Forschung mit Tieren in Zahlen

2018 wurden an der Universität Zürich 75'421 Tiere eingesetzt, 72'266 für die Forschung und 3'155 für die Aus- und Weiterbildung. Das entspricht einer Zunahme von 5,5% zum Vorjahr. Am häufigsten verwendet wurden Mäuse (90,3%), Ratten (3,9%) und Schweine (1,2%).

Ratte
Ratte
Gut 94% der 2018 an der UZH eingesetzten Tiere waren Mäuse und Ratten. (Bild: Frank Brüderli, UZH)

Tierversuche an der UZH 2018

9 von 10 an der UZH im Jahr 2018 eingesetzten Tiere waren Mäuse – insgesamt rund 68'000 dieser Nagetiere. Mit deutlichem Rückstand folgen Ratten (knapp 3'000 Tiere), Schweine (910 Tiere) und Kühe (rund 860 Tiere). Alle anderen Tierarten bzw. -gruppen machten weniger als 1% der eingesetzten Tiere aus. 4,3% waren Haustiere – Hunde, Katzen und Meerschweinchen –, und 3,3% waren Nutztiere: Schweine, Kühe, Schafe, Pferde, Hühner, Alpakas und Ziegen.

Forschung mit Tieren wird in der Schweiz in 4 Belastungskategorien eingeteilt: die Schweregrade 0 bis 3 (SG 0, SG 1, SG 2 und SG 3). 68% der 2018 an der UZH eingesetzten Tiere wurden in nicht oder wenig belastenden, 29% in mittelschwer und knapp 3% in schwer belastenden Versuchen eingesetzt.

Tierart Anzahl Anteil SG 0 SG 1 SG 2 SG 3
Mäuse 68'154 90,4% 14'190 30'775 21'165 2'024
Ratten 2'939 3,9% 867 1'312 623 137
Schweine 910 1,2% 489 358 63 0
Kühe 861 1,1% 208 653 0 0
Fische (diverse) 547 0,7% 210 337 0 0
Hunde 484 0,6% 366 118 0 0
Vögel (div.) 264 0,4% 11 253 0 0
Schafe 261 0,3% 69 75 109 8
Pferde 214 0,3% 170 44 0 0
Geflügel (Hühner) 190 0,3% 182 8 0 0
Katzen 157 0,2% 85 62 10 0
Kaninchen 148 0,2% 25 52 71 0
Affen (div.) 85 0,1% 85 0 0 0
Wüstenrennmäuse 62 0,1% 0 62 0 0
Reptilien (div.) 46 0,1% 0 46 0 0
Meerschweinchen 44 0,1% 0 44 0 0
Amphibien (div.) 19 <0,1% 0 19 0 0
Alpakas 18

<0,1%

0 18 0 0
Ziegen 13

<0,1%

1 0 12 0
Zehnfusskrebse 5 <0,1% 5 0 0 0
Total 75'421 100,0% 16'963 34'236 22'053 2'169
Anteil     22,5% 45,4% 29,2% 2,9%
Nagetierhaltung
Nagetierhaltung
Professionelle Versuchstierhaltungen am LASC, dem Laboratory Animal Services Center der UZH. (Bild: Frank Brüderli, UZH)

Schweregrad 0 (SG 0): keine Belastung

Erfährt ein Tier in einem Versuch keine Schmerzen, Leiden, Schäden oder Ängste, wird es dem Schweregrad 0 zugeteilt. An der UZH betraf dies 22,5% der 2018 eingesetzten Tiere.

Ein Beispiel hierzu sind die Verhaltensbeobachtungen, mit denen an der UZH soziale und kognitive Fähigkeiten von Totenkopf- und Weissbüschelaffen erforscht werden. Auch Blutentnahmen bei grösseren Tieren, etwa Hunden oder Kühen, zählen dazu.

Schweregrad 1 (SG 1): leichte Belastung

Unter Schweregrad 1 fallen Forschungsarbeiten, bei denen die Tiere kurzfristige leichte Schmerzen oder Schäden erfahren oder die ihr Allgemeinbefinden leicht beeinträchtigen.

Wird einem Tier ein Dauerkatheter in äussere Blutgefässe gesetzt oder eine Hautgewebeprobe entnommen, gilt dies als Schweregrad 1. 2018 fielen 45,4% der in UZH-Forschungsprojekten eingesetzten Tiere in diese Kategorie.

Schweregrad 2 (SG 2): mittlere Belastung

Sind die Belastungen in einem Experiment mittelschwer und dauern nur kurz oder sind diese leicht und dauern aber länger, werden die Tiere in Schweregrad 2 eingeteilt. Dazu zählen etwa wiederholte Blutentnahmen unter Kurznarkose oder chirurgische Eingriffe unter Betäubung, die trotz Schmerzbehandlung im Nachgang zur Operation Schmerzen, Leiden oder Störungen des Allgemeinbefindens hervorrufen können.

An der UZH werden in solchen Studien etwa Schafe eingesetzt, um die Heilung von Sehnen, Knorpel und Knochen zu verbessern. Andere Forschungsteams entwickeln Impfstoffe gegen die Toxoplasmose – eine Infektionskrankheit, die häufig bei Katzen auftritt. 2018 fielen insgesamt 29,2% der Versuchstiere an der UZH unter Schweregrad 2.

Schweregrad 3 (SG 3): schwere Belastung

Sind die Tiere schweren Schmerzen, andauerndem Leiden, schwerer Angst oder schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens ausgesetzt oder sind die Belastungen mittleren Grades und dauern mittel- bis langfristig, fallen sie unter Schweregrad 3.

Bei diesen Experimenten werden v.a. Mäuse und Ratten eingesetzt. Erforscht werden schwere, komplexe Erkrankungen wie Krebs, Epilepsie, Alzheimer, Multiple Sklerose und andere Autoimmunkrankheiten oder Organtransplantationen und Infektionskrankheiten. 2018 waren es 2,9% der Tiere, die in UZH-Studien mit Schweregrad 3 eingesetzt wurden.