Prof. Dr. Bruno Krapf, Titularprofessor für Pädagogik, besonders pädagogische Psychologie und Didaktik der Erwachsenenbildung
Verstorben am 24. Mai 2026 im Alter von 93 Jahren.
Bruno Krapf inspirierte an der Universität Zürich zahlreiche Studierende und regte sie durch den engen Bezug zwischen Theorie und Praxis zu kritischem Denken an. Er interessierte sich für verschiedenste Forschungsthemen, so beispielsweise Lehr- und Lernkulturen, Kreativität oder Konstruktivismus, aber auch universitäre Weiterbildung, Lehren und Lernen mit Erwachsenen, Führung und Feedbackkultur.
Bruno Krapf, geboren am 11. Dezember 1932, erwarb 1952 das Primarlehrer- und 1964 das Sekundarlehrerpatent. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Lehrperson studierte er an der Universität Zürich Pädagogik, Psychologie, Philosophie und Germanistik. Sein Studium schloss Bruno Krapf 1970 mit einer Dissertation zum Thema «Die Pädagogische Bedeutung des Unterrichtsverlaufs und der Einsatz programmierter Lernhilfen» ab. 1983 wurde er an der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich mit dem Thema «Unterrichtsstrukturen und intellektuelle Anforderungen im Gymnasium» habilitiert.
Ab 1972 war Bruno Krapf am damaligen Pädagogischen Institut, dem heutigen Institut für Erziehungswissenschaft, als Lehrbeauftragter und wissenschaftlicher Mitarbeiter ad personam tätig. Im Verlauf seines umfangreichen Berufslebens übernahm Bruno Krapf vielfältige Aufgaben und Funktionen im Bildungswesen. So war er insbesondere Gründer und Leiter der Mittelschullehrerfortbildung des Kantons St. Gallen sowie Vizedirektor und Dozent bei der Sekundar- und Fachlehrerausbildung an der Universität Zürich.
Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörten unter anderem Lehr- und Erziehungsformen, Lernkulturen, intellektuelle Anforderungen beim Lernen, universitäre Weiterbildung, Lehren und Lernen mit Erwachsenen, Neurowissenschaften und Emotionen, Systemtheorie, Konstruktivismus, Führung, Persönlichkeitsentwicklung und Feedbackkultur, Kreativität und fraktales Lernen. Diese Forschungsschwerpunkte bilden sich auch in zahlreichen Publikationen ab, so beispielsweise: «Aktivierende Unterrichtsformen»; «Denkmodelle in der Unternehmensführung»; «Erziehung ist nichts als Liebe, und was daraus werden kann»; «Moderation und Macht»; «Ich kann Dich einfach nicht verstehen»; «Aufbruch zu einer neuen Lernkultur»; «Der nutzlose Kampf gegen die Fehler».
Bruno Krapf hielt Gastvorlesungen an verschiedenen Universitäten und war Gastdozent an der Universität Basel. An der Universität Zürich inspirierte er zahlreiche Studierende und regte sie durch den engen Bezug zwischen Theorie und Praxis zu kritischem Denken an. Ab 1991 führten ihn verschiedene Forschungsaufenthalte in die USA, unter anderem an die Harvard University, Cambridge, Massachusetts, an die University Ann Arbor, Michigan, oder an die University of California, Berkeley und die Stanford University, California. Im September 1992 wurde er zum Titularprofessor an der Universität Zürich ernannt. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1998 blieb Bruno Krapf weiterhin wissenschaftlich und beratend tätig und wirkte über viele Jahre als Berater in zahlreichen Unternehmen in Europa und Asien.
Mit dem Tod von Bruno Krapf am 24. Mai 2026 verliert die Universität Zürich eine engagierte und prägnante Persönlichkeit. Das Institut für Erziehungswissenschaft und die Universität Zürich danken Bruno Krapf für sein langjähriges und engagiertes Wirken und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen. Prof. Dr. Katharina Maag Merki, Direktorin des Instituts für Erziehungswissenschaft