Paul Karrer
Nobelpreis für Chemie 1937

Das Wesen der Vitamine

Paul Karrer enträtselte die chemische Struktur von Pflanzenfarbstoffen und Vitaminen. Und er zeigte, wie im Körper aus dem Karottenfarbstoff Beta-Carotin Vitamin A entsteht.

Zürich war Paul Karrers Stadt. Hier studierte er bei Nobelpreisträger Alfred Werner am Chemischen Institut der Universität. Später hat er an diesem Institut 40 Jahre lang gelehrt und geforscht. Bunte Blüten spielten in Karrers Labor eine wichtige Rolle. Pflanzenfarbstoffe waren ein Thema, das den Chemiker schon früh interessierte und mit dem er sich seine ganze wissenschaftliche Laufbahn hindurch beschäftigte. Mit besonderem Erfolg tat er dies bei den Carotinoiden – chemischen Verbindungen, die unter anderem Karotten, Tomaten, Safran, Paprika gelb, orange oder rot färben.

Karrer konnte mittels chemischer Analyse den Aufbau und die Zusammensetzung vieler solcher Carotin-Verbindungen klären. Und er stellte einen Zusammenhang zu den für unseren Körper lebenswichtigen Vitaminen fest. So gelang es ihm in den frühen 1930er-Jahren zu zeigen, dass im Körper aus dem roten Karottenfarbstoff Beta-Carotin durch Aufspaltung des Moleküls Vitamin A entsteht, das etwa für das körperliche Wachstum, aber auch für den Aufbau des Sehpurpurs in unseren Augen mitverantwortlich ist. Und er konnte als erster Wissenschaftler die Struktur dieses wichtigen Vitamins bestimmen. Unter anderem für diese Leistungen erhielt Karrer 1937 den Nobelpreis für Chemie.

Paul Karrer hatte ein ausgezeichnetes Gespür für wissenschaftlich wichtige und auch wirtschaftlich interessante Forschungsthemen. Davon zeugen allein die 78 Patente, die er während seiner Karriere einreichte. Seine Forschungsergebnisse sind nicht nur Meilensteine in der chemischen und biologischen Grundlagenforschung, sondern waren auch ein Grundstein für den Erfolg der chemischen Industrie in der Schweiz.