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Prof. Dr. Bernd Gutte, Emeritierter Professor für Biochemie

Verstorben am 25. Juni 2026 im Alter von 87 Jahren.

Forschungsschwerpunkt von Bernd Gutte war die Konstruktion neuer Proteine und Enzyme. Einer seiner wissenschaftlichen Erfolge war die erste Totalsynthese des Enzyms Ribonuklease A.

Bernd Gutte war einer der Pioniere der chemischen Proteinsynthese. Nach seiner Promotion an der RWTH Achen forschte er von 1967 bis 1971 als Postdoctoral Fellow an der Rockefeller University in New York, wo er 1969 zusammen mit dem späteren Nobelpreisträger Robert Bruce Merrifield die erste Totalysynthese eines Enzyms (Ribonuklease A) entwickelte.  Danach war er von 1972 bis 1977 an der Universität Köln und von 1977 bis 1980 am damaligen Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen tätig. 1980 wurde er zum Extraordinarius für Biochemie an der UZH ernannt. Seine Antrittsvorlesung hielt er am 1. Dezember des gleichen Jahres zum Thema «Untersuchung der Faltung von Proteinen mit Hilfe synthetischer Proteinfragmente». 1989 wurde Bernd Gutte zum Ordinarius befördert. 2004 wurde er emeritiert.

Schwerpunkt der erfolgreichen und international beachteten Forschung von Bernd Gutte war die Konstruktion von neuen Proteinen und Enzymen. Sein grösster wissenschaftlicher Erfolg war die genannte erstmalige Synthese eines funktionierenden Enzyms. Neben grundlegenden Fragen der Proteinsynthese setzte sich Bernd Gutte auch mit verschiedenen praxisrelevanten Themen auseinander. So engagierte er sich etwa am Zentrum für Fremdstoff- und Umweltrisikoforschung und in der HIV-Forschung und er erforschte DDT-bindende Peptide.

Bernd Gutte galt als ausgezeichneter, hilfsbereiter Dozent, der im Rahmen von Lehrveranstaltungen zahlreiche Studierende an der UZH mit der Biochemie vertraut machte und viele Diplom- und Doktorarbeiten betreute. Engagiert hat sich Bernd Gutte auch in wissenschaftlichen Gremien und Organisationen. So stand er 1985/86 beispielsweise als Präsident der Chemischen Gesellschaft Zürich vor.