gut geführte UZH schafft optimale Bedingungen für Forschung und Lehre sowie die Erbringung von Dienstleistungen und bietet damit ein inspirierendes Arbeitsumfeld für alle Mitarbeitenden.

An der UZH werden Führungskräfte stufengerecht gefördert, damit sie ein klares Rollenverständnis für die strategische Positionierung, Organisation und Führung ihrer Einheit und ihrer Mitarbeitenden entwickeln, und es werden Rahmenbedingungen geschaffen, damit sie diese Führungsrolle auch wahrnehmen können. Zur Schaffung des dazugehörigen gemeinsamen Verständnisses von Führung wurden Grundsätze entwickelt, die sich am Leitbild und an den strategischen Zielen der UZH orientieren. Sie richten sich an alle, die in der Akademie oder der Verwaltung der UZH eine Führungsfunktion innehaben.

Führungsgrundsätze

  1. Führungskräfte sind sich ihrer Rolle als Führungskraft der UZH und ihrer entsprechenden Vorbildwirkung bewusst. Sie vertreten immer auch die Werte der UZH nach innen und nach aussen.
  2. Führungskräfte reflektieren ihre Rolle und sind bereit, die notwendigen Führungs- und Management-Kompetenzen für ihre Tätigkeit zu erwerben. Die UZH stellt dazu entsprechende Führungsinstrumente und Weiterbildungsangebote bereit.
  3. Führungskräfte der UZH fordern und fördern ihre Mitarbeitenden, indem sie die Leistungsorientierung sowie die Möglichkeit und die Bereitschaft ihrer Mitarbeitenden zur Übernahme von Mit-Verantwortung und Mit-Gestaltung ihres Verantwortungsbereichs stärken. Sie unterstützen die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeitenden und binden diese stufengerecht in die Entscheidungsfindung ein.
  4. Führungskräfte kommunizieren und agieren stufengerecht, transparent, wertschätzend und lösungsorientiert. Sie führen aktiv und formulieren konkrete Erwartungen an ihre Mitarbeitenden in Bezug auf Leistung und Verhalten. Sie beurteilen diese und geben zeitgerecht klares und sachliches Feedback.
  5. Führungskräfte nehmen die Fürsorgepflicht der UZH als Arbeitgeberin gegenüber ihren Mitarbeitenden wahr.
  6. Führungskräfte kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie ihre Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungsbereiche (A/K/V). Dies gilt für permanente ebenso wie für temporäre oder laterale Führungsbeziehungen.
  7. Führungskräfte setzen Ziele für ihren Verantwortungsbereich, die sich an den strategischen Zielen der UZH und ihrer Einheiten orientieren. Sie entwickeln Massnahmen zur Zielerreichung und stellen sicher, dass die Mitarbeitenden diese kennen und umsetzen können. Sie schaffen klare, funktionale Organisations- und Führungsstrukturen, planen ihren Ressourceneinsatz nachhaltig und gestalten die organisatorischen, personellen und kulturellen Veränderungen ihrer Verantwortungsbereiche.
  8. Alle Führungskräfte der UZH sind gemeinsam für deren erfolgreiche Gestaltung und Weiterentwicklung verantwortlich: Professorinnen und Professoren sind Führungskräfte in ihren Arbeitseinheiten. Die Selbstorganisation der UZH wird durch Professorinnen und Professoren ermöglicht, die spezifische Führungsfunktionen auf Zeit übernehmen. Die Führungskräfte der Fachabteilungen stellen ihre Expertise und ihre Dienstleistungen in den Nutzen der Organisation und ihrer Angehörigen.

Erläuterung

«Führung» wird in den Führungsgrundsätzen und in den entsprechenden Weiterbildungsangeboten in vier Kontexten angesprochen:

  • Selbstführung im Sinne von Anforderungen an Führungskräfte hinsichtlich Wahrnehmung, Anerkennung und Selbstreflexion der eigenen Führungsrolle und des Führungsverhaltens, der Arbeitsorganisation und -priorisierung sowie der erforderlichen internen und externen Kommunikation
  • Mitarbeitendenführung im Sinne eines zielgerichteten interpersonalen Einflusses auf Mitarbeitende, um die Organisationsziele gemeinsam zu erreichen
  • Führung von organisatorischen Einheiten der UZH (inklusive deren Positionierung)
  • Spezifische Führungssituationen (temporäre und laterale Führungsbeziehungen, interkulturelle Führung, «Führung von unten» etc.)

Als «Führungskräfte» im Sinne dieser Führungsgrundsätze werden angesehen:

  • Personen mit betrieblicher und finanzieller Verantwortung für organisatorische Einheiten der UZH
  • Personen, die einen oder mehrere disziplinarische oder fachlich unterstellte Mitarbeitenden haben
  • Personen, die temporäre Vorgesetztenbeziehungen zu Mitarbeitenden innehaben oder diese auch «lateral» führen, z.B. in Projekten