Forschung mit Tieren

Die moderne Medizin hat enorme Fortschritte zum Wohle der Menschen gemacht - insbesondere auch aufgrund von Tierversuchen. Zahlreiche Krankheiten werden heute besser verstanden, dank der Forschung sind viele heilbar oder das Leiden der Betroffenen kann dank medizinischer Erfolge gelindert werden.

Medizinischer Fortschritt dank Tierversuchen

Die Entdeckung etwa von Insulin, Antibiotika, die Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungen gegen Krebs und Herzkreislaufstörungen sowie moderne chirurgische und diagnostische Methoden wären ohne Laborversuche an Tieren nicht möglich gewesen.

Die Universität Zürich ist sich bewusst, dass viele Menschen den Einsatz von Versuchstieren kritisch sehen und nur mit Vorbehalten akzeptieren. Sie setzt deshalb wenn immer möglich alternative Methoden ein und forscht nur mit Tieren, wenn nicht anders möglich. Dabei verpflichtet sie sich zu einer vorbildlichen Tierhaltung, sachgerechter Ausbildung der beteiligten Personen, sorgfältiger Versuchsplanung und die Nutzung aller Möglichkeiten, um die Belastungen für die Tiere zu vermindern. Sie regelt dies mit einer strengen Policy, die sich auf die «Basler Deklaration» sowie die Umsetzung der 3R-Prinzipien «Replace, Reduce, Refine» (Vermeiden, Verringern, Verbessern) stützen.

Maus
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Viele Mäuse werden als Modellorganismen zur Erforschung schwerer Krankheiten eingesetzt. (Bild: Frank Brüderli, UZH)

Tierversuche vorwiegend mit Nagern

Im Jahr 2018 wurden in der Schweiz 586'643 Tiere für Tierversuche eingesetzt, 4,6% weniger als 2017. Gemäss Statistik des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen waren knapp vier von fünf der in Schweizer Universitäts- und Industrielabors verwendeten Tiere Mäuse (68,6%) und Ratten (11,0%). Dann folgen Vögel und Fische mit einem Anteil von 9,0% bzw. 7,0%. Mehr als zwei Drittel der Tiere (71,1%) erfuhren keine oder nur geringe Belastungen. Rund 26,1% der Tiere waren einer mittelschweren Belastung und 2,7% einer schweren Belastung ausgesetzt.

2017 wurden an der Universität Zürich 71'487 Tiere in Forschung und Ausbildung eingesetzt – ein Rückgang von 9% zum Vorjahr. Die am häufigsten verwendeten Tiere waren Mäuse (86,8%), Ratten (4,4%) und Schweine (1,8%). 69% der Tiere wurden in nicht oder wenig belastenden, 28% in mittelschwer belastenden und nur 3% in schwer belastenden Versuchen eingesetzt.

3R-Pinzip: Vermeiden, verringern, verbessern

Der Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Studien erfolgt wie alle beantragten tierexperimentellen Studien erst nach intensivster Güterabwägung durch die kantonalen Behörden. Die Tierversuchskommission und das Veterinäramt des Kantons Zürich beurteilen, ob das 3R-Prinzip eingehalten wird.

Replace Ersetzen des Tierversuchs durch eine tierversuchsfreie Studie 
Reduce  Reduzieren der Anzahl Tiere auf das absolute Minimum
Refine  Verbessern der Versuchsanordnung zur Verminderung der Belastung der Tiere

Die Tierversuchskommission führt bei jedem eingereichten Gesuch für Tierversuche eine Güterabwägung durch. Der Nutzen der beantragten Studie wird dabei den für die Tiere entstehenden Belastungen entgegengesetzt. Nur wenn der Nutzen der Studie überwiegt, empfiehlt die Tierversuchskommission dem Kantonalen Veterinäramt, das Gesuch zu bewilligen.