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Klaus Merz

Ehrenpromotion 2026 der Theologischen und Religionswissenschaftlichen Fakultät

Die Theologische und Religionswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich verleiht die Würde eines Dr. theol. honoris causa an Klaus Merz. Der Schweizer Schriftsteller widmet sich in seinem mehrfach ausgezeichneten Werk in eindrücklicher Sprache und auf subtile Weise existenziellen und auch religiösen Themen. Sein Werk ist in verschiedensten Räumen zeitgenössischer Spiritualität präsent, vom Literaturhaus über die Kirche bis hin zu privaten Lesezirkeln.

Klaus Merz
Klaus Merz

Klaus Merz, 1945 in Aarau geboren und in Menziken im Kanton Aargau aufgewachsen, entstammt einer Handwerkerfamilie. Der Sohn eines Bäckermeisters hat früh gelernt, dass das Einfache oft das Wesentliche birgt – eine Haltung, die sein gesamtes literarisches Werk prägt. Nach einer Ausbildung zum Sekundarlehrer und Jahren des Unterrichtens in Sprache und Kultur an einer Höheren Fachschule wandte sich Merz ganz dem Schreiben zu. Seither lebt er als freier Schriftsteller in Unterkulm, im Aargauer Hügelland, wo er – weit entfernt von literarischen Betriebsamkeiten – eine der eigenständigsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geformt hat.

Seit seinem Debüt mit dem Gedichtband «Mit gesammelter Blindheit» (1967) hat Merz ein beeindruckend geschlossenes, zugleich vielfarbiges Werk geschaffen: Gedichte, Erzählungen, Novellen, Essays, Hörspiele und Kinderbücher. Seine Sprache ist von einer fast asketischen Klarheit, von rhythmischer Präzision und einer stillen Musikalität getragen. Merz versteht es, in der kleinsten Geste, im unscheinbaren Moment, eine Welt zu öffnen. Hinter der äusserlichen Einfachheit seiner Texte schwingt stets das existenziell Tiefe mit – die Fragen nach Erinnerung, Verlust, Liebe, Sterblichkeit und dem, was bleibt. 

Mit dem Prosatext «Jakob schläft. Eigentlich ein Roman» (1997) fand Merz zu jener Form der poetischen Verdichtung, die ihn weit über die Schweiz hinaus bekannt machte. Das Buch, das Elemente seiner Familiengeschichte aufnimmt, ist ein stilles Meisterwerk über Krankheit, Tod und das Fortleben in der Erinnerung – zugleich von grosser Zartheit und unsentimentaler Wahrhaftigkeit.

Für sein Gesamtwerk wurde Klaus Merz vielfach geehrt, darunter mit dem Solothurner Literaturpreis (1996), dem Hermann-Hesse-Preis (1997), dem Gottfried-Keller-Preis (2004), dem Aargauer Kulturpreis (2005), dem FriedrichHölderlin-Preis (2012) und zuletzt mit dem Schweizer Grand Prix Literatur (2024). Seine Texte sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und haben Leserinnen und Leser weit über die Landesgrenzen hinaus erreicht – als leise, präzise Meditationen über das Leben selbst.