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Prof. Dr. Hans Peter Isler, Emeritierter Professor für Archäologie

Verstorben am 19. April 2026 im Alter von 84 Jahren.

Als akademischer Lehrer wusste Hans Peter Isler Generationen von Studierenden für die antike Kultur zu begeistern. Er leitete mehr als 30 Jahre lang Ausgrabungen auf dem Monte Iato in Sizilien. Von seinem internationalen Ansehen zeugen zahlreiche Auszeichnungen.

Hans Peter Isler studierte in Zürich und Paris Klassische Archäologie, Griechisch und Alte Geschichte. Mit einer Dissertation über den altgriechischen Wassergott Acheloos promovierte er 1967. Als Student nahm er an Grabungen auf der Insel Samos teil. Ab 1971 leitete er als Assistent und Oberassistent am Archäologischen Institut der Universität Zürich Ausgrabungen auf dem Monte Iato in Sizilien.

1976 habilitierte sich Hans Peter Isler. Bereits zwei Jahre später wählte ihn der Zürcher Regierungsrat zum Extraordinarius und Direktor des Archäologischen Instituts an der UZH, 1984 wurden er zum Ordinarius ernannt. Hans Peter Isler widmete sich dem Gesamtgebiet der griechisch-römischen Kunst und erwies sich als geschickter akademischer Lehrer, der Generationen von Hauptfach- und Nebenfach-Studierenden für die antike Kultur zu begeistern wusste. Als begabter Kommunikator gelang es ihm ausgezeichnet, das Bild der klassischen Archäologie im allgemeinen Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Jahrzehntelanger Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit waren die Grabungen auf dem Monte Iato. 1997/1998 leitete er im Auftrag des Griechischen Ministeriums für Kultur Ausgrabungen im Theater von Eretria auf der griechischen Insel Euböa.

Von seinem internationalen Ansehen zeugen zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, etwa der Literaturpreis Premio Gambrinus «Giuseppe Mazzotti» für die Publikation «Monte Iato: Guida Archeologica» im Jahr 1992. Er war unter anderem korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts, Ehrenmitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und leitete die Schweizer Abteilung des Grossprojektes Corpus Vasorum Antiquorum.

Als Direktor des damaligen Archäologischen Instituts und des angeschlossenen Archäologischen Museums der Universität Zürich beschäftigte er sich nicht nur mit der Konservierung und mit der Katalogisierung vieler Kunstwerke, sondern betreute in den 1980er Jahren auch den Umbau des Institutsgebäudes. Von 2000 bis 2002 war Hans Peter Isler Dekan der Philosophischen Fakultät und gestaltete die Anfangszeit der reorganisierten Universität mit. Auch nach seiner Emeritierung 2007 blieb er ein passionierter Wissenschaftler und legte mehrere Publikationen vor.