Prof. Dr. Manfred Reinecke, Emeritierter Professor für Anatomie
Verstorben am 7. Dezember 2023 im Alter von 79 Jahren.
In der Forschung beschäftigte sich Manfred Reinecke insbesondere mit der vergleichenden Endokrinologie. Als Dozent gab er sein Wissen engagiert weiter und war in der Nachwuchsförderung tätig.
Manfred Reinecke studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Zoologie, Botanik und Mathematik. Im Mai 1970 legte er das Staatsexamen in Biologie und ein Jahr später dasjenige in Mathematik ab. Nach einer Station an der Universität Konstanz promovierte er 1975 an der Universität Münster. 1983 habilitierte er sich an der Universität Heidelberg mit der Arbeit «Neurotensin: Immunhistochemische Lokalisation und funktionelle Rolle als endokrines Hormon und Neurotransmitter» für das Gebiet der Anatomie. Von 1984 bis 1988 war Manfred Reinecke Professor auf Zeit in Heidelberg. Von 1988 bis 1990 war er am Karolinska Institute in Stockholm tätig.
1990 wurde er zum ausserordentlichen Professor für Anatomie an der Universität Zürich gewählt und 2005 in Anerkennung seiner Verdienste zum Ordinarius ernannt. In der Forschung beschäftigte er sich insbesondere mit den Neurohormonen, speziell mit den Insulin-like Growth Factors (IGF). Er ging unter anderem der Frage nach, wie die verschiedenen IGFs zusammen mit anderen Hormonen die Zellfunktionen steuern. Manfred Reinecke entwickelte sich zu einem international anerkannten Experten für vergleichende Endokrinologie. Er arbeitete mit zahlreichen in- und ausländischen Forschungsinstitutionen zusammen und war ein gefragter Gutachter.
Als akademischer Lehrer brachte er mit grossen didaktischen Fähigkeiten mehreren Generationen von angehenden Ärztinnen und Ärzten sein Fachgebiet nahe und engagierte sich in der Nachwuchsförderung. Neben seiner intensiven Forschungs- und Lehrtätigkeit war Manfred Reinecke in verschiedenen Gremien und Kommissionen aktiv. Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2010 blieb er wissenschaftlich tätig.